ForGen und Khaleesi Teil II: Die mitochondriale DNA

Nachdem wir neulich einmal einen Herdenschutzhund zum Testen untersucht haben, nämlich die sanfte Riesin, Khaleesi, haben wir natürlich zusätzlich zur STR-Analyse („Kern-DNA“) auch noch ihre mitochondriale DNA (mtDNA) untersucht. Und da können wir uns leider nicht zurückhalten, einmal kurz abzuschweifen. Haben wir doch tatsächlich einen Post gelesen, ob denn ForGen nicht das Labor sei, das peinlicherweise nicht einmal wisse, wie denn die mitochondriale DNA überhaupt vererbt würde und was der biologische Hintergrund dabei sei? Glücklicherweise gäbe es da ganz tolle Experten, die das ForGen-Unwissen erkennen und die wahre Wahrheit erklären konnten. Dazu wird ein Post zitiert, der sich auf ein „Ereignis“ im Bundestag bezieht und der lange schon vom Verfasser entschuldigt wurde….Damals wurde von uns nämlich kommuniziert, dass aufgrund des maternalen Erbganges der mitochondrialen DNA die Rüden ihre mtDNA nicht in eine Population einbringen; sie in einer Gruppe also beim Nachwuchs nicht nachweisbar sei. D.h., wenn z.B. ein Hund mit einer Wölfin Nachkommen zeugt, wird dies die mtDNA nicht verraten, alle Mischlinge bleiben in ihrer mtDNA Wolf. Oder wenn ein Wolf aus Russland in ein z.B. deutsches Rudel hineinkommt und es zu einer „multikulti Verpaarung“ kommt, würde dies über die mtDNA nicht nachweisbar sein und alle Nachkommen wären reine Deutsche. Uns vorzuwerfen, wir wüssten nichts von dem maternalen Erbgang ist beinahe lustig, wo doch alle Wissenschaftler bei ForGen ihre Doktorarbeiten entweder vollständig oder zumindest teilweise über mtDNA durchgeführt haben; seit langer Zeit in der Forensik tätig sind und hier diverse mtDNA-Gutachten für die Polizei durchführten, Lehrveranstaltungen für Studenten abgehalten haben und auch weiter halten und dabei allen Zuhörern im Rahmen der forensischen Genetik den maternalen Erbgang nahebringen. Und mehr als ein Jahrzehnt gab es durch uns in Kiel die Möglichkeit, Rechtsmedizin als Nebenfach zu studieren und im Rahmen dieses akkreditierten Studienganges konnten die Studenten den Kurs „Journal Club: Mitochondriale DNA“ belegen (dreimal raten, WER den gehalten hat…). Selbst die Kinder an der Kinder-Uni oder die „normalen Leute“ bei diversen Vorträgen („Nacht der Forschung“, Kieler Woche) wurden von uns korrekt unterrichtet. Von den ganzen wissenschaftlichen Veröffentlichungen über mitochondriale DNA einmal abgesehen.

Da fragen wir uns schon, woher solche Kritiken kommen? Glatte Bösartigkeit oder mangelndes Textverständnis? Oder einfach banales Nicht-Wahrhaben-Wollen? Einen Satz aus dem Zusammenhang reißen und darüber meckern? Oder aber diesen einen Satz nicht in Zusammenhang mit Vorherigen sehen können??? Man denke hier nur einmal an die kleinen Wolf-Labradormischlinge in Deutschland aus dem letzten Jahr, die trotz schwarzen Fells und möglicherweise dem einen oder anderen Schlappohr (Achtung: keinerlei Fakten über Schlappohren an dieser Stelle, nur die Vorstellung der Verfasserin, die Schlappohren mag!) die reine „wolfige“, mitochondriale DNA der Mutter besitzen. D.h., wenn nur die mtDNA untersucht wird, wird niemand auf die Natur des Vaters rückschließen können.

Aber auch ForGen lernt dazu. Z.B., dass beim Thema Wolf die Bösartigkeit immense, ungeahnte Ausmaße annehmen kann. Menschen beleidigen andere, es gibt mehr als rufschädigende Aussagen bis hin zu echten Drohungen. Ein Umgangston, den wir noch in keinem Gerichtssaal erlebt haben, wo es um Mehrfachmorde, Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch oder organisierte Einbruchsserien ging. Erstaunlich und traurig zugleich, soviel negative Energie könnte man doch viel besser nutzen, um konstruktive Ideen zu entwickeln….

Was soll es, das werden wir nicht ändern können und eigentlich ging es ja auch um die mitochondriale DNA von Khaleesi. Die Eingabe ihrer mitochondrialen Sequenz in die Datenbank ergab, passend zu unseren STR-Daten aus der ersten Analyse, nur Übereinstimmungen zu Hunden. Die in der Datenbank hinterlegten Tiere kommen dabei überwiegend aus dem ost-asiatischen Raum und dem Irak. Dies heißt nun nicht zwangsläufig, dass die Großmutter von Khaleesi Irakerin ist, sondern erst einmal nur, dass Hunde aus dieser Region, bestimmte mitochondriale DNA-Bereiche aufweisen, die auch Khaleesi besitzt. Vielleicht kommt der Ursprung unser tierischen Probandin in Form der Ur-ur-ur-ur … Großmutter tatsächlich aus dieser Ecke…..Danke kleine Riesin, Khaleesi!

Euer wieder zum Thema zurückgefundenes

ForGen-Team