ForGen und die Frage nach der Tat-relevanten Spur!

Gerade kam die gezeigte Email in unser Labor geflattert. Was sind wir stolz und freuen uns unfassbar!! Unser Grinsen ist so breit, dass wir morgen bestimmt Muskelkater haben uns uns manch einer heute Nachmittag beim Einkaufen für grenzdebil oder betrunken halten wird.
Aber um was ging es?
In einem gut sortierten Musikgeschäft war eingebrochen worden und insgesamt fast 50 Musikinstrumente im Wert von über 150.000 Euro waren verschwunden. Jemand hatte die Eingangstür aufgebrochen, die Registrierkasse geöffnet, die dort befindlichen 82,50 Euro entnommen und die genannten Instrumente aus dem Laden geschafft. Die Polizei wurde informiert und begutachtete den Tatort. Im Rahmen dessen fertigten sie drei DNA-Abriebe an; einen davon von der Lade der Registrierkasse. Und von diesem ergab sich ein vollständiges genetisches Profil eines Mannes. Man ermittelte hier und dort und fand schließlich einen Mann mit genau demselben Merkmalsmuster. Die Statistik ergab, dass nur einer von 2,3 Quadrillionen Menschen diese Merkmalskombination besitzt. (Eine Quadrillion ist eine 1 mit 24 Nullen!).
Damit war die Sache für die Staatsanwaltschaft klar und ein Haftbefehl wurde erlassen für einen 84-jährigen (!) Musiker, der regelmäßig Kunde in diesem Geschäft gewesen ist. Dieser sei eindeutig als Täter festgestellt und es gäbe absolut keine andere Möglichkeit, als dass diese DNA-Spur von ihm stammte und auch von ihm beim Öffnen der Kasse dort aus Versehen platziert worden ist.
Der ältere Herr fiel aus allen Wolken und leugnete vehement die Vorwürfe, aber die Anklage blieb hart und brachte zusätzlich seine kleine Rente ins Spiel. Mit so wenig Geld könne er gar nicht zurechtkommen, so dass der Diebstahl der Musikinstrumente eine logische Konsequenz aus seinen nicht-rosigen Verhältnissen sei. Sogar der Anwalt, den er sich sofort nahm, glaubte ihm nicht wirklich bzw. konnte der Aussagekraft dieser DNA-Spur mit ihren 2,3 Quadrillionen nichts entgegensetzen. Er riet seinem Mandanten, den Einbruch weiterhin zu leugnen, aber zu gestehen, dass er zufällig die geöffnete Tür des Geschäftes gesehen habe, in selbiges hineinging und dann, wo er schon einmal unbeobachtet drinnen war, das Geld aus der Kasse gestohlen habe. Damit sei die Anwesenheit seiner DNA an der Kasse erklärt und ihn würde keine allzu große Strafe erwarten. Auf jeden Fall gäbe es keine andere Möglichkeit; die DNA lügt nie.
Glücklicherweise ließ er sich nicht darauf ein, wechselte den Anwalt und beriet sich mit seiner Frau und vielen guten Freunden. Man kam auf die Idee, dass die DNA-Spur möglicherweise durch eine DNA-Verschleppung zu erklären sein könnte. Der Mann war seit Jahren Kunde in dem Geschäft, hatte viel Zeit dort verbracht, viele Dinge gekauft und immer wieder Instrumente ausprobiert. Beim Austesten von z.B. Posaunen werden im Anschluss die gebrauchten Mundstücke auf den Tresen abgelegt und mit einem Lappen abgewischt. Beim Spielen können massive Speichelspuren entstehen; eigentliche würde schon ein ordentliches Niesen ausreichen, um einige ordentliche DNA-Spuren auf dem Tresen zu platzieren. Diese können problemlos weitergetragen und z.B. von dem Besitzer oder einem Angestellten von dort an die Kasse übertragen werden.
Das Ehepaar beantragte ein Gutachten bei uns mit der Frage, ob und wenn ja, wie die DNA von dem Mann an die Kasse hätte kommen können. Also erstellten wir eine Zusammenfassung der neuesten Studien zum Thema DNA-Kontamination und -Transfer und setzten diese Möglichkeiten in direkten Bezug zu dem vorliegenden Fall; erläuterten, wie, wo und warum DNA weitergetragen werden kann, recherchierten zum Gebrauch von verschiedenen Musikinstrumenten und kamen zu dem Ergebnis, dass die Schlussfolgerung der Staatsanwaltschaft – „die Spur zeigt eindeutig, dass Herr XY der Täter ist“ – absolut nicht korrekt ist. 14 Seiten Text, Fotos von Instrumenten, Erläuterungen und Schemata und insgesamt ganz schön viel Arbeit reichten aus für diese tolle Nachricht. Freispruch!
Und selbst jetzt beim Schreiben wird das Grinsen noch ein bisschen breiter! Wir freuen uns so sehr für das Ehepaar, beglückwünschen sie zu ihrem Durchhaltevermögen und wünschen Ihnen nach so viel Aufregung eine wunderschöne ruhige und friedliche Erholungszeit.
Und uns zeigt dieser Fall genau das, was wir immer wieder sagen: nur eine Spur, ein Nachweis allein reicht nicht, man muss die Umstände kennen und vorsichtig beim Interpretieren von „DNA-Beweisen“ sein.
In diesem Sinne, wir gehen jetzt einen Sekt trinken.
Euer zutiefst begeistertes ForGen-Team

Fast vergessen: ForGen kommt ins Fernsehen!

Bei all dem Stress in den letzten Tagen hätten wir das beinahe vergessen. Da war doch neulich ein ganz wunderbares Kamerateam vom Bayrischen Rundfunk bei uns mit einer unglaublich netten und interessierten Journalistin. Auch einen äußerst hübschen, sehr wolfsähnlichen Hund mitsamt hochgradig engagierter Besitzerin hatten sie bei sich. Die Hündin kam aus völlig ungeklärten Verhältnissen nach Deutschland und es gibt keinerlei Hinweise oder gar Daten, was denn wohl in ihr steckt. Nur das Aussehen und das Verhalten lassen einige Mutmaßungen zu. Und wir durften sie genetisch untersuchen! Ein wunderschönes, ehr gelassenes und filmreifes Tier, das ein tolles und passendes Zuhause gefunden hat (https://www.camchatca.de/warum-wolfshund.html).

Damit war Narnia also ein „Feldversuch auf vier Beinen“ mit äußerst interessanten und spannenden Ergebnissen.

Spannend war es daher also und unsere lieben Kollegen von der Hämtopathologie staunten nicht schlecht, weil wir mal wieder den normalen Alltag durcheinander würfelten. Aber sie haben geduldig ertragen, dass man jetzt gerade nicht mit Papier rascheln, telefonieren oder gar durchs Bild laufen durfte. Ein Dankeschön daher an die geduldigen Kollegen.

Und natürlich ein großes Dankeschön an das Filmteam. Wir sind sehr gespannt, WAS alles WIE am 7.3.2019 zu sehen sein wird. Um Wolfshunde bzw. Wolfsmischlinge wird es gehen und die verantwortliche Journalistin hat sich dafür sehr ausführlich informiert, ist quer durch Europa gereist, hat wahnsinnig viel recherchiert (und gefragt, puh, war anstrengend) und war auch bei dem großen Labor, welches das offizielle Wolfsmonitoring in Deutschland betreibt zu Gast.

Man weiß ja nie im Vorfeld, WAS tatsächlich am Ende im Fernsehen herauskommt und WIE die eigenen Bemerkungen und Erklärungen zusammengeschnitten wurden. Wir sind also gespannt und hoffen das Beste; schließlich haben wir unser Bestes gegeben!

Wer Zeit hat, darf also gerne reinschauen. Viel Spaß!

Euer beinahe wieder erholtes

ForGen-Team

ForGen hat den nächsten Ringversuch in der Tasche – wie die Zeit vergeht…

Privat merkt man, dass man älter wird, wenn einen das Gefühl überkommt, gerade die letzte Windel feierlich im Mülleimer versenkt zu haben, der Nachwuchs aber auf einmal die Schule abschließt. Oder dieser Moment mitten in der unfassbar langen, unproduktiven und so anstrengenden Diskussion mit Teenagern, wo man sich wehmütig daran erinnert, WIE stolz man auf die ersten Worte des Nachwuchses war und wie sehr man sich freute, dass sie anfingen in ganzen Sätzen zu reden….

Hier bei ForGen merken wir es u.a. daran, dass auf einmal wieder eine Urkunde ins Haus flattert. Die Ergebnisse des zweiten Abstammungsringversuchs 2018 sind eingetroffen. Wieder ging es darum, aus Blutproben vollständige Profile zu erstellen und eine vorgegebene Abstammungsproblematik zu lösen. Und wieder haben wir das ordentlich und richtig hinbekommen. Die Ergebnisse aller Labore werden wir uns dann wie immer im Sommer auf dem jährlichen Fachkongress anhören, zusammen mit einigen hoffentlich spannenden Vorträgen der Kollegen.

Jetzt aber Urkunden ordentlich wegheften, im Formblatt xy eintragen, dass wir alles richtig haben, die richtigen Ergebnisse während des wöchentlichen Labortreffens auf einem weiteren Formblatt darstellen, alles mit den Kollegen besprechen und auf einem dritten Formblatt für die jährliche Abschlussbesprechung eintragen, dass diesbezüglich kein Handlungsbedarf besteht. Noch ein Grund, weshalb man sich freut, dass alles richtig war. Sonst gäbe es weitere Formblätter…

In diesem Sinne, ein völlig ungeregeltes: „Euch allen eine schöne Woche“

 

Euer zufriedenes ForGen-Team

 

ForGen (beinahe) sprachlos: Wildtierforscher und Forensiker?

Zum Interview „Hund, Katze, Lama? Der Wolf war`s. Das vermuten viele Nutztierhalter, wenn sie tote Schafe auf ihren Weiden finden. Der Biologe Carsten Nowak erklärt, warum der Nachweis schwerer ist, als Laien glauben.“

 

In dem genannten Bericht wird Dr. Carsten Nowak, der Koordinator des nationalen Referenzzentrums für genetische Analysen großer Beutegreifer, interviewt. Dieser arbeitet seit Jahren im Bereich der Wildtiergenetik und untersucht Proben aus Feld und Flur, die dem Monitoring wildlebender Tiere dienen.

Hier wird er nun zu einem Fall befragt, der sicherlich nicht in das Aufgaben- und Kompetenzspektrum dieses Labors fällt, aber in diesem tatsächlich bearbeitet wurde. Forensische Untersuchungen werden in Deutschland von speziellen Laboren durchgeführt, die zahlreiche Bedingungen und Qualitätskriterien erfüllen müssen und wo entsprechend geschulte Mitarbeiter tätig sind, die eine aufwändige forensische Ausbildung detailliert nachweisen müssen, um überhaupt forensische Proben gerichtsfest und mit lückenloser Beweiskette untersuchen zu dürfen.

Dem Spiegel fällt nicht auf, dass hier ein großes Wildtiergenetiklabor, das weder über die nötige Organisation, noch die Logistik oder die angesprochene Ausbildung verfügt, Untersuchungen durchführt, die so überhaupt nicht in ihren Kompetenzbereich fallen? Zitat Herr Dr. Nowak: „Wir sind hier recht seltsame Proben gewohnt, aber ein Pullover und ein Hammer waren für uns als Wildtierforscher neu.“ Und niemandem fällt auf, warum das so ist?

Dabei geht es speziell um einen Fall, in dem ein Mensch angibt, von einem großen Tier, möglicherweise einem Wolf, angegriffen worden zu sein. Hinter diesem Fall steckt große Bedeutung und Brisanz. War es tatsächlich ein Wolf? Dann wäre es der erste, gesicherte Fall eines Wolfsangriffes auf einen Menschen in Deutschland. Dies würde mit Sicherheit die Forderung nach sofortiger Entnahme dieses Wolfes mit sich ziehen. War es lediglich ein Hund, sollte auch hier festgestellt werden, wer seinen Hund herumlaufen und andere Menschen verletzen lässt. Ein Schaden ist entstanden und der Hundehalter wäre entsprechend dafür verantwortlich.

Im Normalfall würde ein Arzt die Wunden beurteilen, bestenfalls würde ein Rechtsmediziner eine gerichtsfeste Dokumentation der Verletzungen durchführen und ein Gutachten erstatten, das sich der Frage widmet, ob das festgestellte Verletzungsmuster tatsächlich von einem Wolf/Hund verursacht worden sein könnte. Zusätzlich hätte dieser Arzt dafür gesorgt, dass fachgerecht Proben von den Wunden für eine Untersuchung auf tierische DNA (und damit zur Feststellung des „Täters“) entnommen werden und er hätte die weiteren potentiellen Spurenträger (hier Hammer und Pullover) vernünftig gesichert und einer spurentechnischen Untersuchungen zukommen lassen, bzw. sie der Polizei mitgegeben. Das anschließend beauftragte Labor hätte eine forensische Untersuchung unter Einhaltung aller Qualitätskriterien durchgeführt und als Ergebnis ein transparentes Gutachten erstattet, dem alles zu entnehmen ist, was für eine Anerkennung im Gerichtsfall nötig wäre.

Nun aber kommt es. Zumindest ist es so in verschiedenen Artikeln nachzulesen: Mitarbeiterinnen vom Umweltamt (?) kommen vorbei und nehmen Pullover und Hammer mit, um diese nach Gelnhausen zum Senckenberg-Labor zu bringen oder bringen zu lassen. Forensische Experten wissen, dass die Spurenuntersuchung schon hier ansetzt. Wie wurden die Spurenträger verpackt? Wie sauber ist die Umverpackung? Wurde der Pullover gefaltet, dass sich möglicherweise Spuren von einem Bereich des Kleidungsstückes auf den anderen übertragen haben? Wo werden die verpackten Spurenträger gelagert? Im Auto der Mitarbeiterinnen? Wie ist gesichert, dass nicht außen an die Verpackungen kontaminierende DNA anderer Tiere gelangen kann? Wie werden die Spurenträger im Wildtierlabor ausgepackt? Allein dafür muss ein forensisches Labor schon eine Standardarbeitsanweisung vorlegen („Umgang mit Spurenträger und Proben“). Und jeder Forensiker weiß, dass die Frage der „tatrelevanten Spur“ sehr komplex und nur schwer zu beantworten ist. Mittlerweile gibt es hunderte wissenschaftlicher Veröffentlichungen zur Thematik des DNA-Transfers und der tatrelevanten Spur. Auch die Kenntnis dieser Arbeiten und eine stete Fortbildung in diesen Bereichen muss ein anerkannter Forensiker nachweisen. Aber selbst, wenn angenommen würde, dass Asservierung und Transport vernünftig durchgeführt wurden, gibt es weitere Gründe, warum diese Untersuchungen nur in entsprechenden Laboren durchgeführt werden sollten.

In die gleiche Problematik fallen nämlich Aussagen des Wildtierbiologen wie „Bei unseren Witterungsverhältnissen zerfällt Erbsubstanz relativ schnell“. Oder auf die Frage, warum DNA-Proben aus dem Freiland so viel schwieriger zu untersuchen sind als zum Beispiel von Labortieren: „Weil die DNA-Mengen meist sehr gering sind, Sonnenlicht und Feuchtigkeit die DNA zudem rasch zersetzen.“

Bei uns? Wo denn? In Europa? In Deutschland? In den Bergen oder an der Küste…?

Hier wäre es angebracht, jemanden zu fragen, der sich damit auskennt, oder aber als Antwortender die einschlägige Literatur zu studieren, bevor dieser solche Fragen beantwortet. So kritisiert der Interviewte „Beim Thema Wolf erlebe ich zum ersten Mal, wie wissenschaftlich erhobene Daten in öffentlichen Debatten bewusst ignoriert und wissenschaftlich arbeitende Institutionen diffamiert werden. Das ist schon erschreckend.“ Recht hat er, hier auf einer gänzlich anderen Ebene und es drängt sich die Frage auf, ob er nur von seinen eigenen Untersuchungen spricht:

Als Forensiker fragt man sich, wie ignoriert werden kann, dass Sonnenlicht DNA-Moleküle zwar schädigen mag, dies aber tatsächlich nur in einem Ausmaß stattfindet, der für die anschließenden Untersuchungen nahezu irrelevant ist. In der Forensik werden DNA-Fragmente in der Größenordnung um 100 bp (Basenpaaren) untersucht. Diese bleiben unter günstigen Bedingungen tausende von Jahren erhalten. Wie sonst auch kann man sich allein die Erfolge bei der Bearbeitung sogenannter „cold cases“ erklären, wo Fälle nach 20 oder 30 Jahren mittels molekulargenetischer, forensischer Untersuchungen aufgeklärt werden? Oder warum sammeln Spurentechniker der Polizei an einer nach Tagen im Wald gefunden Leiche Proben ein, wenn dies überhaupt keine Erfolgsaussichten hätte? Hier empfiehlt sich das Studium sogenannter Fachliteratur. In Zeitschriften wie Forensic Science International Genetics oder International Journal of Legal Medicine würde man zahlreiche Artikel finden, die aufzeigen, dass DNA Moleküle kaum zu zerstören sind, dass nicht einmal konzentrierte und direkte UV-Strahlung die Analyse unmöglich macht, dass Wäsche mit Blutspuren oder anderen Körperflüssigkeiten befleckt auch nach mehreren Waschgängen in der Waschmaschine noch genügend Spuren für eine erfolgreiche DNA-Analyse erhalten kann oder dass Kleidungsstücke auswertbare Spuren enthalten auch wenn sie nach einiger Zeit aus einem Teich oder einem Fluss gezogen werden…

Über all das müsste man sich nicht sonderlich ärgern oder aufregen, wenn es keine Konsequenzen hätte. Wenn aber einem Nutztierhalter gesagt wird, dass der Wolfsberater zur Spurensicherung nicht mehr kommt, weil es sich aufgrund des schönen Sonnenscheins oder der Tatsache, dass das tote und möglicherweise von einem Wolf gerissene Tier schon länger als 24 Stunden im Freien liegt, nicht mehr lohnt, dann muss dieses mangelnde Wissen thematisiert werden. Hier darf nicht die Konsequenz für den Tierhalter vergessen werden, dem dadurch jegliche Möglichkeit einer Entschädigung genommen wird.

Noch entscheidender ist es für etwaige zukünftige Fälle mit menschlicher Beteiligung. Bei jedem normalen forensischen Gutachten (Zuordnung einer Spur zu einem Täter) müssen zahlreiche Bedingungen und Qualitätskriterien eingehalten werden; nicht einmal ein simples Abstammungsgutachten darf ein nicht überprüftes Labor in Deutschland durchführen. Die Frage aber, ob tatsächlich ein Wolf einen Menschen angreift, wird von nicht speziell ausgebildeten Labormitarbeitern beantwortet? Im eingangs beschriebenen Fall des möglicherweise von einem Wolf verletzten Gemeindemitarbeiters ist nicht einmal die Beweiskette eingehalten. Völlig unabhängig vom Ergebnis (Wolf, Hund etc.) dürfte dieses in keiner Weise eine offizielle Konsequenz nach sich ziehen.

Es ist gut, dass es für alles Experten gibt und Wolfsmonitoring ist unter Gesichtspunkten des Artenschutzes eine wichtige und zu begrüßende Maßnahme. Forensische Untersuchungen aber sind eine völlig andere Sache und daher ist der Anspruch in Deutschland an ein Labor, das forensische Proben untersucht, zu Recht hoch. Wir haben in Deutschland einen hohen Standard im Bereich der Rechtsmedizin und der Forensik, auf den wir zu Recht stolz sein können. Diesen hohen Anspruch sollten wir nicht gefährden und entsprechend forensische Untersuchungen nur von ausgebildetem Fachpersonal in entsprechenden Laboren durchführen lassen.

Ein bisschen mehr hätten wir diesbezüglich den Mitarbeitern des Spiegels schon zugetraut.

Euer heute sehr sehr verärgertes

ForGen-Team

Und wieder ein Hund: Willkommen Sergey

Und wieder einmal liegen Freude und tiefe Traurigkeit so nahe beieinander. Es ist noch nicht lange her, da durften wir einen ganz wundervollen Hund untersuchen: Lusta! Vom Aussehen mehr Bär als Hund. Lusta wäre das perfekte Vorbild für ein (sehr großes) Kuscheltier bei Steiff gewesen. (Erstaunlicherweise haben wir keinen Bären in ihm gefunden, obwohl wir das natürlich auch könnten…). Er kam als verängstigter und problematischer Hund aus einer ungarischen Tierrettung in seine neue Familie und hat sich dort in Rekordzeit in alle Herzen (der Zwei- und der Vierbeiner) gearbeitet….Mehrere Jahre durfte er sein neues Leben genießen und das seiner Retter bereichern. Leider ist er aber nun verstorben und bei aller Trauer hat sich die Familie entschlossen, einer weiteren vernachlässigten Tierseele ein neues und schönes Zuhause zu geben: Sergey! Ein schon alter Hund (wohl 10 Jahre), der auf einer Straße in Moskau von zwei Hunden übel zugerichtet wurde. Glück im Unglück: Sergey kam in ein russisches Tierheim, wo ihn die dortigen Tierärzte mühsam wieder zusammenflickten. Noch immer sieht man die Narben am Kopf und den Vorderbeinen. Dann bekam er auch noch die Staupe. All das ergab in einem russischen Shelter mit 2000 Hunden wahrlich keine gute Vermittlungsprognose.

Aber dafür gibt es ja die zweibeinigen Engel: Sergey sollte die Lücke von Lusta füllen und kam Ende März des letzten Jahres per Flugzeug aus Moskau nach Deutschland. Kaum richtig angekommen, präsentiert er sich als absolut süßer, tollpatschiger Grobmotoriker, der Spielen jeglicher Art liebt und mit größter Liebe an seiner neuen Familie hängt. Wir wünschen diesem Mix aus Schäferhund, Retriever, Collie und xxx noch viele wunderbare Jahre!

Eurer zufriedenes ForGen-Team

ForGen kommt aus der Weihnachtspause: Prof. Volokh, Nicole und die Schakale…..

Kaum ist das neue Jahr so richtig losgegangen, geht es bei ForGen so richtig los! Hatten wir doch im letzten Sommer von Herrn Prof. Anatoliy Volokh freundlicherweise Proben von Schakalen bekommen und diese bereits zum größten Teil in unsere Datenbank mit aufgenommen, geht es nun mit dem Projekt ausführlich weiter. Unsere Studentin, Nicole (nicht zu verwechseln mit anderen Personen gleichen Namens) wird sich diesen Tieren in ihrer Praktikumsarbeit widmen. All unsere Methoden werden eingesetzt, überprüft, verglichen, eventuell optimiert, um dann die vollständigen Daten für weitere Abgleiche zur Verfügung zu haben. Dem Ganzen folgen einige Testläufe mit unbekannten bzw. „geheimen“ Proben und danach entkommt uns kein Schakal bzw. ähnlich gearteter Vierbeiner mehr. Und damit der Spaß nicht zu viel wird, muss unsere Praktikantin natürlich auch das normale Laborleben mitmachen: Akten sortieren, Formblätter ausfüllen, zig weitere Anweisungen, Empfehlungen und Gesetze lesen, hier unterschreiben, da kürzeln, dort Daten eintragen, da übertragen; all das, was so ein Qualitätsmanagement mit sich bringt. Aber, so wie es aussieht, haben wir mal wieder jemanden mit viel Interesse, Einsatz, Begeisterung (und Leidensfähigkeit) gefunden. Wir wünschen unserer neuen Praktikantin viel Spaß und Euch ein herrliches, neues Jahr!

Euer motiviertes

ForGen-Team

 

ForGen sagt Danke!

Wer hat an der Uhr gedreht? Schon wieder fast ein Jahr um, beinahe schon Weihnachten und kurz vor dem neuen Jahr? Wie konnte das denn bloß passieren? Nun gut, da dies nicht zu ändern ist, möchten wir uns kurz auf diesem Wege melden und allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2019 wünschen!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei all denen, die uns unterstützt haben, fleißig für uns Werbung machten, die uns positive Rückmeldungen oder auch konstruktive Kritik und oder Anmerkungen gaben, die uns einfach nur mental unterstützten und natürlich auch bei denen, die uns mal spannende, mal unfassbar schwierige und herausfordernde, mal lustige und immer wieder wirklich Spaß machende Aufträge erteilt haben. Auch waren wir in diesem Jahr viel unterwegs, haben unser Aufgabenspektrum vergrößert und dabei viele neue und meist unglaublich nette Menschen kennengelernt.

Wir hatten ein tolles, buntes und auch sehr anstrengendes Jahr und hätten – zugegeben – auf das Eine oder Andere auch verzichten können, aber von nix kommt nix. Viel Feind, viel Ehr, wo gehobelt wird, fallen Späne…..die Oma hatte Recht mit ihren Glückskekssprüchen. Und so fassen wir das Jahr 2018 als äußerst gelungen zusammen und freuen uns riesig auf einen nahtlosen Übergang in das neue Jahr mit weiteren großen Herausforderungen.

In diesem Sinne machen wir jetzt eine kleine Weihnachtspause (sind aber, wie üblich immer erreichbar wenn es sein muss) und freuen uns auf neue Aufgaben und auf ein tolles gemeinsames 2019! Lasst euch beschenken, besser noch, verschenkt ordentlich, habt Spaß mit Freunden und oder der Familie und genießt die freien Tage.

Euer zufriedenes und fast schon entspanntes
ForGen-Team

ForGen hat eine Entscheidung getroffen!

Gleich vorweg: Wir melden uns nur zurück, weil wir keine Möglichkeit gefunden haben, aus dieser Sache „ForGen sucht sein Hundemodel“ herauskommen, OHNE uns entscheiden zu müssen.

Lange, lange hat es gedauert; nach der ersten Runde waren wir mit viel Elan und Einsatz auf unter 100 Hunde gekommen…., dann waren es nur noch 40. Einiges wurde uns leicht gemacht. Wenn klar war, dass das Foto einfach nicht funktionierte, schied der Hund leider aus. So schade das manchmal war. Dann aber wurde es enger und wir uns immer unentschlossener. Mal fehlte ein halbes Ohr, mal etwas Tiefenschärfe und es waren wirklich nur noch Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachten.
Aber getreu unserer Ankündigung haben wir uns entschieden, weil hier eine interessante Mischung, ein lustiger Charakter und ein wirklich gutes Foto zusammengetroffen sind. Und damit geht der Sieg und eine kostenlose Mischlingsanalyse an den kleinen Hüpfer Mojo und sein Frauchen, Isabel Ulbrich!!!! Herzlichen Glückwunsch zu dem Energiebündel und dem Foto!
Dann haben wir lange diskutiert und möchten noch einiges loswerden: So viele tolle Hunde, die wir einfach nicht ignorieren wollen. Deshalb haben wir uns überlegt, ein großes Poster zu machen mit einem Slogan, unserem Logo und allen Fotos der hier eingesandten Vierbeiner. Das hängen wir bei uns im Institut auf und würden es auch gerne an befreundete Tierärzte und bekannte Zooläden verteilen und natürlich soll es auf unsere Homepage, damit jeder sehen kann, was wir hier für einen super Wettbewerb mit tollen Kandidaten hatten. Wer das nicht möchte, möge sich bitte bei uns melden! Wer dieses Plakat nachher in elektronischer Form haben möchte, meldet sich bitte auch…

Außerdem liebäugeln wir damit, nicht nur Mojo sondern mehrere Hunde auf den Flyer zu stellen. Wir lassen das jetzt einmal durchdenken von unseren Designkollegen.
Dann hat sich während der Auswahlgespräche ein Sponsor gefunden, der gerne die Mischlingsanalyse für eine kleine Hundeseele übernehmen möchte. Aris Wohlers! Bitte bei uns melden!

Und was machen wir mit allen anderen? So tolle Fotos! Deswegen ja das Poster, damit wir alle Bilder immer sehen können. So viele nette Worte! Daher möchten wir allen Teilnehmern unsere Mischlingsanalyse bis zum Ende Januar 2019 zum momentanen Weihnachtspreis von 70 Euro anbieten. Auch wenn die neue Preisliste 2019 steht, wird dieser Preis für alle bis zum 31.1. gehalten. Und wer eine Analyse verschenken möchte, kann von uns selbstverständlich Gutscheine noch vor Weihnachten bekommen. Und glaubt uns, gerne wir das lustigste Foto, den tollsten Welpen, schicksten Senior, das beste Motiv, coolste Actionfoto küren…..vielleicht zum zukünftigen Jubiläum einmal. „10 Jahre Hundemodell-Wettbewerb bei ForGen“ oder so ähnlich…

Vielen Dank Euch allen, alles Gute und bitte meldet euch bei uns!

Euer dankbares
ForGen-Team

ForGen diskutiert: Wer wird unser neues Hundemodel?

Das war ja klar! Wir überlegen uns, dass wir für unseren neuen Werbeflyer für die Mischlingsuntersuchungen bei ForGen unbedingt ein tolles Foto von einem Mischlingshund brauchen und rufen zu einen Wettbewerb auf, um aus ein paar schicken Einsendungen „unseren“ Hund auszuwählen. Schnell noch einen Plan B. „Was machen wir, wenn keiner teilnimmt? Wer kennt Leute mit Mischlingshunden, die auf Abruf ein Foto einsenden könnten?“

Und dann werden wir nahezu überschwemmt von teilweise hochgradig künstlerisch wertvollen Bildern, lustigen Fotos, besten Schnappschüssen, tollen und auch rührenden Geschichten, witzigen Beiträgen und Fotos, Fotos, Fotos. Und jeder Hund ein eigener Charakter!

Dankeschön dafür! Wir haben uns wirklich sehr gefreut (und tun es immer noch). Wir jammern hier also gerade auf sehr hohem Niveau. Mit allergrößter Mühe konnten wir überhaupt einige Bilder zum Eingrenzen heraussuchen und wir waren uns oft überhaupt nicht einig bzw. konnten uns partout nicht entscheiden. Es geht ja nicht nur darum, den hübschesten oder lustigsten Hund auszuwählen; es müssen auch andere Kriterien erfüllt sein: Der Hund soll aussehen wie ein Mischling. Und zwar soll möglichst jeder erkennen, dass es sich um einen Mischling handelt. Natürlich ist das sehr schwierig, aber Hunde, die so edel aussehen, dass man zwangsläufig meint, an ihnen sei zwecks Perfektionierung 50 Jahre herumgezüchtet worden, fallen leider aus. Genauso war es bei Hunden, die absolut in unser „Beuteschema“ passten, bei denen aber das Foto leider nicht tauglich war. Manche Fotos waren so lustig, zeigten aber zu wenig vom Hund, waren zu unscharf oder nicht kontrastreich genug. Also mussten wir teilweise schweren Herzens aus „technischen Gründen“ manch einen Vierbeiner aussortieren. Bei einigen offensichtlichen Profifotos haben wir gezögert, weil wir Ärger mit dem „Künstler“ vermeiden wollen. Es war einfach schwierig und wir konnten uns jetzt mit unfassbar viel Mühe und schwersten Herzen auf eine Vorauswahl einigen. Diese sechs Hunde zeigen wir heute und werden uns in Kürze mit dem Endergebnis melden. Es guckt nun noch der Profi drauf, die Kollegen und dann werden wir unseren Hund 2019 ausgesucht haben. Aber bis dahin freuen wir uns auch auf Eure Rückmeldung zu den letzten sechs.

Euer heute ein bisschen erledigtes

ForGen-Team

ForGen wählt!

Liebe Teilnehmer unseres Wettbewerbes „ForGen sucht das Supermodel“! Wir möchten uns ganz herzlich bedanken bei Euch allen für diese wahnsinnige Flut an Einsendungen aus besten Bildern, kleinen Geschichten, lustigen und passenden Namen und wunderbaren Kommentaren.
Damit haben wir jetzt eine Mammutaufgabe vor uns und werden uns dieser in den nächsten Tagen stellen.
Wir melden uns wieder mit dem Gewinner…denn (leider) kann es nur einen geben, nur einer kann das pelzige Gesicht auf dem neuen ForGen-Flyer werden, nur einer kann eine Mischlingsanalyse bei ForGen gewinnen…..
Oder…., wir gehen uns verstecken und melden uns einfach nie wieder, weil das absolut zu schwierig zu entscheiden ist…

Eurer arg gestresstes
ForGen-Team

ForGen stolz wie Oskar! Herzlichen Glückwunsch Frau Doktor!

Der 10.12.2018 ist ein neuer, ganz besonderer Tag für ForGen. Die Disputation von Elena Pinchuk! Noch zu Kieler Zeiten am Institut für Rechtsmedizin hat Elena ihre praktischen Arbeiten zu ihrem Promotionsthema „Die Beurteilung von Geschwisterwahrscheinlichkeiten in der rechtsmedizinischen Praxis“ durchgeführt. Idee, Betreuung, Konzept und Regie vom jetzigen ForGen-Team.

Elena hat an 354 zweieiigen Zwillingspaaren überprüft, wie sicher die Beurteilung der Vollgeschwisterschaft tatsächlich ist, welche prozentualen Werte maximal, minimal und durchschnittlich erreicht werden. Das Gleiche mit Halbgeschwistern und auch mit einer Gruppe völlig unverwandter Menschen. Wie viele Marker sind tatsächlich nötig (hier war es spannend zu sehen, dass mit 15 Merkmalen bereits sehr gute Ergebnisse zu erzielen waren und eine Erhöhung auf 17 oder 19 Marker keine wirkliche Verbesserung brachte.) Tatsächlich führte eine Erhöhung in manchen Fällen auch zu einer Verringerung der Gesamtwahrscheinlichkeit. Halbgeschwisterschaften zeigten sich erwartungsgemäß als sehr schwierig in der Beurteilung und auch bei unseren Unverwandten fanden sich ein paar, bisher allen völlig unbekannte, „neue Verwandten-Paare“. Zusammengefasst ergaben sich sehr gute Daten, die wir zusammen mit einer großen statistischen Simulation zur Überprüfung auch sehr sehr gut veröffentlichen konnten. Somit hat Elenas Arbeit zu neuen Hilfestellungen und Empfehlungen in der Abstammungsbegutachtung geführt.

Und dann hat „unsere“ Studentin auch noch einen supertollen Vortrag gehalten und ihre Arbeit vor der Prüfungskommission hervorragend präsentiert. Souverän und flüssig und gut recherchiert…ganz zu Recht gab es dafür eine 1 und zusammen mit der 1 aus der schriftlichen Arbeit ergab sich ein glänzendes „Magna cum laude“ für Elena. Jetzt ist sie endlich eine „richtige“ Frau Doktor und wir wünschen Ihr und ihrer noch recht frischen, kleinen Familie alles Gute für ihren weiteren privaten und beruflichen Lebensweg. Aber das wird alles garantiert perfekt laufen, da haben wir keinen Zweifel!

Euer unfassbar stolzes

ForGen-Team

VIELEN DANK! Wir sind überwältigt.

So viele tolle Hunde und so viele motivierte und nette Leute.

Wir hatten auf ein paar hübsche Vierbeiner gehofft und nach knapp einem Tag kommen wir kaum noch hinterher! Aber egal. Weiter so.

Wir freuen uns total und werden uns nächste Woche an eine harte Arbeit machen…..

Einen schönen zweiten Advent wünscht allen die ForGen-Tierabteilung,

 

Jan-Hendrik Modrow und Nicole von Wurmb-Schwark!

ForGen sucht das Supermodel!

„Nein, lieber Strolchie, wir haben heute leider keinen Kauknochen für Dich. Aber Du weißt ja, nur EINER kann ForGens Supermodel werden! Nur EINER kann das pelzige Gesicht von ForGens neuer Kampagne werden und nur EINER kann einen Mischlingsgutschein gewinnen!“

Ganz so wird es bei uns nicht laufen!

Liebe Leute, wir suchen für unsere Flyer zur Mischlingsanalyse und Rassebestimmung beim Hund Euer tollstes Foto von Euren Mischlingshunden! Das kommt dann auf die neuen Flyer und Plakate 2019! Also schickt uns doch alles, was Ihr habt. Gerne dürfen natürlich auch die Hunde teilnehmen, die wir schon längst untersucht haben. Da sind auch einige heiße Kandidaten bei und wir könnten uns tatsächlich die meisten von ihnen als ForGen-Hund vorstellen.

Wir brauchen also ein Foto, das ins Auge springt, lustig ist, Aufmerksamkeit schafft, Neugierde weckt und hundesympathisch ist.

Wir freuen uns auf viele tolle Bilder hier auf der Seite; gerne auch mit kurzer Beschreibung. Und natürlich darf viel kommentiert und begutachtet werden. Der Gewinner bekommt eine kostenlose Mischlingsanalyse und falls er die schon hat, gibt es einen entsprechenden Gutschein für den Hundekumpel. Und natürlich dürft Ihr unseren Aufruf gerne teilen, damit mit wir möglichst viele tolle Fotos bekommen.

Also ran an die Rechner, ausgiebig strecken, Ohren einmal kurz zurecht schütteln und los geht es. Filu, Scout und Tini, Emma, Piko, Holly und alle anderen da draußen. ZEIGT EUCH!

Euer gespanntes

ForGen-Team

ForGen und die Polizei Teil 2: Spurenkunde

Heute war ein guter Tag!

Im Rahmen der Übungseinheiten beim Unterricht der Polizeischüler bzw. -studenten in Berlin hatten wir „da einmal etwas vorbereitet“. Zuerst bekamen die angehenden Polizisten einen sehr sehr spannenden Fall erzählt, bei dem ein Mord beinahe unentdeckt geblieben ist. Hier war Mitdenken angesagt und die Teilnehmer konnten viel Wissen aus den vorherigen Kursen einbringen. Von wo kam das Blut/wie war die Spritzrichtung? Was gab es für weitere Hinweise, was wurde damals übersehen bzw. fehlinterpretiert? Auf was hätten die verschiedenen Beteiligten achten können und wie ist der Mord schlussendlich tatsächlich abgelaufen? Kann die Version vom Tatverdächtigen so stimmen? Es wurde viel diskutiert und gefragt und ermittelt und herausgefunden. Da Blutspuren eine große Rolle in diesem Fall spielten, gab es zum Abschluss (Täter bekam lebenslänglich) einige Spurenträger zum Selber-Untersuchen. Wie im echten Fall musste erst einmal überprüft werden, WAS alles so an diesen Spurenträgern zu finden war. Beschädigungen der Strukturen (Risse, Stiche), blutverdächtige Antragungen oder gar andere Körperflüssigkeiten? Einige Haare wurden auch gefunden und die fachmännische Asservierung besprochen. Im nächsten Schritt stellte sich dann die Frage, ob die rötlichen oder bräunlichen Antragungen überhaupt Blut sein könnten. Auf Anhieb und ohne jeglichen Vortest erkannt haben die Studenten hier die Schokoladenflecken, die wir liebevoll anfertigt hatten in der Hoffnung, sie ein wenig herauszufordern….

Die weitaus verdächtigeren Verfärbungen und Antragungen wurden dann mit Vortests überprüft, die auf das Vorhandensein von Blut hindeuten. Die hier positiven Fälle gingen in die nächste Fragestellung: Human oder nicht-human? Das wurde mit entsprechenden humanspezifischen Testverfahren analysiert, die als sicherer Beweis für das Vorliegen von menschlichem Blut gelten. Diese ganze Aktion dann auch noch mit einer einfach unglaublich interessierten und aufmerksamen Gruppe. Da weiß man, woher die Umschreibung „ein Loch in den Bauch fragen“ kommt! Viel Spaß hat das gemacht und diese Art der Lehre mit solch motivierten Studenten gehört definitiv zu einen der (vielen) tollen Aspekte der beruflichen Tätigkeit eines wissenschaftlich und akademisch tätigen Forensikers.

Ein großes Dankeschön an die Teilnehmer und auch an die netten Mitarbeiter bei der ATG Kriminaltechnik in Berlin, die großzügig die Untersuchungen für dieses Semester zum Teil gesponsort haben.

Euer hochzufriedenes ForGen Team

Schon wieder Weihnachten?!?

Kaum ist die Badehose getrocknet und der Sommerurlaub aufgearbeitet, ist das Jahr schon fast wieder vorbei und wir haben tatsächlich bald Weihnachten!!!

Panik, Stress, zu wenig Zeit, Plätzchen backen, Knusperhaus dekorieren, Dekorieren? Adventsgesteck besorgen, passende Kerzen finden, Weihnachtskarten schreiben, Adressen dazu finden…..GESCHENKE???

Da haben wir bei ForGen doch immerhin etwas!!! Wie wäre es mit einer Mischlingsanalyse beim Hund? Wer also jemanden kennt, der einen Mischling hat und gerne wüsste, was in ihm steckt, darf sich gerne bei uns melden und wir verschicken umgehend ein Entnahmeset per Post oder aber einen Gutschein per Email!

Und das Ganze für weihnachtliche 70 Euro glatt statt der üblichen 76,12 Euro. (Ab Januar wird es übrigens leider teurer).

Wir freuen uns auf nette Aufträge! Und wer uns kennt, weiß ja auch, dass wir gerne anschließend eine kleine Geschichte veröffentlichen!

In diesem Sinne, Euer weihnachtlich gestimmtes

ForGen-Team

ForGen und Khaleesi Teil II: Die mitochondriale DNA

 

Nachdem wir neulich einmal einen Herdenschutzhund zum Testen untersucht haben, nämlich die sanfte Riesin, Khaleesi, haben wir natürlich zusätzlich zur STR-Analyse („Kern-DNA“) auch noch ihre mitochondriale DNA (mtDNA) untersucht. Und da können wir uns leider nicht zurückhalten, einmal kurz abzuschweifen. Haben wir doch tatsächlich einen Post gelesen, ob denn ForGen nicht das Labor sei, das peinlicherweise nicht einmal wisse, wie denn die mitochondriale DNA überhaupt vererbt würde und was der biologische Hintergrund dabei sei? Glücklicherweise gäbe es da ganz tolle Experten, die das ForGen-Unwissen erkennen und die wahre Wahrheit erklären konnten. Dazu wird ein Post zitiert, der sich auf ein „Ereignis“ im Bundestag bezieht und der lange schon vom Verfasser entschuldigt wurde….Damals wurde von uns nämlich kommuniziert, dass aufgrund des maternalen Erbganges der mitochondrialen DNA die Rüden ihre mtDNA nicht in eine Population einbringen; sie in einer Gruppe also beim Nachwuchs nicht nachweisbar sei. D.h., wenn z.B. ein Hund mit einer Wölfin Nachkommen zeugt, wird dies die mtDNA nicht verraten, alle Mischlinge bleiben in ihrer mtDNA Wolf. Oder wenn ein Wolf aus Russland in ein z.B. deutsches Rudel hineinkommt und es zu einer „multikulti Verpaarung“ kommt, würde dies über die mtDNA nicht nachweisbar sein und alle Nachkommen wären reine Deutsche. Uns vorzuwerfen, wir wüssten nichts von dem maternalen Erbgang ist beinahe lustig, wo doch alle Wissenschaftler bei ForGen ihre Doktorarbeiten entweder vollständig oder zumindest teilweise über mtDNA durchgeführt haben; seit langer Zeit in der Forensik tätig sind und hier diverse mtDNA-Gutachten für die Polizei durchführten, Lehrveranstaltungen für Studenten abgehalten haben und auch weiter halten und dabei allen Zuhörern im Rahmen der forensischen Genetik den maternalen Erbgang nahebringen. Und mehr als ein Jahrzehnt gab es durch uns in Kiel die Möglichkeit, Rechtsmedizin als Nebenfach zu studieren und im Rahmen dieses akkreditierten Studienganges konnten die Studenten den Kurs „Journal Club: Mitochondriale DNA“ belegen (dreimal raten, WER den gehalten hat…). Selbst die Kinder an der Kinder-Uni oder die „normalen Leute“ bei diversen Vorträgen („Nacht der Forschung“, Kieler Woche) wurden von uns korrekt unterrichtet. Von den ganzen wissenschaftlichen Veröffentlichungen über mitochondriale DNA einmal abgesehen.

Da fragen wir uns schon, woher solche Kritiken kommen? Glatte Bösartigkeit oder mangelndes Textverständnis? Oder einfach banales Nicht-Wahrhaben-Wollen? Einen Satz aus dem Zusammenhang reißen und darüber meckern? Oder aber diesen einen Satz nicht in Zusammenhang mit Vorherigen sehen können??? Man denke hier nur einmal an die kleinen Wolf-Labradormischlinge in Deutschland aus dem letzten Jahr, die trotz schwarzen Fells und möglicherweise dem einen oder anderen Schlappohr (Achtung: keinerlei Fakten über Schlappohren an dieser Stelle, nur die Vorstellung der Verfasserin, die Schlappohren mag!) die reine „wolfige“, mitochondriale DNA der Mutter besitzen. D.h., wenn nur die mtDNA untersucht wird, wird niemand auf die Natur des Vaters rückschließen können.

Aber auch ForGen lernt dazu. Z.B., dass beim Thema Wolf die Bösartigkeit immense, ungeahnte Ausmaße annehmen kann. Menschen beleidigen andere, es gibt mehr als rufschädigende Aussagen bis hin zu echten Drohungen. Ein Umgangston, den wir noch in keinem Gerichtssaal erlebt haben, wo es um Mehrfachmorde, Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch oder organisierte Einbruchsserien ging. Erstaunlich und traurig zugleich, soviel negative Energie könnte man doch viel besser nutzen, um konstruktive Ideen zu entwickeln….

Was soll es, das werden wir nicht ändern können und eigentlich ging es ja auch um die mitochondriale DNA von Khaleesi. Die Eingabe ihrer mitochondrialen Sequenz in die Datenbank ergab, passend zu unseren STR-Daten aus der ersten Analyse, nur Übereinstimmungen zu Hunden. Die in der Datenbank hinterlegten Tiere kommen dabei überwiegend aus dem ost-asiatischen Raum und dem Irak. Dies heißt nun nicht zwangsläufig, dass die Großmutter von Khaleesi Irakerin ist, sondern erst einmal nur, dass Hunde aus dieser Region, bestimmte mitochondriale DNA-Bereiche aufweisen, die auch Khaleesi besitzt. Vielleicht kommt der Ursprung unser tierischen Probandin in Form der Ur-ur-ur-ur … Großmutter tatsächlich aus dieser Ecke…..Danke kleine Riesin, Khaleesi!

Euer wieder zum Thema zurückgefundenes

ForGen-Team

 

ForGen ist im Kieler Landtag… und staunt.

Natürlich ging es wieder einmal um den Wolf. Man könnte meinen, wir machen den ganzen Tag nichts anderes und dann verbringen wir auch noch unsere Freizeit mit diesem Thema.

Am Mittwochabend hatte die FDP in den Kieler Landtag geladen „Wolf neu denken. Von Wolfsgebieten lernen“. Das hörte sich doch eigentlich ganz spannend an und wir dachten uns, möglicherweise könnten wir dort einige, für uns interessante Dinge erfahren oder zumindest beleuchten. Dass vor allem die Nutztierhalter sehr unter den Wölfen leiden, nach und nach auch private Tierbesitzer Probleme bekommen und viele sich einfach unwohl fühlen ob der Tatsache, dass die Vierbeiner durch ihre Dörfer, über Ihre Höfe oder in ihre Gärten laufen, ist bekannt und natürlich ging es in Kiel um diese Themen. Wir aber hatten uns noch mehr erhofft. Wie z.B. kann es sein, dass ein Tier (ein Schaf oder gar ein Rind) gerissen wird und sobald es das offizielle Ergebnis „Hund“ gibt, sich niemand mehr dafür interessiert? Entschädigung gibt es unter diversen Umständen bei einem Wolfsriss. War der Übeltäter aber ein Hund, ist das höhere Gewalt (?) und es gibt kein Geld. Nahezu viel drängender ist die Frage: Wieso interessiert es denn niemanden, dass scheinbar lauter wilde Hundemeuten durch Deutschland ziehen und ihr Nahrungsspektrum von der Dose auf Nutztiere umgestellt haben? Sollte das kein öffentliches Interesse sein? Oder wieso wird nicht versucht, herauszufinden, ob Nachbars Schäferhund die Lämmchen, Rinder etc. nebenan frisst? Wäre dann nicht der Nachbar haftbar? Und wer darf bzw. sollte hier die nötigen Untersuchungen durchführen dürfen? Fragen über Fragen, aber kehren wir doch einmal zurück zur Veranstaltung. Erster Redner war Gregor Beyer, Geschäftsführer des Forums Natur Brandenburg, der einen Einblick in die Wolfsgeschichte seines Bundeslandes präsentierte. So zeigte er u.a. die aktuelle Rissstatistik, die (und das wissen wir) nicht alle toten Tiere zeigte, sondern nur die anerkannten. Gerissene Hunde z.B. gibt es demnach keine in Brandenburg. Herr Beyer nannte das Wolfsmanagement eines der größten Probleme und sprach sich für das Durchführen von Schutzjagden aus. Mehrfach versicherte er, dass es hier nicht um die Ausrottung des Wolfes ginge. Vielmehr um Übersicht und Kontrolle und den Schutz des Menschen und seiner Tiere. Ganz klar sagte er, dass es in Deutschland Bereiche gäbe, wo zwischen Wolf und Mensch keine problemlose Ko-Existenz möglich sei. Wolfsproblemareale nannte er diese.

Nach Ihm erhielt der Wildtierbeauftragte Sachsens, Friedrich Noltenius, das Wort. Sehr klar und deutlich berichtete er über die Entwicklung in Sachsen und kam zu dem klaren Schluss, dass der Wolf sich nicht weiter ungehindert ausbreiten dürfe. Gerade in Sachsen gäbe es mittlerweile mehr als genügend Tiere und „die Wanne sei voll“. Auch kritisierte Herr Noltenius die vielen nachgewiesenen Hunderisse und stellte diesen offiziellen Analyseergebnisse den gesunden Menschenverstand und Logik gegenüber. Was für Hunde seien das auf einmal? Wieso in letzter Zeit so viele dieser Tiere? Woher kommen sie und wo leben sie? Fragen, die sich auch ForGen stellt, wobei wir zusehen, dieses Thema so objektiv wie möglich zu sehen. Daher würde uns es schon interessieren, welcher Hund so marodierend über die Weiden läuft oder zumindest welcher Rasse er angehört. Abschließend erklärte er, dass das Wolfsmanagement in Sachsen nicht funktioniere und der Ansatz mit den wolfssicheren Zäunen ebenfalls nicht. Das ist dann gleich das richtige Stichwort für den Umweltminister, Herrn Albrecht, der sich trotz eines engen Terminkalenders bereit erklärt hatte, an der anschließenden Podiumsdiskussion teilzunehmen. Herr Albrecht erklärte nämlich, dass 1 m hohe Zäune wissenschaftlich erwiesen einen sicheren Schutz für die Herden gegen den Wolf (oder Hund) darstellen würden. Demjenigen, der daraufhin sagte, diese Zäune seien nicht sicher und würden überwunden werden, entgegnete er „man sei da wohl unterschiedlicher Meinung“. Das ist doch jetzt spannend und wir werden aus rein wissenschaftlichem Interesse versuchen, diese Studie/Studien zu erhalten und gucken dann nach, WIE das wissenschaftlich bewiesen wurde. In der Wissenschaft ist das experimentelle Design mit das Wichtigste bei einer Studie und wer hier Fehler macht, kann schnell das falsche Resultat erhalten. Hat man eine Gruppe Wölfe genommen und Sie zum Springen animiert? Wenn ja, wie viele und aus welcher Population bzw. aus welchem Rudel? Möglicherweise können Wölfe aus Osteuropa besser springen als solche aus dem Süden? Falls sie alle aus einem Rudel stammten, war es möglicherweise einfach eine unsportliche Sippe? Und wie alt waren die Versuchswölfe? Springen junge Wölfe höher als alte Tiere oder ist das etwas, was man lernen kann und die Jungen müssen erst noch üben? Also braucht es eine altersgemittelte Untersuchungsgruppe. Und war es eine geschlechtsgemischte Gruppe? Hier ist wichtig, dass männliche UND weibliche Tiere untersucht wurden, um der möglicherweise unterschiedlichen Leistung der Geschlechter gerecht zu werden. Und wie hat man die Tiere motiviert? Eingesperrt und hungern lassen und dann Lämmchen auf die andere Seite des 1 m hohen Zaunes platziert? ODER aber es gibt Untersuchungen, die da zeigen, dass der Wolf an sich gar nicht in der Lage ist, so hoch zu springen, weil seine Anatomie das gar nicht hergibt. Zu wenig Muskulatur, unpassend ausgebildete Gelenke…dann bräuchte es natürlich keine Studie und das Interessante hier wäre nur noch, wie der Mensch es geschafft hat, aus einem springunfähigen Tier so sprungbegabte Hunde zu züchten….Das aber hat dann nichts mehr mit dem Wolfproblem zu tun. Möglicherweise könnte dies dann ins Wolfsmonitoring mit aufgenommen werden. Sobald ein Riss in einem mit einem Zaun geschützten Gebiet geschieht, kann es kein Wolf gewesen sein, da dieser sicher nicht hinüberkommt….nun ja, es war ein interessanter Abend.

Wir werden sehen und melden uns zu diesem Thema, sobald wir die Studie vorliegen haben.

Euer heute etwas rätselndes
ForGen-Team

ForGen testet sich und Khaleesi hilft…

Immer wieder werden wir gefragt, ob wir denn auch ALLE Hunderassen mit unserer Analyse herausfinden können. Nein, können wir nicht! Wir können nur die, die in unserer Datenbank im Rahmen von Referenzdaten eingespeist sind. Wir haben damals viel darüber nachgedacht, welche Rassen wir aufnehmen und mittlerweile sind etwas über 160 verschiedene Rassen von uns untersucht bzw. herausgesucht. Anerkannt sind über 300, aber hier gibt es viele Rassen, bei denen wir uns sehr sicher sind, dass man sie auf genetischem Wege nicht unterscheiden kann. Zusätzlich haben wir aus pragmatischen Gründen auf viele Rassen verzichtet. Warum eine Rasse für viel Geld analysieren, die in Deutschland eigentlich niemand besitzt?

Bisher kamen wir sehr gut zurecht, sehen aber in der letzten Zeit durchaus einige Rassen für uns relevant werden, die wir bisher tatsächlich nicht oder nicht in ausreichend hoher Anzahl in unserer Datenbank hatten. Der Sarplaninac gehört dazu. Im Rahmen der Herdenschutzmaßnahmen legen sich immer mehr betroffene Tierhalter solche Hunde als Herdenschutzhunde (HSH) zu.

Was nun, wenn ForGen einen Riss untersucht und der betroffene Schäfer einen Sarplaninac als HSH besitzt, dessen DNA möglicherweise am getöteten Tier vorliegt? Dabei heißt dies natürlich nicht, dass der Hund auch das Schaf gerissen hat. Viel eher sollte verständlich sein, dass ein HSH durchaus seine DNA auf die Tiere, die er bewacht, übertragen kann. Der ständige Kontakt zwischen den Tieren, mal Kuscheln hier, mal schnuppern da und schon trägt das Lämmchen die DNA des Hundes in seinem Fell. Der Rechtsmediziner würde bei einem solchen Nachweis daher immer die Frage stellen, ob denn die Hunde-DNA tatsächlich eine „tatrelevante Spur“ darstellt oder aber sie durch eine normale Spurenübertragung an das Tier gekommen ist…aber jetzt schweifen wir ab.

Es geht ja um die Frage, ob wir, weil wir nicht genügend Vertreter dieser Rasse haben, ein Fehlgutachten fabrizieren. Und vielleicht ist der Sarplaninac dem Wolf sehr ähnlich…möglicherweise könnte das Ergebnisse erklären, in denen unsere Analyse viel genetische Ähnlichkeit zum Hund und gleichzeitig viel Ähnlichkeit zum Wolf ergeben hat. Möglicherweise würden so falsch-positive Hinweise auf einen Wolf oder Ähnliches entstehen?

Den Hundebesitzern erklären wir immer, dass unsere Analyse die nächst-ähnlichen Rassen ergibt, wenn die tatsächlich gesuchte nicht in unserer Datenbank vorliegt. Das haben wir im Vorfeld ausgiebig getestet. Aber wie war es denn nun bei Wolf und unbekannter HSH Rasse? Leicht mulmig war uns schon; diese tiefsitzende Befürchtung, etwas falsch zu machen oder übersehen zu haben. Das kennen wir nur zu gut und leiden häufig darunter. Nur wer, sich Sorgen macht und ständig seine Methoden und Arbeit überprüft, kann wirklich gute Ergebnisse abliefern. Man muss immer offen sein für mögliche Fehlerquellen. Das ist etwas an die Nerven gehend, aber so muss es nun einmal sein. Sonst würde man sich ja auch nicht weiter entwickeln.

Nun gut, der Anfang war noch sehr nett und angenehm. Das Kennenlernen von Khaleesi machte Spaß und war eine nette Abwechslung vom Alltag. Und ehrlich: kaum eine Chance zu sagen, wer bezaubernder war: Die große, eindrucksvolle Hündin mit ihrem ausgeglichenen Wesen und ihrer Engelsgeduld beim Probennehmen oder Gudrun Derlin, die nicht einfach zu ForGen kam, sondern dort erschien! Eine Präsenz, wie sie nur wenige Menschen haben und dabei freundlich, offen und humorvoll.

Nun gut, was passiert, wenn wir die DNA eines Sarplaninac haben? Unser Computer spuckt als erstes die Gruppe Molosser aus und hier dann den Owtscharka. Weitere Ähnlichkeit zum Bernhardiner und Schäferhund und tatsächlich nur 15 % Ähnlichkeit zum wolfstypischen Muster, weit unterhalb unseres „Grenzwertes“. Puh, sind wir begeistert! D.h. also, dass wir bei einer Rissanalyse nicht fälschlicherweise auf einen Wolf hingewiesen hätten und auch der Polizei hätten wir keinen falschen Hinweis gegeben, wenn Sie uns ein Hundehaar gebracht hätte, welches sie auf der Jacke eines Mordopfers gefunden hat. Wir hätten ihnen gesagt, dass es möglicherweise ein Mischling ist, auf jeden Fall ein großer Hund und am ehesten ein Molosser wie der Owtscharka oder eine nicht in unserer Datenbank befindlichen Rasse wohl aus der Gruppe der Molosser….

Alles gut und ForGen verabschiedet sich ins Wochenende. Vielen Dank, große, kleine Khaleesi!

 

Euer entspanntes

ForGen-Team

Schon wieder der Wolf – ForGen ist in Bad-Blankenburg

Manchmal kommt man kaum zu Ruhe. Die Woche begann mit dem Wolf in Steinburg und endete mit dem Wolf in Thüringen….die 27. Internationale Naturschutztagung „Zoologischer und botanischer Artenschutz in Mitteleuropa“ fand dort statt. Auf Einladung des unglaublich netten Herrn Görner durften wir einen Vortrag halten, der von unseren Analysen und den Möglichkeiten zum Nachweis tierischer DNA-Spuren handelte. Was ist das Besondere an unserem Konzept, was ist möglich, was eher nicht zu empfehlen etc. Im Rahmen unserer forensischen Spezialisierung auf die Analyse tierischer Spuren untersuchen wir ja nicht nur Proben von Hunden und anderen Caniden sondern können auch DNA von Katzen (bzw. deren Familie allgemein), von Pferden, Kaninchen oder auch Bären nachweisen und diese zuordnen bzw. individualisieren. Nicht einmal Schlangen oder Fledermäuse würden uns sonderlich herausfordern, wenn diese ein Abstammungs- oder Zuordnungsproblem hätten…..Alles anfangs natürlich für einen typischen forensischen Einsatz gedacht (der Hundebiss, das Katzenhaar am Pullover des Opfers, das gar keine Katzen hat bzw. hatte, das Pferdeblut an der Jacke des mutmaßlichen Pferderippers), hat sich der das Anwendungsspektrum mittlerweile weiter entwickelt und vergrößert. Spannend das Ganze und wir freuen uns über die vielen Möglichkeiten und die vielen Kontakte, die sich für uns ergeben.

In diesem Sinne, euer zufriedenes, aber etwas erschöpftes

ForGen-Team

ForGen ist beim Bauernverband: Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein

Am Montagabend wurde es politisch! ForGen war eingeladen zu einem Gespräch zwischen Landwirtschaft und Politik zum o.g. immer präsenter werdenden Thema.

Und eine gut aufgestellte Hörerschaft hatte sich in Breitenburg-Nordoe versammelt: Die Agrarpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen, der FDP und der CDU waren anwesend ebenso wie eine Landtagsabgeordnete der SPD und der Vorsitzende des Ausschusses Naturschutz aus dem Kreis Steinburg. Dazu Mitarbeiter des Bauernverbandes, aus der Verwaltung Steinburg, ein Mitglied aus dem Landesvorstand des Bauernverbandes, Vertreter des Schafzuchtverbandes, der Kreisjägerschaft und noch viele weitere sehr interessierte Zuhörer. Wir hatten die Ehre, einen 45-minütigen Vortrag zum Thema der forensischen Rissbegutachtung zu präsentieren und dabei etwas über uns, unsere Arbeit, die Methoden und die Ergebnisse zu berichten. Ein großer Aspekt dabei war die Erklärung des Begriffes Forensik. Was macht ein Forensiker, was unterscheidet ihn und seine Arbeit von anderen, was kann ein Forensiker zum hier genannten Thema leisten, was kann er, was andere nicht können. Viel, wie wir finden und daher haben wir genau erklärt, was eine forensische Begutachtung ist, wie Ergebnisse und Befunde von uns betrachtet und interpretiert werden und was Begriffe wie Plausibilität, Ergebnisneutralität, Rechtssicherheit und Forensische Analytik überhaupt in diesem Kontext bedeuten.

Zum Schluss wurde intensiv über einen der wichtigsten Punkte bei der Rissanalytik gesprochen: Die Probenentnahme. Da werden wir auch nicht müde, zu erklären, wie sich DNA wo am besten hält, wie sie zerstört werden kann, was man beachten sollte bei der Entnahme etc. etc. Stichworte wie DNA-Haltbarkeit sind hier interessant: getrocknete DNA hält sich nämlich sehr sehr lange, weshalb ein laues Lüftchen bei warmen Temperaturen und etwas Sonnenschein ideale Bedingungen darstellen und man einen Kadaver auf keinen Fall mit einer Aludecke abdecken sollte. Feuchte DNA und Wärme vertragen sich nämlich gar nicht so gut. Und natürlich kann man bei der Entnahme auch alles dafür tun, um möglichst wenig DNA-Material eines Angreifers zu erhalten. Dabei soll das hier keine bösartige Unterstellung sein, es zeigt nur, dass nichts über eine gute Ausbildung geht.

Zusätzlich durften wir auch ein wenig über die Problematik von Kontaminationen sprechen. In der Forensik ist hier der Begriff der tatrelevanten Spur geläufig. D.h., dass eine Spur an einem Tatort nicht zwangsläufig von dem Täter direkt dort platziert worden sein muss. Stattdessen gibt es viele Möglichkeiten einer nicht-Tat-bezogenen DNA-Verschleppung im Rahmen eines sog. DNA-Transfers. Hier kennt der Forensiker viele beängstigende Beispiele aus der echten Praxis. So konnte z.B. gezeigt werden, dass in Spurenlaboren DNA-Profile an Spurenträgern gefunden wurden, die sicher Mitarbeitern zugeordnet werden konnten, die garantiert nichts mit der Tat zu tun gehabt haben und die nicht einmal auch nur auf der Etage des Labors gewesen sind. Wie? Einfach, weil Sie die Tüten, in denen sich die zu untersuchenden Spuren befanden, von außen angefasst und transportiert hatten,. Oder Sie haben die Akten angelegt und entsprechend mit bloßen Händen angefasst….Hier kann so viel passieren und oberste Sorgfalt ist gefragt, sowohl während der Entnahme als auch bei Lagerung und Transport der Spurenträger und natürlich im Anschluss bei der Bearbeitung im Labor.

Zusammengefasst war es ein äußerst interessanter Abend mit sehr ruhigen, konstruktiven und interessanten Gesprächen. So kann eine Diskussion zu diesem leider häufig so polarisierenden Thema tatsächlich auch verlaufen!

Daher bedanken wir uns beim Bauernverband ganz herzlich für die Einladung und freuen uns schon auf ähnliche, weitere Termine.

das ForGen Team

ForGen bildet fort…-diesmal in Graz

Puh, was für eine Woche. Sowieso schon nicht unterbeschäftigt oder gar von Langeweile geplagt, hat uns diese Woche die ganz normale Routinearbeit mit vielen tierischen und menschlichen Fällen beschäftigt, dazu die Lehre für Polizeischüler, Betreuung von Studenten und Praktikanten und dann war am Mittwoch auch noch ein ganztägiger Termin in Graz. Acht Stunden vollgepackt mit forensischer Spurenkunde. Herrlich, da konnte man sich so richtig ausleben. Los ging´s mit einem geschichtlichen Abriss mit dem Urteil des Salomons (auch eine Art der Abstammungsbegutachtung), über Shakespeare, der auch so seine diesbezüglichen Gedanken hatte, Mendel (die Erbsen!), Landsteiner (ABO-Blutgruppen) und viele weitere Experten . Also ein Abriss vom Beginn der Spurenkunde und der Abstammungsanalytik bis hin zur Neuzeit und natürlich zu Sir Alec Jeffreys, dem Entdecker des genetischen Fingerabdrucks. Zum Schluss noch etwas tierische Genetik und einige schöne Beispiele unserer Mischlingsanalysen. Das Ganze verpackt mit viel Informationen und natürlich mit zahlreichen eigenen Fällen und Geschichten präsentiert. Großartig war es, soviel Zeit zu haben, um all seine Lieblingsthemen und die vielen erlebten Fälle zeigen zu können. Aber da kommt ja auch in über 20 Jahren einiges zusammen. Tatsache war, dass das noch Stunden so hätte weitergehen können. Die 35 Lehrer und Lehrerinnen aus der Steiermark (alle Schulstufen waren vertreten) haben tapfer durchgehalten und auch viele Fragen gestellt. Sicherlich werden Sie einiges in ihren Unterricht aufnehmen und ihren Schülern und Schülerinnen auch Physik oder Chemie mit spannendem, forensischem Hintergrund nahe zu bringen.
Schade nur, dass keine Zeit mehr war, das schöne Graz etwas mehr zu genießen. Direkt nach der Veranstaltung ging es zum Flieger und nahtlos nach Frankfurt, von dort noch knappe zwei Stunden Zugfahrt und Freitag um 9:00 Uhr Termin im Landgericht. Um 22:00 Uhr dann wieder in Hamburg….
In diesem Sinne, ein schönes, ruhiges Rest-Wochenende


Euer ForGen-Team

Von Schicksalsschlägen, Umwegen und einem Happy End – Holly ist da!

Ab einem gewissen Lebensalter kennen das die meisten Menschen….Dinge passieren unter denen man unsagbar leidet, tieftraurig oder alternativ unbeschreiblich wütend ist. Man hadert mit seinem Schicksal und versteht einfach nicht, warum einem so etwas (schon wieder) passiert.
Keine Angst, das wird keine Geschichte mit dem Inhalt, dass alles Fürchterliche einen Grund hat und aus jeder Katastrophe etwas Positives entsteht. Es gibt definitiv Dinge, die haben nicht zu passieren und an denen ist nichts schön zu reden, bzw. nichts kann passieren, um das Erlebte jemals wieder gut zu machen. Einige Jahre in der Rechtsmedizin arbeiten und dann weiß man das aus hautnaher Erfahrung!
Und dennoch ist es immer wieder schön anzusehen, wie nach einer traurigen Begebenheit ganz wunderbare Geschichten entstehen können. Hier geht es um die Familie B., einer fröhlichen und glücklichen Gemeinschaft aus Eltern, Kindern und Haustieren. Zwei Hunde haben sie im Abstand von acht Wochen an schweren Erkrankungen verloren. Die Kinder waren tieftraurig und jeder, der selbst mit Haustieren aufgewachsen ist oder aber sieht, wie Kinder mit Tieren zusammenleben, kann sich in etwa vorstellen, wie groß die Trauer war. Der Hundefreund war weg und das Haus viel zu leer. Die Eltern taten das absolut Richtige und machten sich auf die Suche nach einem neuen Vierbeiner. Im Internet fanden sie über eine sehr engagierte Tierschutzorganisation die Anzeige von einem äußerst niedlichen, vielversprechenden Jungrüden. Familie B. fackelte nicht lange, fuhr in die Pflegestelle und war sich dort sofort sicher, dass sie ihren neuen Hund gefunden hatte. So toll es anfangs aussah, stellte sich leider heraus, dass der Hund mit kleinen Kindern so gar nicht zurecht kam und es war klar, dass beiden Seiten nicht damit gedient war, darauf zu hoffen, dass es sich irgendwann bessern würde. Schweren Herzens brachten sie ihn zurück. Wieder ein Abschied, wieder weinende Kinder. Und nicht nur die trauerten; ihre Mutter war verzweifelt. Selbst (erfolglos) mit den Tränen kämpfend setzte sie sich einfach auf den Rasen, mitten auf dem Gelände der Pflegestelle. Da legte sich auf einmal etwas Pelziges, warmes an Ihre Seite, engster Körperkontakt, kein Blatt passte mehr dazwischen. Sie erschrak ein wenig, sah auf und da war Holly und schaute sie durchdringend an…Holly, die kleine Schwester von dem Jungrüden, der leider keine Kinder mochte. Natürlich konnte Holly nicht reden, aber es war klar, was sie sagen wollte. Der neue Familienhund der Familie B war da! Und das ist er tatsächlich. Holly weicht kaum von der Seite ihres Frauchens und hat die gesamte Familie therapiert; jedes gebrochene Herz gekittet und ist einfach die absolute Frohnatur. Freundlich und lieb zu jeden und dazu der absolute Kindermagnet. Kein Kind, das nicht auf Holly zugeht, sie streichelt und mit ihr spielt. Das Größte aber für Holly ist „ihre“ Familie, auf die sie permanent aufpasst und die sie auch auf Spaziergängen ohne Leine nie wirklich aus den Augen lässt.
Blieb noch eine kleine Frage, bei deren Beantwortung wir natürlich gerne geholfen haben: Was steckt (genetisch) in Holly? Nun, wie so oft Labrador Retriever, dazu Boxer und Schäferhund und ein kleiner Schuss Border Collie.
Zum Abschluss ein Zitat der Familie selbst, dem wir nichts hinzufügen wollen:
> > Sie hat uns allen das Lachen zurückgebracht und dafür sind wir sehr, sehr dankbar.> >

Euer sehr zufriedenes
ForGen-Team

„ForGen kann auch Tiere“

Immer mal wieder posaunen wir auf diesem Wege hinaus, dass wir unsere Ringversuche bestanden haben. Zweimal im Jahr wird die Fähigkeit zur Abstammungsanalytik inklusive statistischer Berechnungen geprüft (einmal ein leichter und einmal ein komplizierter Fall) und zwei Ringversuche gibt es ebenfalls für die Spurenuntersuchungen. Hier werden schwierigste Minimalspuren aufgearbeitet, Spurenarten bestimmt, genetische Analysen durchgeführt und Spurenzugehörigkeiten (einfach und als Mischspurkalkulation) durchgeführt. Jetzt haben wir aber auch noch einen kleinen Ringversuch für unsere tierischen Untersuchungen durchgeführt. Bei den Tieren bieten wir ja neben der genetischen Typisierung vieler verschiedener Tierarten (wir könnten sogar Fledermaus-Hund-Schlangen-Mischlinge….) auch die Zuordnung biologischer Spuren an. Das ist eine uralte rechtsmedizinische Fragestellung und wird schon seit ewigen Zeiten auf unterschiedlichste Arten durchgeführt. Früher geschah dies noch immunhistochemisch (wer Langeweile hat, google doch einmal Ouchterlony-Test, schöne alte Methode) und heute gibt es auch hier genetische Verfahren. Eines davon eignet sich, um aus einer reinen DNA-Spur über ein bestimmtes Teil der mitochondrialen DNA herauszufinden, zu welcher Spezies diese Spur gehört. Nicht unwichtig, wenn mal wieder jemand eine Plastiktüte mit undefinierbaren Fleischbrocken im Fahrstuhl eines Krankenhauses (!) gefunden wird; in der Papiersortierungsanlage ein Paket platzt und sich gefühlt riesige Mengen offenbaren Blutes über den meterhohen Altpapierberg ergießen oder die Polizei auf der Suche nach seit Jahren vermissten Personen ein Knochenfragment findet, bei dem es sich wohl um eine schon zerstörte Rippe handelt. Rippen können nämlich sehr schwierig bei der Bestimmung sein, vor allem, wenn sie schon verwittert sind…Erhält man genug DNA aus diesen Spuren, lässt sich schnell sagen, ob die Spuren humanen Ursprungs sind oder nicht und kann damit die etwaige weitere Ermittlungsarbeit enorm unterstützen. Und da haben wir gedacht, machen wir doch einen Spezies-Ringversuch der ISFG – Forensic Wildlife Group und ENFSI mit. Voila! Eine neue Urkunde. Geht doch!!!!

Damit gehen wir fröhlich ins Wochenende!


Euer ForGen-Team

Tierischer Besuch bei ForGen!

Da kann man sich glatt dran gewöhnen. Nehmen wir doch regelmäßig Abstrichproben von Menschen für gerichtsfeste Abstammungs- und Spurengutachten ab, kam diesmal ein Hund direkt zu uns. Was für eine schöne Abwechslung im normalen Alltag, dazu in wunderbarer Begleitung.

Wieder eine gute Rasse für unsere Datenbank, die wir aus Qualitätsgründen ständig aufstocken. Immer mal wieder suchen wir bestimmte Rassen oder stolpern wir über „interessante“ Hunde, die wir unbedingt typisieren müssen. Und wer weiß, vielleicht finden wir ja ein bisschen Bär…😉

Viele Grüße

Euer ForGen-Team

Vier Beine, zwei große Ohren und ein riesengroßes Hundeherz: Willkommen Ella!

In der Hoffnung, niemanden zu langweilen, präsentieren wir schon wieder eine kleine Erfolgsgeschichte. Diesmal geht es um Ella, die als Welpe auf einer Straße in Bulgarien ausgesetzt, bzw. dort am Straßenrand einsam und verlassen gefunden wurde. Glücklicherweise sah sie eine engagierte Tierschützerin, die die Kleine einfing und erst einmal geduldig aufpäppelte. Als klar war, dass dieser Einsatz erfolgreich werden würde, sah man sich nach einem wirklichen und dauerhaften Zuhause für den kleinen Vierbeiner um.

Ella wurde nach Deutschland gebracht und dort Anfang Juli mitten in der Nacht um 2.00 Uhr von ihrer neuen Familie in Empfang genommen. Und trotz dieser ganzen aufregenden Umstände hat sie sich ohne Umwege und nahtlos in die Vierbeiner-Fraktion der Familie, bisher bestehend aus zwei Katern und einer Katze, eingelebt. Möglicherweise liegt das an ihrer „angeborenen Variabiltät“, die sich ja auch in ihrem Äußerem ein wenig niederschlägt? Die großen Ohren, die ja durchaus häufiger bei anderen Spezies zu finden sind (im Notfall hätten wir auch noch auf Fledermaus getestet!), dazu das schön gezeichnete, schmale Gesicht mit diesen riesigen Augen, mit denen Sie einem glatt jedes Essen vom Teller gucken könnte….

Kein Wunder, dass sie von den Katzen als Bereicherung angesehen wird, möglicherweise fällt dann für diese einmal etwas mehr ab. Zusätzlich ist es für echte Katzen sicherlich auch interessant, zu sehen, wie Ella fleißig all das lernt, was Hund heutzutage so wissen muss und sollte…

Die genetische Untersuchung erbrachte aber tatsächlich keine Überraschungen. Ella ist ein waschechter Schäferhundmix mit Labrador (die Ohren!) und einem Schuss Husky! Langweilig wird es wohl in der tierischen Großfamilie jetzt nicht mehr. Allenfalls wird das ein oder andere Familienmitglied bald über verlorene Kilos und zunehmende Kondition „klagen“ dürfen. Ella wird das mit ihrer Energie schon richten. Wir sind gespannt, wie es weitergeht und freuen uns immer über Nachrichten von „unseren“ Hunden.

das ForGen-Team

Und wieder ein paar hübsche Urkunden mehr….: nächster Ringversuch bestanden!

Um ehrlich zu sein, bestehen schon die meisten Forensiker diesen Abstammungsringversuch und wir haben ihn auch noch nie nicht erfolgreich absolviert. Aber dennoch freuen wir uns jedes Mal sehr, wenn der vertraute Briefumschlag bei uns eintrudelt. Ganz abgesehen davon, dass wir diese Nachweise für unsere Akkreditierung benötigen.

Und dann ist das Ganze auch nicht immer so einfach, wie viele glauben. Besonders die vielen Fernsehserien und Filme mit forensischer Thematik haben in der Öffentlichkeit dazu beigetragen, dass zum einen die Leute denken, wir könnten einfach alles (hoppla: Identitätsfeststellung in 5 min oder mal eben eine vollständige 3D-Projektion einer unbekannten Person anhand von 47 meist kaputten Knochenfragmenten, der natürlich sofort die Recherche in der weltweiten Datenbank folgt, auf dass man nach 3,5 min weiß, dass es Lieschen Müller war)…..die Pest, wie unser alter Chef zu sagen pflegte.

Zum anderen kommen diese riesigen Genetik-Firmen hinzu, die feststellen, dass man asiatische oder afrikanische (ha ha) Wurzeln hat oder aber, dass die beste Freundin tatsächlich eine Großcousine 27. Grades ist. Ein Wunder kann man da aus forensischer Sicht nur sagen! (Oder gerade nicht….).

Prinzipiell haben wir natürlich nichts dagegen, wenn uns viel zugetraut wird, aber es ist schon anstrengend, immer wieder erklären zu müssen, dass man z.B. eine Verwandtschaft nicht zu 100 % feststellt. Beim simplen Vaterschaftstest z.B. muss der Gutachter wissen, ob tatsächlich nur der untersuchte Mann als Vater oder ein anderer UNVERWANDTER Mann in Frage kommt oder aber vielleicht der Bruder oder der Vater. Das muss in sogenannten Hypothesen bei der Berechnung bedacht werden und kann zu sehr großen Unterschieden in der Befundung führen. Und genauso sicher muss man sich sein, dass Mutter und möglicher Vater nicht miteinander verwandt sind. Daher sind solche Untersuchungen ja auch sehr schwierig, wenn keinerlei Hintergrundinformationen vorliegen, wie z.B. bei Wildtieren. Oder wer kann sicher ausschließen, dass der kleine Feldhase nicht ein Techtelmechtel mit seiner Kusine hatte, die wiederum den Bruder auch nicht so unattraktiv fand…? Und dann stelle man sich einmal kompliziertere Fragestellungen vor, wie Geschwisterschaften, Vaterschaftstests ohne den Vater u.s.w..

Auf jeden Fall aber werden wir also zweimal jährlich abgefragt und müssen unsere Fähigkeiten beweisen. Hat geklappt, daher freuen wir uns und darauf stoßen virtuell mit allen an!

 

das gut gelaunte ForGen-Team

Schakale bei ForGen

In der Regel fahren wir zu Kongressen bzw. Tagungen, um eigene Forschungsarbeiten zu präsentieren und natürlich, um neueste Erkenntnisse zu unseren Forschungsgebieten von den anderen Teilnehmern zu erfahren. Dafür bekommen wir unsere Fortbildungsnachweise und Punkte, die wir regelmäßig im Rahmen unserer Akkreditierung nachweisen müssen.

Tatsächlich aber sind die berühmten „Kaffeegespräche“ viel wichtiger. D.h., man trifft sich in den Pausen und unterhält sich über aktuelle oder angedachte Projekte, erörtert Ideen, fragt Experten zu bestimmten Teilbereichen und fachsimpelt fröhlich vor sich hin. Und wenn die Vorträge zu langweilig oder zu bekannt erscheinen (nach über 20 Jahren kommt das schon einmal vor), verlängert man die Kaffeepausen ein wenig…

So auch vor einigen Monaten, wo wir ein sehr interessantes Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Anatoliy Volokh von der Tavria State Agrotechnolical University in Melitopol (Ukraine) führten. Abgesehen davon, dass Herr Volokh unglaublich nett und sympathisch war, ergab sich tatsächlich ein gemeinsames, wissenschaftliches Projekt; die Untersuchung von Schakalen.

Immer häufiger haben wir die Fragestellung bekommen, ob vielleicht eine bestimmte Spur auch von einem Schakal stammen konnte und leider hatten wir nur sehr wenige Proben. Nun verfügen wir, Professor Volokh sei Dank, über Proben von 30 Schakalen und werden diese in Kürze analysieren und die Ergebnisse in unsere Datenbank eingeben. Zusätzlich führen wir noch einige weitere Untersuchungen durch, aber davon dann demnächst einmal mehr.

Wichtig für´s erste ist, dass ForGen bald statistisch gesichert Schakale erkennen kann und wir sind schon sehr gespannt, ob wir tatsächlich einmal einen finden. Zumindest gesehen hat man ja den ein oder anderen schon in freier Wildbahn, wo er eigentlich nicht zu erwarten wäre, wie im letzten Jahr in unserer alten Heimat Schleswig-Holstein.

In diesem Sinne, abwarten und DNA analysieren….

das ForGen-Team

 

Kontakt mit ForGen

Der Sommer ist fast vorbei und wir senden allen noch einmal ein paar herzliche und sonnige Grüße mit den besten Wünschen für einen schönen, erholsamen und friedlichen Spätsommer.

Wir möchten alle bitten, die uns Aufträge zusenden, IMMER ihre Emailadresse mit anzugeben. Zu unserem Standard gehört, dass wir, nachdem wir sowieso in unseren eigenen Akten und der Datenbank eintragen, wann welche Proben in was für einem Zustand bei uns eingetroffen sind, uns zusätzlich auch bei unseren Auftraggebern melden. Wenn wir allerdings keine Email-Adresse haben, fällt das etwas schwer. Auch für diejenigen, die die Proben geschickt haben, ist es unbefriedigend, wenn sie nicht wissen, ob die Proben angekommen sind, es eventuell Probleme gab oder Ähnliches. Zusätzlich geben wir ungern per Telefon Auskunft, ob Proben eingetroffen sind und schon gar nicht erzählen wir, wer uns wann beauftragt hat. Dies betrifft natürlich insbesondere neue Fälle, bei denen wir die Auftraggeber nicht bereits kennen. Und dann gibt es ja auch Themen, die besonders im Fokus sind, von der Presse geteilt werden und zu denen viele Leute viele Meinungen haben. Hier ist es uns besonders wichtig, dass wir keine privaten Informationen fälschlich herausgeben. Sollte also jemand länger auf Nachrichten von uns warten oder aber keine vollständige Auskunft am Telefon erhalten haben, bitten wir um Entschuldigung und Verständnis. Wir sind (nahezu) immer direkt per Email, Facebook, Messenger, Textnachrichten oder auch telefonisch erreichbar und freuen uns, wenn wir helfen können.

In diesem Sinne, freuen wir uns auf weitere Nachrichten und natürlich auch neue Aufträge.

ein erholtes

ForGen-Team