ForGen und der Wolf gehen in die nächste Runde: Diesmal wird es politisch

Was kann die Rechtsmedizin bzw. die forensische Spurenkunde für die Wolfs- bzw. Rissanalyse tun? Warum tummeln wir uns als Forensiker im Bereich der Wolfgenetik, kümmern wir uns doch primär um Abstammungsfälle, Diebstähle, Mord- und Totschlag und Ähnliches bevorzugt beim und mit Menschen?

Na, ganz einfach: „Tierische Fälle“ wurden schon immer in der Rechtsmedizin untersucht. Man denke hier nur einmal an das gebissene Kind und den unter Verdacht stehenden Hund des Nachbarn. Der Rechtsmediziner untersucht den Geschädigten, entnimmt Proben und erstellt ein ordentliches Gutachten, dem genau zu entnehmen ist, wie die Ausmaße der Verletzungen sind und ob tatsächlich ein Hund als Täter in Betracht kommt. Zusätzlich wird der Rechtsmediziner Proben entnehmen und diese in der forensischen Spurenkunde analysieren lassen, um die Spezies herauszufinden und ggf. den tatverdächtigen Hund eindeutig mit einem weiteren entsprechenden Gutachten als Täter darzustellen oder zu entlasten.

Die Kompetenzen liegen zusätzlich in der Probenentnahme. Wo am gerissenen oder verletzten Tier müssen die Abriebe entnommen werden, wo auf keinen Fall? Wie lange hält sich DNA und was muss bezüglich einer eventuellen Kontamination z.B. mit DNA des auf der Wiese herumlaufenden Hundes bedacht werden? Und was hat es mit einer Akkreditierung auf sich?

Probenentnahme, Kontaminationsprophylaxe, die Tat-relevante Spur, Minimalspurdiagnostik…alles forensische Kernkompetenzen, ganz klar!

Und wir durften dies heute einer Abordnung der CDU aus dem Niedersächsischen Landtag vorstellen. Neben Herrn Bäumer (MdL) waren noch einige Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz dabei. Mehrere Stunden konnten wir wunderbar konstruktive Gespräche führen, uns vorstellen und die „große Frage“ (siehe den Anfang) beantworten. Wie schön, wirklich interessierte Gesprächspartner zu haben. Wir hoffen sehr, dass dieser Tag dem ganzen Thema ein wenig hilft. Schließlich geht es hier um die Betroffenen, die morgens auf ihre Weiden kommen und Ihre Tiere verletzt oder nur noch in Teilen vorfinden. Da ist uns jeder willkommen, der wirkliches Interesse an der Thematik mitbringt! Vielen Dank an die Besucher!

Euer heute wirklich optimistisches

ForGen-Team

ForGen wird den Wolf nicht los – sogar im „Fischland“ nicht

Viele Grüße vom interdisziplinären Fischlandsymposium in Dierhagen! Eine tolle Veranstaltung rund um Hämatologie, Onkologie und Pathologie mit zwei völlig unterschiedlichen „Warm-up Vorträgen“ am Freitagabend. Der erste beleuchtete einmal die Problematik der ganzen Wundermittelchen, Zusatzstoffe, Nahrungsmittelergänzungen etc. Zusammengefasst kann man sagen: Bringt alles nichts und kostet nur unnötig Geld wäre noch gut. Schlimm ist es, dass ganz viele der natürlichen Helferlein mit bestimmten Therapien kontraagieren und zu wirklichen Schäden führen können. Also lieber wieder an den Smoothiemaker…

Den zweiten Unterhaltungsvortrag durfte ForGen präsentieren und der Wunsch des Veranstalters war tatsächlich: Wieviel Wolf ist im Menschen und wieviel Hund ist im Wolf?“

Na danke! Als wenn wir nicht genug mit diesen Vierbeinern zu tun hätten. Aber natürlich lief alles gut. Nach über 20 Jahren im Fach hat man genug Geschichten auf Lager, um den Wolf im Menschen zu finden und Wölfe und Hunde und xxx verfolgen uns momentan auch ausreichend, um einiges darüber erzählen zu können.

Zusammengefasst also: Alles gut, das wird ein schönes Wochenende und es kommen sicherlich noch tolle Vorträge und Gespräche zustande.

Mittlerweile sonnige Grüße an alle von der Ostseeküste

Euer ForGen-Team

ForGen und die Wissenschaft

Schön war sie die Zeit an der Universität. Neben der „normalen“ Rechtsmedizin und der forensischen Genetik haben wir mit vielen Kollegen anderer Fachrichtungen zusammengearbeitet und geforscht. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Exzellenzinitiative geförderte Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ haben wir mitgegründet und nun gibt es daher in Kiel ein richtiges Labor für aDNA-Forschung (=alte, historische DNA), das von unserem ehemaligen Doktoranden geleitet wird. Aber auch mit vielen anderen Forschern haben wir in kleineren (und auch größeren) Projekten zusammengesessen und uns gegenseitig unterstützt. Und wir freuen uns natürlich immer sehr, wenn wir forschungsmäßig „von dieser Vergangenheit eingeholt werden“. So auch jetzt. Zusammen mit einem sehr netten Kollegen aus der Sexualmedizin haben wir an einem wirklich spannenden Projekt aus der Schnittstelle Rechtsmedizin/Psychiatrie/Sexualmedizin gearbeitet und nun ist tatsächlich die ganze zugehörige Studie veröffentlicht. Eine schöne Anerkennung für längst vergangene Mühen.

Euer sich sehr freuendes

ForGen-Team

ForGen bleibt beim Wolf: und ist schon wieder im Fernsehen

Nachdem neulich doch auf Arte schon ein, wie wir finden, sehr guter Bericht über Wolf(s)hunde lief, kommt jetzt die „Verlängerung“. Die Journalistin hatte soviel Material, dass nun eine weitere Sendung mit mehr Informationen rund um dieses große Streitthema im Bayerischen Rundfunk gezeigt wird. Am 10.4.2018 um 22:00 Uhr geht es los. „DokThema Zwischen Wolf und Hund – Wie gefährlich sind Wolfshybriden?“

Wir sind sehr gespannt; welche Punkte alle gezeigt werden und wie unsere Arbeit oder dieses Thema generell gezeigt wird. Man weiß ja nie…

Viel Spaß beim Gucken wünscht Euch

 

Euer, leicht gespanntes ForGen-Team

 

ForGen glücklich, aber völlig fertig: Überwachung und Überprüfung geschafft!

Kalibration, Managementreview, Kundenzufriedenheit, Probensicherung, Überprüfung, Risikomanagement, Fortbildung, Fehler- und Beschwerdemanagement, Identifizierungen, Spurenuntersuchungen, Auswertungen, Norm hier, Norm da- zwei Tage Ausnahmezustand in unserem Labor! Jedes Steinchen wurde umgedreht, in Gutachten geblättert, Datenbanken angesehen, Fortbildungen überprüft, Arbeitsabläufe angesehen u.s.w.

Aber, es ist geschafft. Wir haben die Überwachung unseres Qualitätsmanagementsystems hinter uns; unsere Akkreditierung nach ISO17025 wurde begutachtet UND gleichzeitig haben wir uns nach der neuen, geänderten Norm prüfen lassen. Also zwei Dinge auf einmal und das dann sowohl im System als auch im fachlichen Bereich durch zwei Gutachter. Einer für das QM-System und dann ein zusätzlicher wissenschaftlicher Fachgutachter (Professor für forensische Genetik mit Zusatzqualifikation Qualitätsmanagement) für die fachlichen Belange. Und wir haben es geschafft! Unfassbar viel Arbeit hatten wir in den letzten Monaten. Sogar zwei neue Qualitätsmanagementbeauftragte haben wir nun, die unglaublich viel geleistet haben, galt es doch, das gesamte System auf die geänderte Norm umzustellen und hier viel zu verändern und zu verbessern. Ein riesiges Dankeschön an die Beiden! Viele neue Punkte müssen wir von nun an für die neue Norm einhalten oder vertiefen und noch genauer dokumentieren. Aber dafür sind wir jetzt eines von noch wahrlich nicht vielen Laboren, die diese Umstellung erfolgreich beantragt haben.

Zu den Änderungen gehört auch, dass von nun an speziell die komplette forensische Probenentnahme (sowohl von Spuren als auch bei Personen) Bestandteil der Akkreditierungsurkunde sein wird. D.h., nachdem wir hierfür schon immer Standardarbeitsanweisungen hatten, wird dieses nun aufgrund der erfolgreichen Überprüfung mit akkreditiert sein. Gerade hierbei gibt es so viele Dinge zu beachten bzw. falsch zu machen, dass es auch wirklich an der Zeit war, dass diese Leistung entsprechend inhaltlich und formell überprüft und dann durch die Akkreditierung honoriert wird.

Jetzt müssen wir noch einige (wenige!) Dinge abarbeiten, wie es nach jeder Überwachung der Fall ist und einiges noch anlehnend an die Anforderungen verbessern oder ändern und dann bekommen wir in einigen Wochen zwei neue wunderhübsche Urkunden. Eine für die Abstammung- und eine für die Spurenuntersuchung unter dem Mantel des gesamten Qualitätsmanagements. Wir freuen uns einfach nur so dermaßen! Ab morgen sind wir auch wieder halbwegs ansprechbar und für neue Fragen, Aufträge und Aufgaben bereit.

Völlig fertig aber stolz,

euer ForGen-Team

ForGen wie im Taubenschlag….

Die Zeit rennt und rennt, dass man kaum hinterherkommt. Wochenlang haben wir uns über und an unseren beiden Praktikantinnen, Jacqueline und Annika erfreut, sie mit lauter Arbeiten versorgt, sie hier aufräumen, dort sortieren und dekorieren und sie weiter an unserem Canidenprojekt arbeiten lassen und schon sind die beiden wieder weg….Dafür an dieser Stelle ein großes Dankeschön und die besten Wünsche für das weitere Studium. Mal sehen, vielleicht haben wir ja Glück und wir sehen uns für eine Masterarbeit wieder. Manche Studenten/innen will man gar nicht wieder abgeben und diesmal sind wir wirklich traurig. Sie waren ja nicht nur gute Laborarbeiter sondern auch noch wirklich nett!

Aber, nahtlos geht es weiter! Seit Montag ist die Bachelorstudentin Nele aus Hamm bei uns und absolviert ein 10-wöchiges Praktikum. Diese Woche war bunt und es gab viel zu tun und so konnte sie schon in den ersten paar Tagen viele verschiedene Dinge miterleben: Probenentnahmen für die Abstammungsuntersuchungen, Bearbeitung von Mischlingsanalysen und Verwandtschaftsfeststellungen, Körperverletzung durch Hundebiss, Literaturrecherche für die Optimierung der Speziesidentifizierung und dazu das ganze Qualitätsmanagement. Aber, was soll man sagen. Nele scheint genauso belastbar und motiviert zu sein wie ihre Vorgängerinnen. Man, haben wir ein Glück!

Ein schönes Wochenende wünscht

Euer ForGen-Team

ForGen und der Tatort; ein Faktencheck, diesmal aus Münster

Am Sonntag lief – wie fast immer ein Tatort in der ARD- und endlich mal wieder aus Münster. Der gehört ja prinzipiell zu unseren Lieblings-Tatorten. Diesmal hat er es uns aber ein wenig schwierig gemacht, weil trotz einiger Tote viel zu wenig Rechtsmedizin eine Rolle gespielt hat. „Unsere“ Tatort-Journalistin hat sich aber Mühe gegeben und einige interessante Fragen formuliert, die jeder gerne unter dem Link im PathoBlog unserer Kollegen ansehen kann.

Viel Spaß beim Lesen

Euer ForGen-Team

ForGen im Fernsehen – save the date!

Auf vielfachen Wunsch kommt heute noch eine kleine Erinnerung für alle, die gerne etwas über Wolfshunde sehen wollen. Morgen, am 7.3.2019 um 19:40 Uhr läuft auf Arte der Beitrag „Wolfshunde – Treue Gefährten oder gefährliche Haustiere?“. Wir wurden ausgiebig zu diesem Thema befragt, hatten einen vierbeinigen Vertreter zum Thema bei uns zu Gast, den wir genetisch untersuchten und haben versucht, so viel wie möglich zu erklären. Wir sind sehr gespannt, wie der Betrag wird und natürlich auch darauf, zu erfahren, was die anderen Befragten zu diesem Thema zu sagen haben. Etwas Transparenz und Ehrlichkeit können ja nicht schaden.

Wir wünschen auf jedem Fall dem tollen Kamerateam viel Erfolg für Ihre Arbeit.

 

Euer gespanntes

 

ForGen-Team

 

Fast vergessen: ForGen kommt ins Fernsehen!

Bei all dem Stress in den letzten Tagen hätten wir das beinahe vergessen. Da war doch neulich ein ganz wunderbares Kamerateam vom Bayrischen Rundfunk bei uns mit einer unglaublich netten und interessierten Journalistin. Auch einen äußerst hübschen, sehr wolfsähnlichen Hund mitsamt hochgradig engagierter Besitzerin hatten sie bei sich. Die Hündin kam aus völlig ungeklärten Verhältnissen nach Deutschland und es gibt keinerlei Hinweise oder gar Daten, was denn wohl in ihr steckt. Nur das Aussehen und das Verhalten lassen einige Mutmaßungen zu. Und wir durften sie genetisch untersuchen! Ein wunderschönes, ehr gelassenes und filmreifes Tier, das ein tolles und passendes Zuhause gefunden hat (https://www.camchatca.de/warum-wolfshund.html).

Damit war Narnia also ein „Feldversuch auf vier Beinen“ mit äußerst interessanten und spannenden Ergebnissen.

Spannend war es daher also und unsere lieben Kollegen von der Hämtopathologie staunten nicht schlecht, weil wir mal wieder den normalen Alltag durcheinander würfelten. Aber sie haben geduldig ertragen, dass man jetzt gerade nicht mit Papier rascheln, telefonieren oder gar durchs Bild laufen durfte. Ein Dankeschön daher an die geduldigen Kollegen.

Und natürlich ein großes Dankeschön an das Filmteam. Wir sind sehr gespannt, WAS alles WIE am 7.3.2019 zu sehen sein wird. Um Wolfshunde bzw. Wolfsmischlinge wird es gehen und die verantwortliche Journalistin hat sich dafür sehr ausführlich informiert, ist quer durch Europa gereist, hat wahnsinnig viel recherchiert (und gefragt, puh, war anstrengend) und war auch bei dem großen Labor, welches das offizielle Wolfsmonitoring in Deutschland betreibt zu Gast.

Man weiß ja nie im Vorfeld, WAS tatsächlich am Ende im Fernsehen herauskommt und WIE die eigenen Bemerkungen und Erklärungen zusammengeschnitten wurden. Wir sind also gespannt und hoffen das Beste; schließlich haben wir unser Bestes gegeben!

Wer Zeit hat, darf also gerne reinschauen. Viel Spaß!

Euer beinahe wieder erholtes

ForGen-Team

ForGen hat den nächsten Ringversuch in der Tasche – wie die Zeit vergeht…

Privat merkt man, dass man älter wird, wenn einen das Gefühl überkommt, gerade die letzte Windel feierlich im Mülleimer versenkt zu haben, der Nachwuchs aber auf einmal die Schule abschließt. Oder dieser Moment mitten in der unfassbar langen, unproduktiven und so anstrengenden Diskussion mit Teenagern, wo man sich wehmütig daran erinnert, WIE stolz man auf die ersten Worte des Nachwuchses war und wie sehr man sich freute, dass sie anfingen in ganzen Sätzen zu reden….

Hier bei ForGen merken wir es u.a. daran, dass auf einmal wieder eine Urkunde ins Haus flattert. Die Ergebnisse des zweiten Abstammungsringversuchs 2018 sind eingetroffen. Wieder ging es darum, aus Blutproben vollständige Profile zu erstellen und eine vorgegebene Abstammungsproblematik zu lösen. Und wieder haben wir das ordentlich und richtig hinbekommen. Die Ergebnisse aller Labore werden wir uns dann wie immer im Sommer auf dem jährlichen Fachkongress anhören, zusammen mit einigen hoffentlich spannenden Vorträgen der Kollegen.

Jetzt aber Urkunden ordentlich wegheften, im Formblatt xy eintragen, dass wir alles richtig haben, die richtigen Ergebnisse während des wöchentlichen Labortreffens auf einem weiteren Formblatt darstellen, alles mit den Kollegen besprechen und auf einem dritten Formblatt für die jährliche Abschlussbesprechung eintragen, dass diesbezüglich kein Handlungsbedarf besteht. Noch ein Grund, weshalb man sich freut, dass alles richtig war. Sonst gäbe es weitere Formblätter…

In diesem Sinne, ein völlig ungeregeltes: „Euch allen eine schöne Woche“

 

Euer zufriedenes ForGen-Team