ForGen und die Polizei

Als offizielles forensisches und akkreditiertes Labor bearbeiten wir immer wieder mal Fälle für die Polizei; von Einbruch bis Mord ist alles dabei. Als wir alle noch an der Universität beschäftigt waren, haben wir uns auch mit der Lehre für die Polizei beschäftigt und entsprechend Unterricht gegeben. Das hat sehr viel Spaß gemacht und war immer eine nette Abwechslung vom Laboralltag. Auch die vielen Vorlesungen und Seminare für Studenten der Medizin, Biologie und Jura haben wir gerne gegeben. Das ist definitiv etwas, was wir jetzt als privates Labor vermisst haben.

Umso mehr freut es uns, dass wir immer häufiger zu Vorträgen eingeladen werden und zusätzlich unsere Laborleitung dieses Semester in der Fachhochschule in Berlin (HWR) eingesprungen ist, um Veranstaltungen für Schutzpolizisten in Ausbildung abzuhalten. Gerade ist eine ganze Lehrwoche in Berlin vorbei (weshalb wir auch nicht immer alle wie sonst gewohnt leicht zu erreichen waren). Regelmäßige Lehre ist super, weil der Status des Privatdozenten ja die Lehrtätigkeit beinhaltet und man dadurch zum einen die wissenschaftliche Qualifikation und zum anderen auch die Lehrbefähigung nachgewiesen hat. Dafür muss man einiges tun und diesen Status auch bewahren. Und wenn man dann auch noch seine Lehre mit unglaublich motivierten Studenten (und Studentinnen) ableisten darf, freut sich das „Privatdozentenherz“. Soviel nette und wissbegierige Studenten auf einmal, ein Traum, der so viel Spaß gemacht hat, dass wir das unbedingt einmal loswerden wollen….

das begeisterte ForGen-Team

 

Was hat Insektensterben mit Rechtsmedizin zu tun?

In der letzten Zeit wird ja viel über Insektensterben berichtet. Inwiefern das welche Tiere betrifft und entsprechend weitere Konsequenzen für die Umwelt mit sich bringt, können und wollen wir nicht beantworten.

Fakt ist aber, dass manch einer auf die Idee kam, dass das Insektensterben die rechtsmedizinische Analytik beeinträchtigen würde. In der Rechtsmedizin gibt es den Zweig der forensischen Entomologie, der sich mit Insekten beschäftigt, die sich an, in und um eine Leiche herum ansiedeln. Ein Rechtsmediziner weiß, welche Fliegenart als erste vom Leichengeruch angelockt wird und sich gemütlich in zugänglichen Körperöffnungen oder offenen Wunden niederlässt, um ihre Eier abzulegen, wie lange diese zur Entwicklung benötigen. Wann die ersten Maden auf der Leiche herum oder aber von dieser wegkrabbeln, um sich zu verpuppen, wann, welche Käfer auftauchen, wer was am liebsten futtern mag und und und. Mit diesem Faktenwissen und entsprechenden Zeitreihen der Insektenentwicklung können Rechtsmediziner wichtige Rückschlüsse auf die Leichenliegezeit treffen.

Fehlen jetzt bestimmte Insekten, führt das zu Fehlbeurteilungen? Weiß der Rechtsmediziner auf einmal nicht mehr weiter, weil die „Eingangsfliege“ nicht mehr da ist? Das wurde der Rechtsmediziner Thorsten Schwark gefragt, zu hören in einem Beitrag von RTL Luxembourg. Wer mag: Reinhören und das große Krabbeln spüren.

das ForGen-Team

PS: Keine Angst, unser Doktor spricht Deutsch!!!

ForGen trägt vor…

Hallo!

Am Samstag schon etwas vor?!?

Wenn nicht, dann kommt doch nach Hamburg zum Tag der offenen Tür bei der Tierärztin, Cornelia Martens. Es gibt ein buntes Programm rum um die Tiere, Interessantes für die Menschen und einen Vortrag über die Mischlings- bzw. Hunderassenbestimmung bei Hunden!!! Der wird natürlich von uns gehalten und wir nutzen die Möglichkeit, unser Konzept und unsere Idee vorzustellen und natürlich auch zu erzählen WIE wir denn arbeiten. Dazu zeigen wir einige unserer schönsten Beispielhunde (im Vortrag, leider nicht vor Ort).

Wer also Lust hat auf ein bisschen Unterhaltung mit zusätzlichem Informationscharakter darf gerne vorbeikommen. Wir würden uns freuen, Euch zu treffen.

Viele Grüße

Euer ForGen-Team

Weitere Details zum Tag der offenen Tür

ForGen liebt die forensische Genetik

… und wieder einmal haben wir einen Fall gelöst und freuen uns ein kleines Loch in den Bauch.

Diesmal ging es um die Feststellung einer Cousinenschaft; es sollte geklärt werden, ob zwei Frauen tatsächlich Cousinen väterlicherseits sein können. Dazu wurde diese Möglichkeit als Hypothese 1 definiert (=Cousinen, Väter sind Brüder mit gleicher Mutter und gleichem Vater) und diese der Hypothese 2 gegenübergestellt (=beide Frauen sind gänzlich unverwandt). Das ist wichtig, denn ohne eine sichere Gegenhypothese funktioniert das Ganze nicht. Deshalb tun wir uns ja so schwer, wenn z.B. Hundebesitzer wissen wollen, ob ihre Fellnasen Geschwister sind. Selten erhält man von den Tieren eine sichere Gegenhypothese….

Aber zurück zu den Menschen.

Zuerst untersuchten wir 20 hochpolymorphe genetische Marker (STR-Analyse) und bekamen einen Wert von etwa 59 % FÜR die Verwandtschaft heraus. Nicht wirklich befriedigend, weshalb wir noch einmal 4 weitere Marker dazu genommen haben und es passierte, was wir befürchtet und schon in Veröffentlichungen gezeigt haben: Die Wahrscheinlichkeit sank auf 54 %. Ganz hervorragend; da hatten wir also nun mehr Geld ausgegeben (es gehört zu unserem Service, dass wir kostenlos die Zahl der autosomalen Genorte erhöhen, wenn das Ergebnis nicht gut ist) und dafür einen schlechteren Wert erhalten.

Dann haben wir nach Rücksprache mit unserer Auftraggeberin zusätzlich X-chromosomale Merkmale analysiert. Diese liegen nur auf dem x-Chromosom, so dass Frauen je zwei Kopien pro Genort und Männer eine haben (die haben dafür ja noch ihr Y-Chromosom). Bei dem vorgeschlagenen Erbgang gab es eine 50:50 Chance, dass die Frauen in jedem Genort ein identisches Merkmal von Ihrer (angenommenen) gemeinsamen Großmutter aufweisen. So etwas ist immer schwierig für uns, weil wir bei unseren Auftraggebern nicht den Eindruck erwecken wollen, dass wir den Leuten etwas aufquatschen, um mehr Geld zu verdienen. Und besonders bei dieser Wahrscheinlichkeit…Trotzdem, wenn wir von einer Möglichkeit bzw. einer Notwendigkeit überzeugt sind, erzählen wir das auch und hier konnten wir die Dame überzeugen.

Und heute ist ein guter Tag! Die beiden Frauen weisen in JEDEM zusätzlich untersuchten x-spezifischen Genort mindestens ein gemeinsames Allel auf. Damit stieg die Gesamtwahrscheinlichkeit nun auf >99 %!!!!! Freude auf beiden Seiten. Und wir sind wieder einmal begeistert davon, was man aus einem Fall herausholen kann, wenn die richtigen Analysen durchgeführt werden (JA: und wenn man Glück hat). Denn mal ehrlich: Wer vererbt sein Haus für eine Wahrscheinlichkeit von 54 %?

Damit gehen wir zufrieden in unser Wochenende und wünschen allen gute Erholung!

Euer ForGen-Team

„Habe die Ehre, Tito“

Heute nimmt ForGen Euch wieder einmal mit in das schöne Österreich zu einem echten Grazer Herrn: Tito! Und natürlich ist auch dieser kleine, befellte Vierbeiner etwas ganz Besonderes.

Aus der Abstammungsanalytik kennen wir derartige Fälle unter dem Namen „kleiner Unfall“ und haben die Aufgabe, den biologischen Vater eines aus einem derartigen „Missgeschick“ hervorgegangenen Kindes zu bestimmen. Hier hatte die Mutter von Tito eine kleines, intimes Treffen mit einem uns unbekannten Rüden, aus der unter anderem unser Hauptdarsteller hervorging. Bis heute weigert sie sich, den Namen des Vaters preiszugeben. Deswegen kamen wir ins Spiel. Nicht, um Unterhaltsansprüche zu klären, sondern, um zumindest festzustellen, welche Rassen denn in Tito vereint sind. Schon bei der Mutter ist dies nicht so klar und nun ein völlig unbekannter Vater? Ein Fall für ForGen!

Und da bei Tito alles etwas anders ist, haben wir uns auf einer Veranstaltung zur forensischen Spurenkunde kennengelernt. Offensichtlich sind derartige Fortbildungen ein kleines Hobby von Tito. Zumindest kann man das vermuten, wenn man sieht, wie interessiert er den Vortrag verfolgte….

Das er sich so wissbegierig und aufgeweckt entwickeln würde, war schon im zarten Alter von drei Wochen klar, als er Mutter und Geschwister „aufmischte“ und auf Trab hielt.  Kurze Zeit danach übernahm Sonja dann die Fürsorgepflicht für ihn und ist seitdem damit beschäftigt, dieses kleine Energiebündel vernünftig zu beschäftigen. Morgens ist alles noch kein Problem, da Tito ein echter Langschläfer ist, aber wehe dem Abend. Ab 20:00 Uhr dreht er dann so richtig auf. Zu seinen Hobbys gehört das extensive Jagen von Tennisbällen und das gleichermaßen begeistert durchgeführte Futtern von Hundewürstchen. Aber hier bitte nicht diese normalen Dinger aus dem Supermarkt. Wäre ja nicht Tito, wenn er nicht diesen ganz speziellen Fachhandel mit den Superwürstchen gefunden hätte….und als wahrer Österreicher ist er natürlich auch der Damenwelt nicht abgeneigt und verteilt hier großzügig seinen Charme. Wer mehr von Tito erfahren möchte, kann das jederzeit tun, denn natürlich verfügt der Herr über ein eigenes Instagram-Profil „titoandsonjaspringsteen“.

Und wenn man sich das alles so ansieht, ist es auch nicht überraschend, was wir in Tito gefunden haben: Viel Rauhhaardackel und Malteser, dazu Lhasa Apso und einen Klecks Chihuahua.

Eine gelungene Mischung wie wir finden.

Viele Grüße,

Euer ForGen-Team

 

 

 

 

 

 

Grüezi – ForGen ist in Freiburg / Basel

Und weiter geht´s….dieses Wochenende ist ForGen auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Abstammungsbegutachtung (DGAB) in Freiburg unterwegs gewesen. Viel Spannendes und Informatives gab es zu hören und zu sehen. Wie immer seit nun schon einigen Jahren ging ein ganzer Vortragsblock über MPS (massive parallel sequencing). Diese Methode ist quasi eine Weiterentwicklung der in der Forensik weltweit gängigen STR-Analytik und untersucht nicht nur die „einfachen“ Größenunterschiede der STR-Merkmale, sondern zusätzlich etwaige Sequenzunterschiede innerhalb dieser Marker. Damit ergeben sich sehr viel informativere Ergebnisse. Und das Tolle daran ist, dass dies wohl tatsächlich die Methode der Zukunft werden wird. Jetzt arbeiten alle an der Vergleichbarkeit und entwickeln Richtlinien und Empfehlungen, auf dass wir diese Methode dann irgendwann alle nutzen können. Anders als bei den SNPs (single nucleotide  polymorphisms),  die von uns Forensikern vor weit mehr als 10 Jahren „entdeckt“ und seitdem intensiv beforscht wurden. Die SNPs allerdings haben sich aus guten Gründen nicht durchsetzen können und schon gar nicht konnten sie die STR-Analyse ablösen.

Zusätzlich wurden viele spannende Fallbeispiele berichtet, in denen es u.a. um komplexe Abstammungsuntersuchungen ging, um schwer zu untersuchendes Ausgangsmaterial oder um den Einsatz zusätzlicher genetischer Methoden. Wir hatten ja schon mehrfach berichtet, dass Abstammungen jenseits von Vater-Mutter-Kind nicht immer einfach zu beantworten sind. Zumindest nicht, wenn man einen gewissen Standard dabei halten möchte.  Dass wir das können, durften wir bei der Präsentation des halbjährlich stattfindenden Abstammungsringversuchs erfahren. Hier wurden von den Experten ausführlich die Ergebnisse des Biostatistischen Tests erläutert. Es ging um eine Onkel-Neffen-Frage, die gar nicht so ohne war. Aber das haben wir (wie bisher immer) schon einmal alles richtig. Jetzt warten wir geduldig auf die offiziellen Ergebnisse, um zu sehen, ob uns das Gleiche auch bei der genetischen Typisierung der Testproben gelungen ist.

Insgesamt war es ein hervorragend organisierter Kongress mit vielen guten Beiträgen und einem sehr witzigen Rahmenprogramm und wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei den ausrichtenden Freiburger Kollegen bedanken!!!

Ach ja, dann gab es noch diesen (natürlich unfassbar interessanten) Vortrag über den Hund und den nicht-fliegenden Teppich aus Hamburg….aber davon erzählen wir Euch ein anderes Mal.

Euer jetzt stark erholungsbedürftiges, aber zufriedenes

ForGen-Team

Salut! ForGen war in Frankreich!

Schon wieder ein erlebnisreiches und unvergessliches Wochenende für uns ForGen-Mitarbeiter. Unsere Laborleitung war am Wochenende eingeladen zu einem exklusiven Treffen der ANCM „Association National des Chasseur de Montagne dem “ Nationalen (Französischen) Verband der Bergjäger“, einem Mitglied der FNC („Féderation Nationale des Chasseurs“).
Wieder einmal ging es um den Wolf. Wie untersucht man am besten welche Proben? Wie werden die Spuren entnommen und gesichert? Auf was ist dabei zu achten? Welche Methoden eignen sich für welche Fragestellung u.s.w.. Das Ziel war eindeutig ein objektiver und transparenter Ansatz in dieser Thematik, verständlich und transparent für alle.
In Rodez in einer wunderschönen Lokalität und herrlicher Umgebung wurde die Veranstaltung abgehalten. Dabei gab es dann seitens ForGen einen wohl denkwürdigen Vortrag. Denkwürdig sicherlich sowohl für die Rednerin als auch für die Zuhörer. Auf Englisch gehalten mit französischen „Untertiteln“, jede zusätzliche Bemerkung von dem geduldigen Georges Stoffel übersetzt und wenn es gar zu wissenschaftlich wurde, bekamen wir die Ehre der Übersetzung durch den bekannten und hoch anerkannten französischen Genetiker M. Gerard Lang. Dieser hat schon viele Studien zu Wildtieren durchgeführt und eine seiner Interessen liegt im (genetischen) Schutz des Wolfes.
Zwischenzeitlich gab es-wenn es komplizierter wurde- deutsche Absprachen, da die beiden wunderbaren Übersetzer zusätzlich sehr gut Deutsch sprachen. Und auf der anderen Seite saß das geduldige Publikum, das tapfer viel Fachliches zum genetischen Nachweis der Canidae, zum forensischen Bezug dabei, der Auswertung oder der Problematik der verschiedenen Nachweissysteme ertragen musste, bis es endlich auch Ergebnisse zur Untersuchung von Rissproben in Frankreich erfahren konnte. Dabei gab es auch viel Interessantes und definitiv Erfahrenswertes von Bruno Lecomte über das Zusammenleben von Nutztierhaltern und Predatoren in Frankreich zu hören. So viele Dinge, die sicherlich die wenigsten wissen…
Und alle haben stundenlang durchgehalten. Und dabei nicht nur still zugehört. Nach nahezu jeder Übersetzung setzten intensive Diskussionen ein; manchmal schien es wie auf einem orientalischen Markt. Das Tolle aber: Immer zum Thema und immer voller Interesse.
Im Anschluss gab es in schönster Umgebung ein hervorragendes Abendessen mit bestem Essen, wunderbarer Weinbegleitung und äußerst passender musikalischer Untermalung.
Was ein Tag! Dazu die vielen fachlichen und fruchtbaren Gespräche rund um das Thema Wolf, viele neue Kontakte und gute Freunde. Und mit Garantie werden wir zukünftig einige neue Projekte anschieben können. Wir freuen uns darauf! Ein großer Dank dient daher natürlich auch den Organisatoren, u.a. dem unglaublich netten Generalsekretär, Herrn Alain Laporte und vielen anderen.
In diesem Sinne….
 
Euer tief zufriedenes ForGen-Team!

Hurra! Qualitätskontrolle geschafft!

Wir haben es wieder erfolgreich überstanden! Diese Woche kamen die offiziellen Ergebnisse zum großen Gednap Ringversuch (German DNA Profiling). Vor vielen Jahren in Deutschland gestartet nehmen mittlerweile 100e von Laboren aus aller Welt teil und der jährliche Kongress mit bis zu 400 Teilnehmern ist eine große internationale Veranstaltung geworden. Jedes Jahr müssen zwei Ringversuche bearbeitet werden. Man erhält je drei Blutproben von einzelnen Personen (getrocknet auf verschiedenen Spurenträgern) und je vier Spuren. Diese sind unterschiedlichster Art und jedes Jahr denken sich die Organisatoren neue Herausforderungen aus. Das kann ein 5 µl (!!) Blutfleck auf einer Haferflocke sein, ein Wattestäbchen mit einer Mischung aus winzigsten Mengen Speichel und Blut, ein präpariertes Kondom oder aber ein Lederstückchen mit Speichel, auch schon mal einTeebeutel mit versteckter Antragung etc. etc. . Dabei mischen die „Hexenmeister“ Proben von bis zu drei Personen zusammen. Die Aufgabe der Labore besteht dann darin, festzustellen, WAS für eine Spur man vor sich hat und aus dieser biologischen Spur genügend DNA zu isolieren, um die weiteren wichtigen Fragen zu beantworten: WIEVIELE Personen haben diese Spuren verursacht?  War es ein Mann oder eine Frau? Zwei Männer und eine Frau? Und mit welcher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei den fraglichen Personen um die Verursacher von diversen Mischspuren?  Hier muss eine ordentliche Mischspuranalytik durchgeführt werden, wobei verschiedene Hypothesen bedacht werden müssen. Dabei untersuchen wir immer autosomale Datenbanksysteme und zusätzlich Merkmale, die spezifisch für das Y-Chromosom sind, also (im Normalfall) nur bei Männern vorkommen. 

Weltweit werden hier die gleichen Systeme nach identischen Kriterien analysiert, so dass wir uns auf der ganzen Welt „verstehen“ und unsere Befunde übernehmen können. Das ist essentiell für die Bearbeitung internationaler Fälle.  

Alles in allem sind wir mit dem Ringversuch ordentlich beschäftigt und haben immer kurz vor Weihnachten die Ergebniseingabe (toller Termin übrigens….). Im Februar ist dann der jährliche Spurenworkshop, auf dem wir die Ergebnisse besprechen und Neuigkeiten austauschen. D.h., dann weiß man schon, ob man es geschafft hat. Trotzdem geht nichts über die Freude, wenn man endlich diese für die Akkreditierung so wichtigen Urkunden in der Hand hat. 

Darauf Prost und Gruß an alle! 

Euer zufriedenes ForGen-Team! 

 

Alle Achtung, Rudi!

Heute haben wir wieder mal einen Hund für Euch. Und wenn man sich unsere Geschichten so ansieht, kommt es einem so vor, als wären alle Hunde etwas unglaublich Besonderes. Oder vielleicht haben wir einfach nur das Glück, diese Hunde mit Ihren Besitzern „anzuziehen“….?

Unser aktueller ForGen-Hund, Rudi, ist gleich doppelt auffallend: einmal seine Geschichte und einmal die genetische Untersuchung. Fangen wir mit seiner (Erfolgs)geschichte an:

Rudi kam bereits als kleiner Welpe in ein Tierheim in La Linea in Spanien, wo aufwuchs. Obwohl damals klein und süß wollte ihn niemand haben und er wurde bei jeder Gelegenheit übersehen. Es schien als würde er mit jedem vermittelten Zwingerkumpanen sich mehr und mehr von den Menschen abgrenzen und Rudi entwickelte massive Aggressionen. Die brachte er jedem Menschen entgegen, der sich seinem Zwinger näherte, was sich natürlich nicht sonderlich positiv auf mögliche Vermittlungen auswirkte.

Das Tierheim nahm ihn irgendwann sogar von der Vermittlungsliste; Rudi war zum unvermittelbaren, menschenfeindlichen Dauerbewohner im Tierheim geworden.

Im Januar sollte eine Hündin aus seinem Zwinger abgegeben werden und man wollte sie fotografieren. Zuerst hieß es dazu „Achtung Rudi!“ und so wagten sich Andrea Polley und ihre Kollegin von der SALVA-Hundehilfe mit einem Besen bewaffnet in den Zwinger Richtung Hündin. Der befürchtete Angriff des „aggressiven Hundes“  blieb aus; Rudi war völlig ruhig und suchte vorsichtig Kontakt. Und tatsächlich, er schien ganz verzweifelt körperliche Nähe und Wärme zu brauchen und er begann mit Andrea zu kuscheln. Dieser ging das für die Tiere sowieso schon riesige Herz noch etwas weiter auf und sie versprach sich und Rudi, ihn aus diesem Heim heraus zu holen.

Anfang April war es dann soweit und Rudi reiste nach Deutschland, wo er nach Brandenburg vermittelt wurde. Und wenn man sich dieses Foto ansieht, wie er mit seinem neuen Besitzer agiert, bzw. auf diesen reagiert…ohne Worte, oder? Rudi hat sein Zuhause gefunden.

Und was war das Besondere bei seiner Untersuchung? Wir bekamen Rudi „anonym“ und wussten überhaupt nichts über ihn. Als die Daten und das Ergebnis zur Kontrolle übergeben wurden (Vieraugen-Prinzip) musste erst einmal die Liste der in unserer Datenbank vorliegenden Hunde herausgekramt werden. Zum allerersten Mal hatten wir einen Majorero Canario, eine spanische, nicht FCI-anerkannte Hunderasse, dazu noch ein wenig Labrador und Deutschen Pinscher, aber bei fast 70 % Ähnlichkeit zu der spanischen Rasse ist alles andere beinahe egal….

Nun gut, Ergebnis ist Ergebnis und nach mehrfachen Kontrollen wagten wir, diese Daten herauszugeben und erhielten prompt ein Foto von Rudi, dem Spanier! Da knallten die Labor-Sektkorken! Alles Gute Rudi und vielen Dank an Andrea Polley für diesen tollen Auftrag und Ihren Einsatz für die Hunde.

Euer zufriedenes ForGen-Team

Das ist ForGen….

Letzte Woche kam ein schöner Artikel über uns heraus, den wir doch gerne teilen möchten. Herr Peter Noßek vom Harburger Blatt hat uns vor einiger Zeit besucht, um einen Bericht für die Hamburger Bürgengemeinschaft zu schreiben. In deren Jahresberichten sind immer wieder solche Zusammenfassungen der neuen und unterstützten Unternehmen zu finden.

Und dieses Mal gehörten wir dazu. Herr Noßek war unglaublich interessiert und hat von uns in wenigen Stunden eine komplette Zusammenfassung der forensischen Genetik, des allgemeinen Arbeitsalltages und vor allem unserer Grund-Idee, die uns auch zur Laborgründung bewegte, erhalten. Ganz schön viel Info war das und wir waren daher sehr gespannt, wie der Ärmste all das auf so wenig verfügbaren Platz unterbringt.

Und wir sind der Meinung, dass er das sehr gut hinbekommen und uns super getroffen hat. Auf jeden Fall bedanken wir uns sehr bei ihm und nehmen diesen großartigen Bericht, um uns über das Vergangene und Erreichte zu freuen und uns mit Begeisterung auf das Kommende zu stürzen. Daher auch ein großes Dankeschön an all die vielen Leute, die uns bisher auf so vielen Wegen und Arten unterstützt haben!

das ForGen-Team

Bürgengemeinschaft-05-2018