ForGen kommt aus der Weihnachtspause: Prof. Volokh, Nicole und die Schakale…..

Kaum ist das neue Jahr so richtig losgegangen, geht es bei ForGen so richtig los! Hatten wir doch im letzten Sommer von Herrn Prof. Anatoliy Volokh freundlicherweise Proben von Schakalen bekommen und diese bereits zum größten Teil in unsere Datenbank mit aufgenommen, geht es nun mit dem Projekt ausführlich weiter. Unsere Studentin, Nicole (nicht zu verwechseln mit anderen Personen gleichen Namens) wird sich diesen Tieren in ihrer Praktikumsarbeit widmen. All unsere Methoden werden eingesetzt, überprüft, verglichen, eventuell optimiert, um dann die vollständigen Daten für weitere Abgleiche zur Verfügung zu haben. Dem Ganzen folgen einige Testläufe mit unbekannten bzw. „geheimen“ Proben und danach entkommt uns kein Schakal bzw. ähnlich gearteter Vierbeiner mehr. Und damit der Spaß nicht zu viel wird, muss unsere Praktikantin natürlich auch das normale Laborleben mitmachen: Akten sortieren, Formblätter ausfüllen, zig weitere Anweisungen, Empfehlungen und Gesetze lesen, hier unterschreiben, da kürzeln, dort Daten eintragen, da übertragen; all das, was so ein Qualitätsmanagement mit sich bringt. Aber, so wie es aussieht, haben wir mal wieder jemanden mit viel Interesse, Einsatz, Begeisterung (und Leidensfähigkeit) gefunden. Wir wünschen unserer neuen Praktikantin viel Spaß und Euch ein herrliches, neues Jahr!

Euer motiviertes

ForGen-Team

 

ForGen diskutiert: Wer wird unser neues Hundemodel?

Das war ja klar! Wir überlegen uns, dass wir für unseren neuen Werbeflyer für die Mischlingsuntersuchungen bei ForGen unbedingt ein tolles Foto von einem Mischlingshund brauchen und rufen zu einen Wettbewerb auf, um aus ein paar schicken Einsendungen „unseren“ Hund auszuwählen. Schnell noch einen Plan B. „Was machen wir, wenn keiner teilnimmt? Wer kennt Leute mit Mischlingshunden, die auf Abruf ein Foto einsenden könnten?“

Und dann werden wir nahezu überschwemmt von teilweise hochgradig künstlerisch wertvollen Bildern, lustigen Fotos, besten Schnappschüssen, tollen und auch rührenden Geschichten, witzigen Beiträgen und Fotos, Fotos, Fotos. Und jeder Hund ein eigener Charakter!

Dankeschön dafür! Wir haben uns wirklich sehr gefreut (und tun es immer noch). Wir jammern hier also gerade auf sehr hohem Niveau. Mit allergrößter Mühe konnten wir überhaupt einige Bilder zum Eingrenzen heraussuchen und wir waren uns oft überhaupt nicht einig bzw. konnten uns partout nicht entscheiden. Es geht ja nicht nur darum, den hübschesten oder lustigsten Hund auszuwählen; es müssen auch andere Kriterien erfüllt sein: Der Hund soll aussehen wie ein Mischling. Und zwar soll möglichst jeder erkennen, dass es sich um einen Mischling handelt. Natürlich ist das sehr schwierig, aber Hunde, die so edel aussehen, dass man zwangsläufig meint, an ihnen sei zwecks Perfektionierung 50 Jahre herumgezüchtet worden, fallen leider aus. Genauso war es bei Hunden, die absolut in unser „Beuteschema“ passten, bei denen aber das Foto leider nicht tauglich war. Manche Fotos waren so lustig, zeigten aber zu wenig vom Hund, waren zu unscharf oder nicht kontrastreich genug. Also mussten wir teilweise schweren Herzens aus „technischen Gründen“ manch einen Vierbeiner aussortieren. Bei einigen offensichtlichen Profifotos haben wir gezögert, weil wir Ärger mit dem „Künstler“ vermeiden wollen. Es war einfach schwierig und wir konnten uns jetzt mit unfassbar viel Mühe und schwersten Herzen auf eine Vorauswahl einigen. Diese sechs Hunde zeigen wir heute und werden uns in Kürze mit dem Endergebnis melden. Es guckt nun noch der Profi drauf, die Kollegen und dann werden wir unseren Hund 2019 ausgesucht haben. Aber bis dahin freuen wir uns auch auf Eure Rückmeldung zu den letzten sechs.

Euer heute ein bisschen erledigtes

ForGen-Team

ForGen stolz wie Oskar! Herzlichen Glückwunsch Frau Doktor!

Der 10.12.2018 ist ein neuer, ganz besonderer Tag für ForGen. Die Disputation von Elena Pinchuk! Noch zu Kieler Zeiten am Institut für Rechtsmedizin hat Elena ihre praktischen Arbeiten zu ihrem Promotionsthema „Die Beurteilung von Geschwisterwahrscheinlichkeiten in der rechtsmedizinischen Praxis“ durchgeführt. Idee, Betreuung, Konzept und Regie vom jetzigen ForGen-Team.

Elena hat an 354 zweieiigen Zwillingspaaren überprüft, wie sicher die Beurteilung der Vollgeschwisterschaft tatsächlich ist, welche prozentualen Werte maximal, minimal und durchschnittlich erreicht werden. Das Gleiche mit Halbgeschwistern und auch mit einer Gruppe völlig unverwandter Menschen. Wie viele Marker sind tatsächlich nötig (hier war es spannend zu sehen, dass mit 15 Merkmalen bereits sehr gute Ergebnisse zu erzielen waren und eine Erhöhung auf 17 oder 19 Marker keine wirkliche Verbesserung brachte.) Tatsächlich führte eine Erhöhung in manchen Fällen auch zu einer Verringerung der Gesamtwahrscheinlichkeit. Halbgeschwisterschaften zeigten sich erwartungsgemäß als sehr schwierig in der Beurteilung und auch bei unseren Unverwandten fanden sich ein paar, bisher allen völlig unbekannte, „neue Verwandten-Paare“. Zusammengefasst ergaben sich sehr gute Daten, die wir zusammen mit einer großen statistischen Simulation zur Überprüfung auch sehr sehr gut veröffentlichen konnten. Somit hat Elenas Arbeit zu neuen Hilfestellungen und Empfehlungen in der Abstammungsbegutachtung geführt.

Und dann hat „unsere“ Studentin auch noch einen supertollen Vortrag gehalten und ihre Arbeit vor der Prüfungskommission hervorragend präsentiert. Souverän und flüssig und gut recherchiert…ganz zu Recht gab es dafür eine 1 und zusammen mit der 1 aus der schriftlichen Arbeit ergab sich ein glänzendes „Magna cum laude“ für Elena. Jetzt ist sie endlich eine „richtige“ Frau Doktor und wir wünschen Ihr und ihrer noch recht frischen, kleinen Familie alles Gute für ihren weiteren privaten und beruflichen Lebensweg. Aber das wird alles garantiert perfekt laufen, da haben wir keinen Zweifel!

Euer unfassbar stolzes

ForGen-Team

ForGen sucht das Supermodel!

„Nein, lieber Strolchie, wir haben heute leider keinen Kauknochen für Dich. Aber Du weißt ja, nur EINER kann ForGens Supermodel werden! Nur EINER kann das pelzige Gesicht von ForGens neuer Kampagne werden und nur EINER kann einen Mischlingsgutschein gewinnen!“

Ganz so wird es bei uns nicht laufen!

Liebe Leute, wir suchen für unsere Flyer zur Mischlingsanalyse und Rassebestimmung beim Hund Euer tollstes Foto von Euren Mischlingshunden! Das kommt dann auf die neuen Flyer und Plakate 2019! Also schickt uns doch alles, was Ihr habt. Gerne dürfen natürlich auch die Hunde teilnehmen, die wir schon längst untersucht haben. Da sind auch einige heiße Kandidaten bei und wir könnten uns tatsächlich die meisten von ihnen als ForGen-Hund vorstellen.

Wir brauchen also ein Foto, das ins Auge springt, lustig ist, Aufmerksamkeit schafft, Neugierde weckt und hundesympathisch ist.

Wir freuen uns auf viele tolle Bilder hier auf der Seite; gerne auch mit kurzer Beschreibung. Und natürlich darf viel kommentiert und begutachtet werden. Der Gewinner bekommt eine kostenlose Mischlingsanalyse und falls er die schon hat, gibt es einen entsprechenden Gutschein für den Hundekumpel. Und natürlich dürft Ihr unseren Aufruf gerne teilen, damit mit wir möglichst viele tolle Fotos bekommen.

Also ran an die Rechner, ausgiebig strecken, Ohren einmal kurz zurecht schütteln und los geht es. Filu, Scout und Tini, Emma, Piko, Holly und alle anderen da draußen. ZEIGT EUCH!

Euer gespanntes

ForGen-Team

ForGen und die Polizei Teil 2: Spurenkunde

Heute war ein guter Tag!

Im Rahmen der Übungseinheiten beim Unterricht der Polizeischüler bzw. -studenten in Berlin hatten wir „da einmal etwas vorbereitet“. Zuerst bekamen die angehenden Polizisten einen sehr sehr spannenden Fall erzählt, bei dem ein Mord beinahe unentdeckt geblieben ist. Hier war Mitdenken angesagt und die Teilnehmer konnten viel Wissen aus den vorherigen Kursen einbringen. Von wo kam das Blut/wie war die Spritzrichtung? Was gab es für weitere Hinweise, was wurde damals übersehen bzw. fehlinterpretiert? Auf was hätten die verschiedenen Beteiligten achten können und wie ist der Mord schlussendlich tatsächlich abgelaufen? Kann die Version vom Tatverdächtigen so stimmen? Es wurde viel diskutiert und gefragt und ermittelt und herausgefunden. Da Blutspuren eine große Rolle in diesem Fall spielten, gab es zum Abschluss (Täter bekam lebenslänglich) einige Spurenträger zum Selber-Untersuchen. Wie im echten Fall musste erst einmal überprüft werden, WAS alles so an diesen Spurenträgern zu finden war. Beschädigungen der Strukturen (Risse, Stiche), blutverdächtige Antragungen oder gar andere Körperflüssigkeiten? Einige Haare wurden auch gefunden und die fachmännische Asservierung besprochen. Im nächsten Schritt stellte sich dann die Frage, ob die rötlichen oder bräunlichen Antragungen überhaupt Blut sein könnten. Auf Anhieb und ohne jeglichen Vortest erkannt haben die Studenten hier die Schokoladenflecken, die wir liebevoll anfertigt hatten in der Hoffnung, sie ein wenig herauszufordern….

Die weitaus verdächtigeren Verfärbungen und Antragungen wurden dann mit Vortests überprüft, die auf das Vorhandensein von Blut hindeuten. Die hier positiven Fälle gingen in die nächste Fragestellung: Human oder nicht-human? Das wurde mit entsprechenden humanspezifischen Testverfahren analysiert, die als sicherer Beweis für das Vorliegen von menschlichem Blut gelten. Diese ganze Aktion dann auch noch mit einer einfach unglaublich interessierten und aufmerksamen Gruppe. Da weiß man, woher die Umschreibung „ein Loch in den Bauch fragen“ kommt! Viel Spaß hat das gemacht und diese Art der Lehre mit solch motivierten Studenten gehört definitiv zu einen der (vielen) tollen Aspekte der beruflichen Tätigkeit eines wissenschaftlich und akademisch tätigen Forensikers.

Ein großes Dankeschön an die Teilnehmer und auch an die netten Mitarbeiter bei der ATG Kriminaltechnik in Berlin, die großzügig die Untersuchungen für dieses Semester zum Teil gesponsort haben.

Euer hochzufriedenes ForGen Team

Schon wieder Weihnachten?!?

Kaum ist die Badehose getrocknet und der Sommerurlaub aufgearbeitet, ist das Jahr schon fast wieder vorbei und wir haben tatsächlich bald Weihnachten!!!

Panik, Stress, zu wenig Zeit, Plätzchen backen, Knusperhaus dekorieren, Dekorieren? Adventsgesteck besorgen, passende Kerzen finden, Weihnachtskarten schreiben, Adressen dazu finden…..GESCHENKE???

Da haben wir bei ForGen doch immerhin etwas!!! Wie wäre es mit einer Mischlingsanalyse beim Hund? Wer also jemanden kennt, der einen Mischling hat und gerne wüsste, was in ihm steckt, darf sich gerne bei uns melden und wir verschicken umgehend ein Entnahmeset per Post oder aber einen Gutschein per Email!

Und das Ganze für weihnachtliche 70 Euro glatt statt der üblichen 76,12 Euro. (Ab Januar wird es übrigens leider teurer).

Wir freuen uns auf nette Aufträge! Und wer uns kennt, weiß ja auch, dass wir gerne anschließend eine kleine Geschichte veröffentlichen!

In diesem Sinne, Euer weihnachtlich gestimmtes

ForGen-Team

ForGen und Khaleesi Teil II: Die mitochondriale DNA

Nachdem wir neulich einmal einen Herdenschutzhund zum Testen untersucht haben, nämlich die sanfte Riesin, Khaleesi, haben wir natürlich zusätzlich zur STR-Analyse („Kern-DNA“) auch noch ihre mitochondriale DNA (mtDNA) untersucht. Und da können wir uns leider nicht zurückhalten, einmal kurz abzuschweifen. Haben wir doch tatsächlich einen Post gelesen, ob denn ForGen nicht das Labor sei, das peinlicherweise nicht einmal wisse, wie denn die mitochondriale DNA überhaupt vererbt würde und was der biologische Hintergrund dabei sei? Glücklicherweise gäbe es da ganz tolle Experten, die das ForGen-Unwissen erkennen und die wahre Wahrheit erklären konnten. Dazu wird ein Post zitiert, der sich auf ein „Ereignis“ im Bundestag bezieht und der lange schon vom Verfasser entschuldigt wurde….Damals wurde von uns nämlich kommuniziert, dass aufgrund des maternalen Erbganges der mitochondrialen DNA die Rüden ihre mtDNA nicht in eine Population einbringen; sie in einer Gruppe also beim Nachwuchs nicht nachweisbar sei. D.h., wenn z.B. ein Hund mit einer Wölfin Nachkommen zeugt, wird dies die mtDNA nicht verraten, alle Mischlinge bleiben in ihrer mtDNA Wolf. Oder wenn ein Wolf aus Russland in ein z.B. deutsches Rudel hineinkommt und es zu einer „multikulti Verpaarung“ kommt, würde dies über die mtDNA nicht nachweisbar sein und alle Nachkommen wären reine Deutsche. Uns vorzuwerfen, wir wüssten nichts von dem maternalen Erbgang ist beinahe lustig, wo doch alle Wissenschaftler bei ForGen ihre Doktorarbeiten entweder vollständig oder zumindest teilweise über mtDNA durchgeführt haben; seit langer Zeit in der Forensik tätig sind und hier diverse mtDNA-Gutachten für die Polizei durchführten, Lehrveranstaltungen für Studenten abgehalten haben und auch weiter halten und dabei allen Zuhörern im Rahmen der forensischen Genetik den maternalen Erbgang nahebringen. Und mehr als ein Jahrzehnt gab es durch uns in Kiel die Möglichkeit, Rechtsmedizin als Nebenfach zu studieren und im Rahmen dieses akkreditierten Studienganges konnten die Studenten den Kurs „Journal Club: Mitochondriale DNA“ belegen (dreimal raten, WER den gehalten hat…). Selbst die Kinder an der Kinder-Uni oder die „normalen Leute“ bei diversen Vorträgen („Nacht der Forschung“, Kieler Woche) wurden von uns korrekt unterrichtet. Von den ganzen wissenschaftlichen Veröffentlichungen über mitochondriale DNA einmal abgesehen.

Da fragen wir uns schon, woher solche Kritiken kommen? Glatte Bösartigkeit oder mangelndes Textverständnis? Oder einfach banales Nicht-Wahrhaben-Wollen? Einen Satz aus dem Zusammenhang reißen und darüber meckern? Oder aber diesen einen Satz nicht in Zusammenhang mit Vorherigen sehen können??? Man denke hier nur einmal an die kleinen Wolf-Labradormischlinge in Deutschland aus dem letzten Jahr, die trotz schwarzen Fells und möglicherweise dem einen oder anderen Schlappohr (Achtung: keinerlei Fakten über Schlappohren an dieser Stelle, nur die Vorstellung der Verfasserin, die Schlappohren mag!) die reine „wolfige“, mitochondriale DNA der Mutter besitzen. D.h., wenn nur die mtDNA untersucht wird, wird niemand auf die Natur des Vaters rückschließen können.

Aber auch ForGen lernt dazu. Z.B., dass beim Thema Wolf die Bösartigkeit immense, ungeahnte Ausmaße annehmen kann. Menschen beleidigen andere, es gibt mehr als rufschädigende Aussagen bis hin zu echten Drohungen. Ein Umgangston, den wir noch in keinem Gerichtssaal erlebt haben, wo es um Mehrfachmorde, Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch oder organisierte Einbruchsserien ging. Erstaunlich und traurig zugleich, soviel negative Energie könnte man doch viel besser nutzen, um konstruktive Ideen zu entwickeln….

Was soll es, das werden wir nicht ändern können und eigentlich ging es ja auch um die mitochondriale DNA von Khaleesi. Die Eingabe ihrer mitochondrialen Sequenz in die Datenbank ergab, passend zu unseren STR-Daten aus der ersten Analyse, nur Übereinstimmungen zu Hunden. Die in der Datenbank hinterlegten Tiere kommen dabei überwiegend aus dem ost-asiatischen Raum und dem Irak. Dies heißt nun nicht zwangsläufig, dass die Großmutter von Khaleesi Irakerin ist, sondern erst einmal nur, dass Hunde aus dieser Region, bestimmte mitochondriale DNA-Bereiche aufweisen, die auch Khaleesi besitzt. Vielleicht kommt der Ursprung unser tierischen Probandin in Form der Ur-ur-ur-ur … Großmutter tatsächlich aus dieser Ecke…..Danke kleine Riesin, Khaleesi!

Euer wieder zum Thema zurückgefundenes

ForGen-Team

 

ForGen ist im Kieler Landtag… und staunt.

Natürlich ging es wieder einmal um den Wolf. Man könnte meinen, wir machen den ganzen Tag nichts anderes und dann verbringen wir auch noch unsere Freizeit mit diesem Thema.

Am Mittwochabend hatte die FDP in den Kieler Landtag geladen „Wolf neu denken. Von Wolfsgebieten lernen“. Das hörte sich doch eigentlich ganz spannend an und wir dachten uns, möglicherweise könnten wir dort einige, für uns interessante Dinge erfahren oder zumindest beleuchten. Dass vor allem die Nutztierhalter sehr unter den Wölfen leiden, nach und nach auch private Tierbesitzer Probleme bekommen und viele sich einfach unwohl fühlen ob der Tatsache, dass die Vierbeiner durch ihre Dörfer, über Ihre Höfe oder in ihre Gärten laufen, ist bekannt und natürlich ging es in Kiel um diese Themen. Wir aber hatten uns noch mehr erhofft. Wie z.B. kann es sein, dass ein Tier (ein Schaf oder gar ein Rind) gerissen wird und sobald es das offizielle Ergebnis „Hund“ gibt, sich niemand mehr dafür interessiert? Entschädigung gibt es unter diversen Umständen bei einem Wolfsriss. War der Übeltäter aber ein Hund, ist das höhere Gewalt (?) und es gibt kein Geld. Nahezu viel drängender ist die Frage: Wieso interessiert es denn niemanden, dass scheinbar lauter wilde Hundemeuten durch Deutschland ziehen und ihr Nahrungsspektrum von der Dose auf Nutztiere umgestellt haben? Sollte das kein öffentliches Interesse sein? Oder wieso wird nicht versucht, herauszufinden, ob Nachbars Schäferhund die Lämmchen, Rinder etc. nebenan frisst? Wäre dann nicht der Nachbar haftbar? Und wer darf bzw. sollte hier die nötigen Untersuchungen durchführen dürfen? Fragen über Fragen, aber kehren wir doch einmal zurück zur Veranstaltung. Erster Redner war Gregor Beyer, Geschäftsführer des Forums Natur Brandenburg, der einen Einblick in die Wolfsgeschichte seines Bundeslandes präsentierte. So zeigte er u.a. die aktuelle Rissstatistik, die (und das wissen wir) nicht alle toten Tiere zeigte, sondern nur die anerkannten. Gerissene Hunde z.B. gibt es demnach keine in Brandenburg. Herr Beyer nannte das Wolfsmanagement eines der größten Probleme und sprach sich für das Durchführen von Schutzjagden aus. Mehrfach versicherte er, dass es hier nicht um die Ausrottung des Wolfes ginge. Vielmehr um Übersicht und Kontrolle und den Schutz des Menschen und seiner Tiere. Ganz klar sagte er, dass es in Deutschland Bereiche gäbe, wo zwischen Wolf und Mensch keine problemlose Ko-Existenz möglich sei. Wolfsproblemareale nannte er diese.

Nach Ihm erhielt der Wildtierbeauftragte Sachsens, Friedrich Noltenius, das Wort. Sehr klar und deutlich berichtete er über die Entwicklung in Sachsen und kam zu dem klaren Schluss, dass der Wolf sich nicht weiter ungehindert ausbreiten dürfe. Gerade in Sachsen gäbe es mittlerweile mehr als genügend Tiere und „die Wanne sei voll“. Auch kritisierte Herr Noltenius die vielen nachgewiesenen Hunderisse und stellte diesen offiziellen Analyseergebnisse den gesunden Menschenverstand und Logik gegenüber. Was für Hunde seien das auf einmal? Wieso in letzter Zeit so viele dieser Tiere? Woher kommen sie und wo leben sie? Fragen, die sich auch ForGen stellt, wobei wir zusehen, dieses Thema so objektiv wie möglich zu sehen. Daher würde uns es schon interessieren, welcher Hund so marodierend über die Weiden läuft oder zumindest welcher Rasse er angehört. Abschließend erklärte er, dass das Wolfsmanagement in Sachsen nicht funktioniere und der Ansatz mit den wolfssicheren Zäunen ebenfalls nicht. Das ist dann gleich das richtige Stichwort für den Umweltminister, Herrn Albrecht, der sich trotz eines engen Terminkalenders bereit erklärt hatte, an der anschließenden Podiumsdiskussion teilzunehmen. Herr Albrecht erklärte nämlich, dass 1 m hohe Zäune wissenschaftlich erwiesen einen sicheren Schutz für die Herden gegen den Wolf (oder Hund) darstellen würden. Demjenigen, der daraufhin sagte, diese Zäune seien nicht sicher und würden überwunden werden, entgegnete er „man sei da wohl unterschiedlicher Meinung“. Das ist doch jetzt spannend und wir werden aus rein wissenschaftlichem Interesse versuchen, diese Studie/Studien zu erhalten und gucken dann nach, WIE das wissenschaftlich bewiesen wurde. In der Wissenschaft ist das experimentelle Design mit das Wichtigste bei einer Studie und wer hier Fehler macht, kann schnell das falsche Resultat erhalten. Hat man eine Gruppe Wölfe genommen und Sie zum Springen animiert? Wenn ja, wie viele und aus welcher Population bzw. aus welchem Rudel? Möglicherweise können Wölfe aus Osteuropa besser springen als solche aus dem Süden? Falls sie alle aus einem Rudel stammten, war es möglicherweise einfach eine unsportliche Sippe? Und wie alt waren die Versuchswölfe? Springen junge Wölfe höher als alte Tiere oder ist das etwas, was man lernen kann und die Jungen müssen erst noch üben? Also braucht es eine altersgemittelte Untersuchungsgruppe. Und war es eine geschlechtsgemischte Gruppe? Hier ist wichtig, dass männliche UND weibliche Tiere untersucht wurden, um der möglicherweise unterschiedlichen Leistung der Geschlechter gerecht zu werden. Und wie hat man die Tiere motiviert? Eingesperrt und hungern lassen und dann Lämmchen auf die andere Seite des 1 m hohen Zaunes platziert? ODER aber es gibt Untersuchungen, die da zeigen, dass der Wolf an sich gar nicht in der Lage ist, so hoch zu springen, weil seine Anatomie das gar nicht hergibt. Zu wenig Muskulatur, unpassend ausgebildete Gelenke…dann bräuchte es natürlich keine Studie und das Interessante hier wäre nur noch, wie der Mensch es geschafft hat, aus einem springunfähigen Tier so sprungbegabte Hunde zu züchten….Das aber hat dann nichts mehr mit dem Wolfproblem zu tun. Möglicherweise könnte dies dann ins Wolfsmonitoring mit aufgenommen werden. Sobald ein Riss in einem mit einem Zaun geschützten Gebiet geschieht, kann es kein Wolf gewesen sein, da dieser sicher nicht hinüberkommt….nun ja, es war ein interessanter Abend.

Wir werden sehen und melden uns zu diesem Thema, sobald wir die Studie vorliegen haben.

Euer heute etwas rätselndes
ForGen-Team

ForGen testet sich und Khaleesi hilft…

Immer wieder werden wir gefragt, ob wir denn auch ALLE Hunderassen mit unserer Analyse herausfinden können. Nein, können wir nicht! Wir können nur die, die in unserer Datenbank im Rahmen von Referenzdaten eingespeist sind. Wir haben damals viel darüber nachgedacht, welche Rassen wir aufnehmen und mittlerweile sind etwas über 160 verschiedene Rassen von uns untersucht bzw. herausgesucht. Anerkannt sind über 300, aber hier gibt es viele Rassen, bei denen wir uns sehr sicher sind, dass man sie auf genetischem Wege nicht unterscheiden kann. Zusätzlich haben wir aus pragmatischen Gründen auf viele Rassen verzichtet. Warum eine Rasse für viel Geld analysieren, die in Deutschland eigentlich niemand besitzt?

Bisher kamen wir sehr gut zurecht, sehen aber in der letzten Zeit durchaus einige Rassen für uns relevant werden, die wir bisher tatsächlich nicht oder nicht in ausreichend hoher Anzahl in unserer Datenbank hatten. Der Sarplaninac gehört dazu. Im Rahmen der Herdenschutzmaßnahmen legen sich immer mehr betroffene Tierhalter solche Hunde als Herdenschutzhunde (HSH) zu.

Was nun, wenn ForGen einen Riss untersucht und der betroffene Schäfer einen Sarplaninac als HSH besitzt, dessen DNA möglicherweise am getöteten Tier vorliegt? Dabei heißt dies natürlich nicht, dass der Hund auch das Schaf gerissen hat. Viel eher sollte verständlich sein, dass ein HSH durchaus seine DNA auf die Tiere, die er bewacht, übertragen kann. Der ständige Kontakt zwischen den Tieren, mal Kuscheln hier, mal schnuppern da und schon trägt das Lämmchen die DNA des Hundes in seinem Fell. Der Rechtsmediziner würde bei einem solchen Nachweis daher immer die Frage stellen, ob denn die Hunde-DNA tatsächlich eine „tatrelevante Spur“ darstellt oder aber sie durch eine normale Spurenübertragung an das Tier gekommen ist…aber jetzt schweifen wir ab.

Es geht ja um die Frage, ob wir, weil wir nicht genügend Vertreter dieser Rasse haben, ein Fehlgutachten fabrizieren. Und vielleicht ist der Sarplaninac dem Wolf sehr ähnlich…möglicherweise könnte das Ergebnisse erklären, in denen unsere Analyse viel genetische Ähnlichkeit zum Hund und gleichzeitig viel Ähnlichkeit zum Wolf ergeben hat. Möglicherweise würden so falsch-positive Hinweise auf einen Wolf oder Ähnliches entstehen?

Den Hundebesitzern erklären wir immer, dass unsere Analyse die nächst-ähnlichen Rassen ergibt, wenn die tatsächlich gesuchte nicht in unserer Datenbank vorliegt. Das haben wir im Vorfeld ausgiebig getestet. Aber wie war es denn nun bei Wolf und unbekannter HSH Rasse? Leicht mulmig war uns schon; diese tiefsitzende Befürchtung, etwas falsch zu machen oder übersehen zu haben. Das kennen wir nur zu gut und leiden häufig darunter. Nur wer, sich Sorgen macht und ständig seine Methoden und Arbeit überprüft, kann wirklich gute Ergebnisse abliefern. Man muss immer offen sein für mögliche Fehlerquellen. Das ist etwas an die Nerven gehend, aber so muss es nun einmal sein. Sonst würde man sich ja auch nicht weiter entwickeln.

Nun gut, der Anfang war noch sehr nett und angenehm. Das Kennenlernen von Khaleesi machte Spaß und war eine nette Abwechslung vom Alltag. Und ehrlich: kaum eine Chance zu sagen, wer bezaubernder war: Die große, eindrucksvolle Hündin mit ihrem ausgeglichenen Wesen und ihrer Engelsgeduld beim Probennehmen oder Gudrun Derlin, die nicht einfach zu ForGen kam, sondern dort erschien! Eine Präsenz, wie sie nur wenige Menschen haben und dabei freundlich, offen und humorvoll.

Nun gut, was passiert, wenn wir die DNA eines Sarplaninac haben? Unser Computer spuckt als erstes die Gruppe Molosser aus und hier dann den Owtscharka. Weitere Ähnlichkeit zum Bernhardiner und Schäferhund und tatsächlich nur 15 % Ähnlichkeit zum wolfstypischen Muster, weit unterhalb unseres „Grenzwertes“. Puh, sind wir begeistert! D.h. also, dass wir bei einer Rissanalyse nicht fälschlicherweise auf einen Wolf hingewiesen hätten und auch der Polizei hätten wir keinen falschen Hinweis gegeben, wenn Sie uns ein Hundehaar gebracht hätte, welches sie auf der Jacke eines Mordopfers gefunden hat. Wir hätten ihnen gesagt, dass es möglicherweise ein Mischling ist, auf jeden Fall ein großer Hund und am ehesten ein Molosser wie der Owtscharka oder eine nicht in unserer Datenbank befindlichen Rasse wohl aus der Gruppe der Molosser….

Alles gut und ForGen verabschiedet sich ins Wochenende. Vielen Dank, große, kleine Khaleesi!

 

Euer entspanntes

ForGen-Team

Schon wieder der Wolf – ForGen ist in Bad-Blankenburg

Manchmal kommt man kaum zu Ruhe. Die Woche begann mit dem Wolf in Steinburg und endete mit dem Wolf in Thüringen….die 27. Internationale Naturschutztagung „Zoologischer und botanischer Artenschutz in Mitteleuropa“ fand dort statt. Auf Einladung des unglaublich netten Herrn Görner durften wir einen Vortrag halten, der von unseren Analysen und den Möglichkeiten zum Nachweis tierischer DNA-Spuren handelte. Was ist das Besondere an unserem Konzept, was ist möglich, was eher nicht zu empfehlen etc. Im Rahmen unserer forensischen Spezialisierung auf die Analyse tierischer Spuren untersuchen wir ja nicht nur Proben von Hunden und anderen Caniden sondern können auch DNA von Katzen (bzw. deren Familie allgemein), von Pferden, Kaninchen oder auch Bären nachweisen und diese zuordnen bzw. individualisieren. Nicht einmal Schlangen oder Fledermäuse würden uns sonderlich herausfordern, wenn diese ein Abstammungs- oder Zuordnungsproblem hätten…..Alles anfangs natürlich für einen typischen forensischen Einsatz gedacht (der Hundebiss, das Katzenhaar am Pullover des Opfers, das gar keine Katzen hat bzw. hatte, das Pferdeblut an der Jacke des mutmaßlichen Pferderippers), hat sich der das Anwendungsspektrum mittlerweile weiter entwickelt und vergrößert. Spannend das Ganze und wir freuen uns über die vielen Möglichkeiten und die vielen Kontakte, die sich für uns ergeben.

In diesem Sinne, euer zufriedenes, aber etwas erschöpftes

ForGen-Team