ForGen ist im Kieler Landtag… und staunt.

Natürlich ging es wieder einmal um den Wolf. Man könnte meinen, wir machen den ganzen Tag nichts anderes und dann verbringen wir auch noch unsere Freizeit mit diesem Thema.

Am Mittwochabend hatte die FDP in den Kieler Landtag geladen „Wolf neu denken. Von Wolfsgebieten lernen“. Das hörte sich doch eigentlich ganz spannend an und wir dachten uns, möglicherweise könnten wir dort einige, für uns interessante Dinge erfahren oder zumindest beleuchten. Dass vor allem die Nutztierhalter sehr unter den Wölfen leiden, nach und nach auch private Tierbesitzer Probleme bekommen und viele sich einfach unwohl fühlen ob der Tatsache, dass die Vierbeiner durch ihre Dörfer, über Ihre Höfe oder in ihre Gärten laufen, ist bekannt und natürlich ging es in Kiel um diese Themen. Wir aber hatten uns noch mehr erhofft. Wie z.B. kann es sein, dass ein Tier (ein Schaf oder gar ein Rind) gerissen wird und sobald es das offizielle Ergebnis „Hund“ gibt, sich niemand mehr dafür interessiert? Entschädigung gibt es unter diversen Umständen bei einem Wolfsriss. War der Übeltäter aber ein Hund, ist das höhere Gewalt (?) und es gibt kein Geld. Nahezu viel drängender ist die Frage: Wieso interessiert es denn niemanden, dass scheinbar lauter wilde Hundemeuten durch Deutschland ziehen und ihr Nahrungsspektrum von der Dose auf Nutztiere umgestellt haben? Sollte das kein öffentliches Interesse sein? Oder wieso wird nicht versucht, herauszufinden, ob Nachbars Schäferhund die Lämmchen, Rinder etc. nebenan frisst? Wäre dann nicht der Nachbar haftbar? Und wer darf bzw. sollte hier die nötigen Untersuchungen durchführen dürfen? Fragen über Fragen, aber kehren wir doch einmal zurück zur Veranstaltung. Erster Redner war Gregor Beyer, Geschäftsführer des Forums Natur Brandenburg, der einen Einblick in die Wolfsgeschichte seines Bundeslandes präsentierte. So zeigte er u.a. die aktuelle Rissstatistik, die (und das wissen wir) nicht alle toten Tiere zeigte, sondern nur die anerkannten. Gerissene Hunde z.B. gibt es demnach keine in Brandenburg. Herr Beyer nannte das Wolfsmanagement eines der größten Probleme und sprach sich für das Durchführen von Schutzjagden aus. Mehrfach versicherte er, dass es hier nicht um die Ausrottung des Wolfes ginge. Vielmehr um Übersicht und Kontrolle und den Schutz des Menschen und seiner Tiere. Ganz klar sagte er, dass es in Deutschland Bereiche gäbe, wo zwischen Wolf und Mensch keine problemlose Ko-Existenz möglich sei. Wolfsproblemareale nannte er diese.

Nach Ihm erhielt der Wildtierbeauftragte Sachsens, Friedrich Noltenius, das Wort. Sehr klar und deutlich berichtete er über die Entwicklung in Sachsen und kam zu dem klaren Schluss, dass der Wolf sich nicht weiter ungehindert ausbreiten dürfe. Gerade in Sachsen gäbe es mittlerweile mehr als genügend Tiere und „die Wanne sei voll“. Auch kritisierte Herr Noltenius die vielen nachgewiesenen Hunderisse und stellte diesen offiziellen Analyseergebnisse den gesunden Menschenverstand und Logik gegenüber. Was für Hunde seien das auf einmal? Wieso in letzter Zeit so viele dieser Tiere? Woher kommen sie und wo leben sie? Fragen, die sich auch ForGen stellt, wobei wir zusehen, dieses Thema so objektiv wie möglich zu sehen. Daher würde uns es schon interessieren, welcher Hund so marodierend über die Weiden läuft oder zumindest welcher Rasse er angehört. Abschließend erklärte er, dass das Wolfsmanagement in Sachsen nicht funktioniere und der Ansatz mit den wolfssicheren Zäunen ebenfalls nicht. Das ist dann gleich das richtige Stichwort für den Umweltminister, Herrn Albrecht, der sich trotz eines engen Terminkalenders bereit erklärt hatte, an der anschließenden Podiumsdiskussion teilzunehmen. Herr Albrecht erklärte nämlich, dass 1 m hohe Zäune wissenschaftlich erwiesen einen sicheren Schutz für die Herden gegen den Wolf (oder Hund) darstellen würden. Demjenigen, der daraufhin sagte, diese Zäune seien nicht sicher und würden überwunden werden, entgegnete er „man sei da wohl unterschiedlicher Meinung“. Das ist doch jetzt spannend und wir werden aus rein wissenschaftlichem Interesse versuchen, diese Studie/Studien zu erhalten und gucken dann nach, WIE das wissenschaftlich bewiesen wurde. In der Wissenschaft ist das experimentelle Design mit das Wichtigste bei einer Studie und wer hier Fehler macht, kann schnell das falsche Resultat erhalten. Hat man eine Gruppe Wölfe genommen und Sie zum Springen animiert? Wenn ja, wie viele und aus welcher Population bzw. aus welchem Rudel? Möglicherweise können Wölfe aus Osteuropa besser springen als solche aus dem Süden? Falls sie alle aus einem Rudel stammten, war es möglicherweise einfach eine unsportliche Sippe? Und wie alt waren die Versuchswölfe? Springen junge Wölfe höher als alte Tiere oder ist das etwas, was man lernen kann und die Jungen müssen erst noch üben? Also braucht es eine altersgemittelte Untersuchungsgruppe. Und war es eine geschlechtsgemischte Gruppe? Hier ist wichtig, dass männliche UND weibliche Tiere untersucht wurden, um der möglicherweise unterschiedlichen Leistung der Geschlechter gerecht zu werden. Und wie hat man die Tiere motiviert? Eingesperrt und hungern lassen und dann Lämmchen auf die andere Seite des 1 m hohen Zaunes platziert? ODER aber es gibt Untersuchungen, die da zeigen, dass der Wolf an sich gar nicht in der Lage ist, so hoch zu springen, weil seine Anatomie das gar nicht hergibt. Zu wenig Muskulatur, unpassend ausgebildete Gelenke…dann bräuchte es natürlich keine Studie und das Interessante hier wäre nur noch, wie der Mensch es geschafft hat, aus einem springunfähigen Tier so sprungbegabte Hunde zu züchten….Das aber hat dann nichts mehr mit dem Wolfproblem zu tun. Möglicherweise könnte dies dann ins Wolfsmonitoring mit aufgenommen werden. Sobald ein Riss in einem mit einem Zaun geschützten Gebiet geschieht, kann es kein Wolf gewesen sein, da dieser sicher nicht hinüberkommt….nun ja, es war ein interessanter Abend.

Wir werden sehen und melden uns zu diesem Thema, sobald wir die Studie vorliegen haben.

Euer heute etwas rätselndes
ForGen-Team

ForGen testet sich und Khaleesi hilft…

Immer wieder werden wir gefragt, ob wir denn auch ALLE Hunderassen mit unserer Analyse herausfinden können. Nein, können wir nicht! Wir können nur die, die in unserer Datenbank im Rahmen von Referenzdaten eingespeist sind. Wir haben damals viel darüber nachgedacht, welche Rassen wir aufnehmen und mittlerweile sind etwas über 160 verschiedene Rassen von uns untersucht bzw. herausgesucht. Anerkannt sind über 300, aber hier gibt es viele Rassen, bei denen wir uns sehr sicher sind, dass man sie auf genetischem Wege nicht unterscheiden kann. Zusätzlich haben wir aus pragmatischen Gründen auf viele Rassen verzichtet. Warum eine Rasse für viel Geld analysieren, die in Deutschland eigentlich niemand besitzt?

Bisher kamen wir sehr gut zurecht, sehen aber in der letzten Zeit durchaus einige Rassen für uns relevant werden, die wir bisher tatsächlich nicht oder nicht in ausreichend hoher Anzahl in unserer Datenbank hatten. Der Sarplaninac gehört dazu. Im Rahmen der Herdenschutzmaßnahmen legen sich immer mehr betroffene Tierhalter solche Hunde als Herdenschutzhunde (HSH) zu.

Was nun, wenn ForGen einen Riss untersucht und der betroffene Schäfer einen Sarplaninac als HSH besitzt, dessen DNA möglicherweise am getöteten Tier vorliegt? Dabei heißt dies natürlich nicht, dass der Hund auch das Schaf gerissen hat. Viel eher sollte verständlich sein, dass ein HSH durchaus seine DNA auf die Tiere, die er bewacht, übertragen kann. Der ständige Kontakt zwischen den Tieren, mal Kuscheln hier, mal schnuppern da und schon trägt das Lämmchen die DNA des Hundes in seinem Fell. Der Rechtsmediziner würde bei einem solchen Nachweis daher immer die Frage stellen, ob denn die Hunde-DNA tatsächlich eine „tatrelevante Spur“ darstellt oder aber sie durch eine normale Spurenübertragung an das Tier gekommen ist…aber jetzt schweifen wir ab.

Es geht ja um die Frage, ob wir, weil wir nicht genügend Vertreter dieser Rasse haben, ein Fehlgutachten fabrizieren. Und vielleicht ist der Sarplaninac dem Wolf sehr ähnlich…möglicherweise könnte das Ergebnisse erklären, in denen unsere Analyse viel genetische Ähnlichkeit zum Hund und gleichzeitig viel Ähnlichkeit zum Wolf ergeben hat. Möglicherweise würden so falsch-positive Hinweise auf einen Wolf oder Ähnliches entstehen?

Den Hundebesitzern erklären wir immer, dass unsere Analyse die nächst-ähnlichen Rassen ergibt, wenn die tatsächlich gesuchte nicht in unserer Datenbank vorliegt. Das haben wir im Vorfeld ausgiebig getestet. Aber wie war es denn nun bei Wolf und unbekannter HSH Rasse? Leicht mulmig war uns schon; diese tiefsitzende Befürchtung, etwas falsch zu machen oder übersehen zu haben. Das kennen wir nur zu gut und leiden häufig darunter. Nur wer, sich Sorgen macht und ständig seine Methoden und Arbeit überprüft, kann wirklich gute Ergebnisse abliefern. Man muss immer offen sein für mögliche Fehlerquellen. Das ist etwas an die Nerven gehend, aber so muss es nun einmal sein. Sonst würde man sich ja auch nicht weiter entwickeln.

Nun gut, der Anfang war noch sehr nett und angenehm. Das Kennenlernen von Khaleesi machte Spaß und war eine nette Abwechslung vom Alltag. Und ehrlich: kaum eine Chance zu sagen, wer bezaubernder war: Die große, eindrucksvolle Hündin mit ihrem ausgeglichenen Wesen und ihrer Engelsgeduld beim Probennehmen oder Gudrun Derlin, die nicht einfach zu ForGen kam, sondern dort erschien! Eine Präsenz, wie sie nur wenige Menschen haben und dabei freundlich, offen und humorvoll.

Nun gut, was passiert, wenn wir die DNA eines Sarplaninac haben? Unser Computer spuckt als erstes die Gruppe Molosser aus und hier dann den Owtscharka. Weitere Ähnlichkeit zum Bernhardiner und Schäferhund und tatsächlich nur 15 % Ähnlichkeit zum wolfstypischen Muster, weit unterhalb unseres „Grenzwertes“. Puh, sind wir begeistert! D.h. also, dass wir bei einer Rissanalyse nicht fälschlicherweise auf einen Wolf hingewiesen hätten und auch der Polizei hätten wir keinen falschen Hinweis gegeben, wenn Sie uns ein Hundehaar gebracht hätte, welches sie auf der Jacke eines Mordopfers gefunden hat. Wir hätten ihnen gesagt, dass es möglicherweise ein Mischling ist, auf jeden Fall ein großer Hund und am ehesten ein Molosser wie der Owtscharka oder eine nicht in unserer Datenbank befindlichen Rasse wohl aus der Gruppe der Molosser….

Alles gut und ForGen verabschiedet sich ins Wochenende. Vielen Dank, große, kleine Khaleesi!

 

Euer entspanntes

ForGen-Team

Schon wieder der Wolf – ForGen ist in Bad-Blankenburg

Manchmal kommt man kaum zu Ruhe. Die Woche begann mit dem Wolf in Steinburg und endete mit dem Wolf in Thüringen….die 27. Internationale Naturschutztagung „Zoologischer und botanischer Artenschutz in Mitteleuropa“ fand dort statt. Auf Einladung des unglaublich netten Herrn Görner durften wir einen Vortrag halten, der von unseren Analysen und den Möglichkeiten zum Nachweis tierischer DNA-Spuren handelte. Was ist das Besondere an unserem Konzept, was ist möglich, was eher nicht zu empfehlen etc. Im Rahmen unserer forensischen Spezialisierung auf die Analyse tierischer Spuren untersuchen wir ja nicht nur Proben von Hunden und anderen Caniden sondern können auch DNA von Katzen (bzw. deren Familie allgemein), von Pferden, Kaninchen oder auch Bären nachweisen und diese zuordnen bzw. individualisieren. Nicht einmal Schlangen oder Fledermäuse würden uns sonderlich herausfordern, wenn diese ein Abstammungs- oder Zuordnungsproblem hätten…..Alles anfangs natürlich für einen typischen forensischen Einsatz gedacht (der Hundebiss, das Katzenhaar am Pullover des Opfers, das gar keine Katzen hat bzw. hatte, das Pferdeblut an der Jacke des mutmaßlichen Pferderippers), hat sich der das Anwendungsspektrum mittlerweile weiter entwickelt und vergrößert. Spannend das Ganze und wir freuen uns über die vielen Möglichkeiten und die vielen Kontakte, die sich für uns ergeben.

In diesem Sinne, euer zufriedenes, aber etwas erschöpftes

ForGen-Team

ForGen ist beim Bauernverband: Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein

Am Montagabend wurde es politisch! ForGen war eingeladen zu einem Gespräch zwischen Landwirtschaft und Politik zum o.g. immer präsenter werdenden Thema.

Und eine gut aufgestellte Hörerschaft hatte sich in Breitenburg-Nordoe versammelt: Die Agrarpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen, der FDP und der CDU waren anwesend ebenso wie eine Landtagsabgeordnete der SPD und der Vorsitzende des Ausschusses Naturschutz aus dem Kreis Steinburg. Dazu Mitarbeiter des Bauernverbandes, aus der Verwaltung Steinburg, ein Mitglied aus dem Landesvorstand des Bauernverbandes, Vertreter des Schafzuchtverbandes, der Kreisjägerschaft und noch viele weitere sehr interessierte Zuhörer. Wir hatten die Ehre, einen 45-minütigen Vortrag zum Thema der forensischen Rissbegutachtung zu präsentieren und dabei etwas über uns, unsere Arbeit, die Methoden und die Ergebnisse zu berichten. Ein großer Aspekt dabei war die Erklärung des Begriffes Forensik. Was macht ein Forensiker, was unterscheidet ihn und seine Arbeit von anderen, was kann ein Forensiker zum hier genannten Thema leisten, was kann er, was andere nicht können. Viel, wie wir finden und daher haben wir genau erklärt, was eine forensische Begutachtung ist, wie Ergebnisse und Befunde von uns betrachtet und interpretiert werden und was Begriffe wie Plausibilität, Ergebnisneutralität, Rechtssicherheit und Forensische Analytik überhaupt in diesem Kontext bedeuten.

Zum Schluss wurde intensiv über einen der wichtigsten Punkte bei der Rissanalytik gesprochen: Die Probenentnahme. Da werden wir auch nicht müde, zu erklären, wie sich DNA wo am besten hält, wie sie zerstört werden kann, was man beachten sollte bei der Entnahme etc. etc. Stichworte wie DNA-Haltbarkeit sind hier interessant: getrocknete DNA hält sich nämlich sehr sehr lange, weshalb ein laues Lüftchen bei warmen Temperaturen und etwas Sonnenschein ideale Bedingungen darstellen und man einen Kadaver auf keinen Fall mit einer Aludecke abdecken sollte. Feuchte DNA und Wärme vertragen sich nämlich gar nicht so gut. Und natürlich kann man bei der Entnahme auch alles dafür tun, um möglichst wenig DNA-Material eines Angreifers zu erhalten. Dabei soll das hier keine bösartige Unterstellung sein, es zeigt nur, dass nichts über eine gute Ausbildung geht.

Zusätzlich durften wir auch ein wenig über die Problematik von Kontaminationen sprechen. In der Forensik ist hier der Begriff der tatrelevanten Spur geläufig. D.h., dass eine Spur an einem Tatort nicht zwangsläufig von dem Täter direkt dort platziert worden sein muss. Stattdessen gibt es viele Möglichkeiten einer nicht-Tat-bezogenen DNA-Verschleppung im Rahmen eines sog. DNA-Transfers. Hier kennt der Forensiker viele beängstigende Beispiele aus der echten Praxis. So konnte z.B. gezeigt werden, dass in Spurenlaboren DNA-Profile an Spurenträgern gefunden wurden, die sicher Mitarbeitern zugeordnet werden konnten, die garantiert nichts mit der Tat zu tun gehabt haben und die nicht einmal auch nur auf der Etage des Labors gewesen sind. Wie? Einfach, weil Sie die Tüten, in denen sich die zu untersuchenden Spuren befanden, von außen angefasst und transportiert hatten,. Oder Sie haben die Akten angelegt und entsprechend mit bloßen Händen angefasst….Hier kann so viel passieren und oberste Sorgfalt ist gefragt, sowohl während der Entnahme als auch bei Lagerung und Transport der Spurenträger und natürlich im Anschluss bei der Bearbeitung im Labor.

Zusammengefasst war es ein äußerst interessanter Abend mit sehr ruhigen, konstruktiven und interessanten Gesprächen. So kann eine Diskussion zu diesem leider häufig so polarisierenden Thema tatsächlich auch verlaufen!

Daher bedanken wir uns beim Bauernverband ganz herzlich für die Einladung und freuen uns schon auf ähnliche, weitere Termine.

das ForGen Team

Vier Beine, zwei große Ohren und ein riesengroßes Hundeherz: Willkommen Ella!

In der Hoffnung, niemanden zu langweilen, präsentieren wir schon wieder eine kleine Erfolgsgeschichte. Diesmal geht es um Ella, die als Welpe auf einer Straße in Bulgarien ausgesetzt, bzw. dort am Straßenrand einsam und verlassen gefunden wurde. Glücklicherweise sah sie eine engagierte Tierschützerin, die die Kleine einfing und erst einmal geduldig aufpäppelte. Als klar war, dass dieser Einsatz erfolgreich werden würde, sah man sich nach einem wirklichen und dauerhaften Zuhause für den kleinen Vierbeiner um.

Ella wurde nach Deutschland gebracht und dort Anfang Juli mitten in der Nacht um 2.00 Uhr von ihrer neuen Familie in Empfang genommen. Und trotz dieser ganzen aufregenden Umstände hat sie sich ohne Umwege und nahtlos in die Vierbeiner-Fraktion der Familie, bisher bestehend aus zwei Katern und einer Katze, eingelebt. Möglicherweise liegt das an ihrer „angeborenen Variabiltät“, die sich ja auch in ihrem Äußerem ein wenig niederschlägt? Die großen Ohren, die ja durchaus häufiger bei anderen Spezies zu finden sind (im Notfall hätten wir auch noch auf Fledermaus getestet!), dazu das schön gezeichnete, schmale Gesicht mit diesen riesigen Augen, mit denen Sie einem glatt jedes Essen vom Teller gucken könnte….

Kein Wunder, dass sie von den Katzen als Bereicherung angesehen wird, möglicherweise fällt dann für diese einmal etwas mehr ab. Zusätzlich ist es für echte Katzen sicherlich auch interessant, zu sehen, wie Ella fleißig all das lernt, was Hund heutzutage so wissen muss und sollte…

Die genetische Untersuchung erbrachte aber tatsächlich keine Überraschungen. Ella ist ein waschechter Schäferhundmix mit Labrador (die Ohren!) und einem Schuss Husky! Langweilig wird es wohl in der tierischen Großfamilie jetzt nicht mehr. Allenfalls wird das ein oder andere Familienmitglied bald über verlorene Kilos und zunehmende Kondition „klagen“ dürfen. Ella wird das mit ihrer Energie schon richten. Wir sind gespannt, wie es weitergeht und freuen uns immer über Nachrichten von „unseren“ Hunden.

das ForGen-Team

Und wieder ein paar hübsche Urkunden mehr….: nächster Ringversuch bestanden!

Um ehrlich zu sein, bestehen schon die meisten Forensiker diesen Abstammungsringversuch und wir haben ihn auch noch nie nicht erfolgreich absolviert. Aber dennoch freuen wir uns jedes Mal sehr, wenn der vertraute Briefumschlag bei uns eintrudelt. Ganz abgesehen davon, dass wir diese Nachweise für unsere Akkreditierung benötigen.

Und dann ist das Ganze auch nicht immer so einfach, wie viele glauben. Besonders die vielen Fernsehserien und Filme mit forensischer Thematik haben in der Öffentlichkeit dazu beigetragen, dass zum einen die Leute denken, wir könnten einfach alles (hoppla: Identitätsfeststellung in 5 min oder mal eben eine vollständige 3D-Projektion einer unbekannten Person anhand von 47 meist kaputten Knochenfragmenten, der natürlich sofort die Recherche in der weltweiten Datenbank folgt, auf dass man nach 3,5 min weiß, dass es Lieschen Müller war)…..die Pest, wie unser alter Chef zu sagen pflegte.

Zum anderen kommen diese riesigen Genetik-Firmen hinzu, die feststellen, dass man asiatische oder afrikanische (ha ha) Wurzeln hat oder aber, dass die beste Freundin tatsächlich eine Großcousine 27. Grades ist. Ein Wunder kann man da aus forensischer Sicht nur sagen! (Oder gerade nicht….).

Prinzipiell haben wir natürlich nichts dagegen, wenn uns viel zugetraut wird, aber es ist schon anstrengend, immer wieder erklären zu müssen, dass man z.B. eine Verwandtschaft nicht zu 100 % feststellt. Beim simplen Vaterschaftstest z.B. muss der Gutachter wissen, ob tatsächlich nur der untersuchte Mann als Vater oder ein anderer UNVERWANDTER Mann in Frage kommt oder aber vielleicht der Bruder oder der Vater. Das muss in sogenannten Hypothesen bei der Berechnung bedacht werden und kann zu sehr großen Unterschieden in der Befundung führen. Und genauso sicher muss man sich sein, dass Mutter und möglicher Vater nicht miteinander verwandt sind. Daher sind solche Untersuchungen ja auch sehr schwierig, wenn keinerlei Hintergrundinformationen vorliegen, wie z.B. bei Wildtieren. Oder wer kann sicher ausschließen, dass der kleine Feldhase nicht ein Techtelmechtel mit seiner Kusine hatte, die wiederum den Bruder auch nicht so unattraktiv fand…? Und dann stelle man sich einmal kompliziertere Fragestellungen vor, wie Geschwisterschaften, Vaterschaftstests ohne den Vater u.s.w..

Auf jeden Fall aber werden wir also zweimal jährlich abgefragt und müssen unsere Fähigkeiten beweisen. Hat geklappt, daher freuen wir uns und darauf stoßen virtuell mit allen an!

 

das gut gelaunte ForGen-Team

Schakale bei ForGen

In der Regel fahren wir zu Kongressen bzw. Tagungen, um eigene Forschungsarbeiten zu präsentieren und natürlich, um neueste Erkenntnisse zu unseren Forschungsgebieten von den anderen Teilnehmern zu erfahren. Dafür bekommen wir unsere Fortbildungsnachweise und Punkte, die wir regelmäßig im Rahmen unserer Akkreditierung nachweisen müssen.

Tatsächlich aber sind die berühmten „Kaffeegespräche“ viel wichtiger. D.h., man trifft sich in den Pausen und unterhält sich über aktuelle oder angedachte Projekte, erörtert Ideen, fragt Experten zu bestimmten Teilbereichen und fachsimpelt fröhlich vor sich hin. Und wenn die Vorträge zu langweilig oder zu bekannt erscheinen (nach über 20 Jahren kommt das schon einmal vor), verlängert man die Kaffeepausen ein wenig…

So auch vor einigen Monaten, wo wir ein sehr interessantes Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Anatoliy Volokh von der Tavria State Agrotechnolical University in Melitopol (Ukraine) führten. Abgesehen davon, dass Herr Volokh unglaublich nett und sympathisch war, ergab sich tatsächlich ein gemeinsames, wissenschaftliches Projekt; die Untersuchung von Schakalen.

Immer häufiger haben wir die Fragestellung bekommen, ob vielleicht eine bestimmte Spur auch von einem Schakal stammen konnte und leider hatten wir nur sehr wenige Proben. Nun verfügen wir, Professor Volokh sei Dank, über Proben von 30 Schakalen und werden diese in Kürze analysieren und die Ergebnisse in unsere Datenbank eingeben. Zusätzlich führen wir noch einige weitere Untersuchungen durch, aber davon dann demnächst einmal mehr.

Wichtig für´s erste ist, dass ForGen bald statistisch gesichert Schakale erkennen kann und wir sind schon sehr gespannt, ob wir tatsächlich einmal einen finden. Zumindest gesehen hat man ja den ein oder anderen schon in freier Wildbahn, wo er eigentlich nicht zu erwarten wäre, wie im letzten Jahr in unserer alten Heimat Schleswig-Holstein.

In diesem Sinne, abwarten und DNA analysieren….

das ForGen-Team

 

Kontakt mit ForGen

Der Sommer ist fast vorbei und wir senden allen noch einmal ein paar herzliche und sonnige Grüße mit den besten Wünschen für einen schönen, erholsamen und friedlichen Spätsommer.

Wir möchten alle bitten, die uns Aufträge zusenden, IMMER ihre Emailadresse mit anzugeben. Zu unserem Standard gehört, dass wir, nachdem wir sowieso in unseren eigenen Akten und der Datenbank eintragen, wann welche Proben in was für einem Zustand bei uns eingetroffen sind, uns zusätzlich auch bei unseren Auftraggebern melden. Wenn wir allerdings keine Email-Adresse haben, fällt das etwas schwer. Auch für diejenigen, die die Proben geschickt haben, ist es unbefriedigend, wenn sie nicht wissen, ob die Proben angekommen sind, es eventuell Probleme gab oder Ähnliches. Zusätzlich geben wir ungern per Telefon Auskunft, ob Proben eingetroffen sind und schon gar nicht erzählen wir, wer uns wann beauftragt hat. Dies betrifft natürlich insbesondere neue Fälle, bei denen wir die Auftraggeber nicht bereits kennen. Und dann gibt es ja auch Themen, die besonders im Fokus sind, von der Presse geteilt werden und zu denen viele Leute viele Meinungen haben. Hier ist es uns besonders wichtig, dass wir keine privaten Informationen fälschlich herausgeben. Sollte also jemand länger auf Nachrichten von uns warten oder aber keine vollständige Auskunft am Telefon erhalten haben, bitten wir um Entschuldigung und Verständnis. Wir sind (nahezu) immer direkt per Email, Facebook, Messenger, Textnachrichten oder auch telefonisch erreichbar und freuen uns, wenn wir helfen können.

In diesem Sinne, freuen wir uns auf weitere Nachrichten und natürlich auch neue Aufträge.

ein erholtes

ForGen-Team

 

Ein Hoch auf die Forensische Genetik….und einen Sekt!

Neben den mittlerweile doch recht vielen tiergenetischen Analysen (breit gefächert von diversen Vierbeinern, wie Hunde, Katzen, Luchse, Marderhunde, Kaninchen zu „Gar-kein-Beinern“) ist unser Hauptgeschäft eigentlich ja die humane forensische Genetik. Neben Spurengutachten bearbeiten wir viele Abstammungsfälle für Familiengerichte, zum Zwecke von Familienzusammenführungen aber auch einfach für „private Leute“. Da gibt es unzählige Gründe, warum sich manchmal die Frage nach der Vaterschaft stellt.

Als Sachverständige führen wir oft die Probenentnahmen selber durch und haben auch im Vorfeld häufig viel persönlichen Kontakt mit unseren Auftraggebern. Das ist ja eines unser Qualitätskriterien: bei uns gibt es kein Formblatt, was schnell ausgefüllt wird und dann geht es los mit der Abstammungsanalyse. Nein, die Leute müssen sich bei uns melden, damit wir abklären, um was es genau geht und welche Untersuchungen für den speziellen Fall nötig sind. Wir freuen uns immer, wenn wir alles erklären können und natürlich noch mehr, wenn wir tatsächlich auch den Auftrag erhalten.

Und getoppt wird das Ganze dann, wenn nach Abschluss eines Falles auf einmal eine Nachricht wie die abgebildete bei uns eintrudelt. Das freut uns und macht uns sehr stolz und motiviert für viele weitere, manchmal sehr anstrengende Tage und Zeiten. Und wenn sich dann die Fälle als derart positiv für die Beteiligten herausstellen, ist es umso schöner. Manch einer mag das kitschig finden, aber wir sitzen hier und grinsen wie die berühmten Honigkuchenpferde. Unsere Arbeit kann so toll sein.

das ForGen-Team (mit leichtem Muskelkater in der Grinsemuskulatur-aber das war´s wert)

So muss das sein, hallo Toni!

Und wieder ist ForGen auf den Hund gekommen. Diesmal besonders schön für uns, da wir über Toni schon auf Facebook gelesen hatten. Ein geretteter Fundhund, über die Hundehilfe „Menschen für Notfelle“ an seine neue Familie vermittelt. Diese veröffentlichten eine kleine Geschichte darüber, dass sie sich neben ihrem schon vorhandenen Hund für die Aufnahme eines zweiten Vierbeiners entschieden hatten. Sie berichteten über die Arbeit aber auch die Freude, die man mit solch einem Hund haben konnte. Auch natürlich, um zu zeigen, was für tolle Hunde auf eine neue Familie warten. Und das ist Toni ganz sicherlich:  Mit ihm kam ein Hunde-Teenager mit gewissem „Erziehungspotential“ und einem sehr eigenen Kopf ins Haus und besonders interessant war die Bemerkung der Familie, dass der neue Hund tatsächlich (ungewollt) bei der Erziehung der Töchter helfen würde. Alles, was unbemerkt auf den Böden herumliegt, wird kurzerhand zerkaut. Das scheint Wunder zu wirken bei erziehungsresistenten oder ordnungs-allergisierenden Kindern bzw. Teenagern. Ob das eine neue Möglichkeit zum pädagogisch wertvollen Geldverdienen war? „Ihr Kind räumt nie die Schuhe weg? Sie stolpern regelmäßig über die Schultaschen? Sie haben schon wieder eine blutende Wunde mitten unterm Fuß, wo sich ein Legostein hineingefressen hat? – Dann holen Sie sich Toni ins Haus! Toni, der Wegräumflüsterer! Alles, was länger als 10 min auf dem Boden herum liegt, wird zerkaut oder zumindest hundefreundlich umdekoriert. Ein Tag mit Toni und Ihr Kind lässt nie wieder etwas herum liegen….“

Wäre eine Idee, aber Toni hat noch viele andere Qualitäten. Er versteht sich bestens mit seinem Hundekumpel, Eddie, mit den beiden (neuerdings erstaunlich ordentlichen) Töchtern der Familie und hat prinzipiell nur Unsinn im Kopf. Dabei aber ist er lieb und versprüht ordentlich Charme.

Aber das mag auch an seiner Genetik liegen. Wir bekamen nämlich tatsächlich wenige Tage nach Lesen seiner Geschichte den Auftrag, eine Mischlingsanalyse bei ihm durchzuführen. Das hat uns natürlich besonders gefreut und heraus kam viel Labrador mit Hovawart, was wohl die „Charakterfestigkeit“ von Toni erklärt und dazu ein Schuss Dogge. Mal sehen, wie er sich weiter entwickelt. Wir behalten dich im Auge, Toni. Alles Gute.

Das ForGen-Team