ForGen wie im Taubenschlag….

Die Zeit rennt und rennt, dass man kaum hinterherkommt. Wochenlang haben wir uns über und an unseren beiden Praktikantinnen, Jacqueline und Annika erfreut, sie mit lauter Arbeiten versorgt, sie hier aufräumen, dort sortieren und dekorieren und sie weiter an unserem Canidenprojekt arbeiten lassen und schon sind die beiden wieder weg….Dafür an dieser Stelle ein großes Dankeschön und die besten Wünsche für das weitere Studium. Mal sehen, vielleicht haben wir ja Glück und wir sehen uns für eine Masterarbeit wieder. Manche Studenten/innen will man gar nicht wieder abgeben und diesmal sind wir wirklich traurig. Sie waren ja nicht nur gute Laborarbeiter sondern auch noch wirklich nett!

Aber, nahtlos geht es weiter! Seit Montag ist die Bachelorstudentin Nele aus Hamm bei uns und absolviert ein 10-wöchiges Praktikum. Diese Woche war bunt und es gab viel zu tun und so konnte sie schon in den ersten paar Tagen viele verschiedene Dinge miterleben: Probenentnahmen für die Abstammungsuntersuchungen, Bearbeitung von Mischlingsanalysen und Verwandtschaftsfeststellungen, Körperverletzung durch Hundebiss, Literaturrecherche für die Optimierung der Speziesidentifizierung und dazu das ganze Qualitätsmanagement. Aber, was soll man sagen. Nele scheint genauso belastbar und motiviert zu sein wie ihre Vorgängerinnen. Man, haben wir ein Glück!

Ein schönes Wochenende wünscht

Euer ForGen-Team

ForGen und der Tatort; ein Faktencheck, diesmal aus Münster

Am Sonntag lief – wie fast immer ein Tatort in der ARD- und endlich mal wieder aus Münster. Der gehört ja prinzipiell zu unseren Lieblings-Tatorten. Diesmal hat er es uns aber ein wenig schwierig gemacht, weil trotz einiger Tote viel zu wenig Rechtsmedizin eine Rolle gespielt hat. „Unsere“ Tatort-Journalistin hat sich aber Mühe gegeben und einige interessante Fragen formuliert, die jeder gerne unter dem Link im PathoBlog unserer Kollegen ansehen kann.

Viel Spaß beim Lesen

Euer ForGen-Team

ForGen im Fernsehen – save the date!

Auf vielfachen Wunsch kommt heute noch eine kleine Erinnerung für alle, die gerne etwas über Wolfshunde sehen wollen. Morgen, am 7.3.2019 um 19:40 Uhr läuft auf Arte der Beitrag „Wolfshunde – Treue Gefährten oder gefährliche Haustiere?“. Wir wurden ausgiebig zu diesem Thema befragt, hatten einen vierbeinigen Vertreter zum Thema bei uns zu Gast, den wir genetisch untersuchten und haben versucht, so viel wie möglich zu erklären. Wir sind sehr gespannt, wie der Betrag wird und natürlich auch darauf, zu erfahren, was die anderen Befragten zu diesem Thema zu sagen haben. Etwas Transparenz und Ehrlichkeit können ja nicht schaden.

Wir wünschen auf jedem Fall dem tollen Kamerateam viel Erfolg für Ihre Arbeit.

 

Euer gespanntes

 

ForGen-Team

 

Fast vergessen: ForGen kommt ins Fernsehen!

Bei all dem Stress in den letzten Tagen hätten wir das beinahe vergessen. Da war doch neulich ein ganz wunderbares Kamerateam vom Bayrischen Rundfunk bei uns mit einer unglaublich netten und interessierten Journalistin. Auch einen äußerst hübschen, sehr wolfsähnlichen Hund mitsamt hochgradig engagierter Besitzerin hatten sie bei sich. Die Hündin kam aus völlig ungeklärten Verhältnissen nach Deutschland und es gibt keinerlei Hinweise oder gar Daten, was denn wohl in ihr steckt. Nur das Aussehen und das Verhalten lassen einige Mutmaßungen zu. Und wir durften sie genetisch untersuchen! Ein wunderschönes, ehr gelassenes und filmreifes Tier, das ein tolles und passendes Zuhause gefunden hat (https://www.camchatca.de/warum-wolfshund.html).

Damit war Narnia also ein „Feldversuch auf vier Beinen“ mit äußerst interessanten und spannenden Ergebnissen.

Spannend war es daher also und unsere lieben Kollegen von der Hämtopathologie staunten nicht schlecht, weil wir mal wieder den normalen Alltag durcheinander würfelten. Aber sie haben geduldig ertragen, dass man jetzt gerade nicht mit Papier rascheln, telefonieren oder gar durchs Bild laufen durfte. Ein Dankeschön daher an die geduldigen Kollegen.

Und natürlich ein großes Dankeschön an das Filmteam. Wir sind sehr gespannt, WAS alles WIE am 7.3.2019 zu sehen sein wird. Um Wolfshunde bzw. Wolfsmischlinge wird es gehen und die verantwortliche Journalistin hat sich dafür sehr ausführlich informiert, ist quer durch Europa gereist, hat wahnsinnig viel recherchiert (und gefragt, puh, war anstrengend) und war auch bei dem großen Labor, welches das offizielle Wolfsmonitoring in Deutschland betreibt zu Gast.

Man weiß ja nie im Vorfeld, WAS tatsächlich am Ende im Fernsehen herauskommt und WIE die eigenen Bemerkungen und Erklärungen zusammengeschnitten wurden. Wir sind also gespannt und hoffen das Beste; schließlich haben wir unser Bestes gegeben!

Wer Zeit hat, darf also gerne reinschauen. Viel Spaß!

Euer beinahe wieder erholtes

ForGen-Team

ForGen hat den nächsten Ringversuch in der Tasche – wie die Zeit vergeht…

Privat merkt man, dass man älter wird, wenn einen das Gefühl überkommt, gerade die letzte Windel feierlich im Mülleimer versenkt zu haben, der Nachwuchs aber auf einmal die Schule abschließt. Oder dieser Moment mitten in der unfassbar langen, unproduktiven und so anstrengenden Diskussion mit Teenagern, wo man sich wehmütig daran erinnert, WIE stolz man auf die ersten Worte des Nachwuchses war und wie sehr man sich freute, dass sie anfingen in ganzen Sätzen zu reden….

Hier bei ForGen merken wir es u.a. daran, dass auf einmal wieder eine Urkunde ins Haus flattert. Die Ergebnisse des zweiten Abstammungsringversuchs 2018 sind eingetroffen. Wieder ging es darum, aus Blutproben vollständige Profile zu erstellen und eine vorgegebene Abstammungsproblematik zu lösen. Und wieder haben wir das ordentlich und richtig hinbekommen. Die Ergebnisse aller Labore werden wir uns dann wie immer im Sommer auf dem jährlichen Fachkongress anhören, zusammen mit einigen hoffentlich spannenden Vorträgen der Kollegen.

Jetzt aber Urkunden ordentlich wegheften, im Formblatt xy eintragen, dass wir alles richtig haben, die richtigen Ergebnisse während des wöchentlichen Labortreffens auf einem weiteren Formblatt darstellen, alles mit den Kollegen besprechen und auf einem dritten Formblatt für die jährliche Abschlussbesprechung eintragen, dass diesbezüglich kein Handlungsbedarf besteht. Noch ein Grund, weshalb man sich freut, dass alles richtig war. Sonst gäbe es weitere Formblätter…

In diesem Sinne, ein völlig ungeregeltes: „Euch allen eine schöne Woche“

 

Euer zufriedenes ForGen-Team

 

ForGen (beinahe) sprachlos: Wildtierforscher und Forensiker?

Zum Interview „Hund, Katze, Lama? Der Wolf war`s. Das vermuten viele Nutztierhalter, wenn sie tote Schafe auf ihren Weiden finden. Der Biologe Carsten Nowak erklärt, warum der Nachweis schwerer ist, als Laien glauben.“

 

In dem genannten Bericht wird Dr. Carsten Nowak, der Koordinator des nationalen Referenzzentrums für genetische Analysen großer Beutegreifer, interviewt. Dieser arbeitet seit Jahren im Bereich der Wildtiergenetik und untersucht Proben aus Feld und Flur, die dem Monitoring wildlebender Tiere dienen.

Hier wird er nun zu einem Fall befragt, der sicherlich nicht in das Aufgaben- und Kompetenzspektrum dieses Labors fällt, aber in diesem tatsächlich bearbeitet wurde. Forensische Untersuchungen werden in Deutschland von speziellen Laboren durchgeführt, die zahlreiche Bedingungen und Qualitätskriterien erfüllen müssen und wo entsprechend geschulte Mitarbeiter tätig sind, die eine aufwändige forensische Ausbildung detailliert nachweisen müssen, um überhaupt forensische Proben gerichtsfest und mit lückenloser Beweiskette untersuchen zu dürfen.

Dem Spiegel fällt nicht auf, dass hier ein großes Wildtiergenetiklabor, das weder über die nötige Organisation, noch die Logistik oder die angesprochene Ausbildung verfügt, Untersuchungen durchführt, die so überhaupt nicht in ihren Kompetenzbereich fallen? Zitat Herr Dr. Nowak: „Wir sind hier recht seltsame Proben gewohnt, aber ein Pullover und ein Hammer waren für uns als Wildtierforscher neu.“ Und niemandem fällt auf, warum das so ist?

Dabei geht es speziell um einen Fall, in dem ein Mensch angibt, von einem großen Tier, möglicherweise einem Wolf, angegriffen worden zu sein. Hinter diesem Fall steckt große Bedeutung und Brisanz. War es tatsächlich ein Wolf? Dann wäre es der erste, gesicherte Fall eines Wolfsangriffes auf einen Menschen in Deutschland. Dies würde mit Sicherheit die Forderung nach sofortiger Entnahme dieses Wolfes mit sich ziehen. War es lediglich ein Hund, sollte auch hier festgestellt werden, wer seinen Hund herumlaufen und andere Menschen verletzen lässt. Ein Schaden ist entstanden und der Hundehalter wäre entsprechend dafür verantwortlich.

Im Normalfall würde ein Arzt die Wunden beurteilen, bestenfalls würde ein Rechtsmediziner eine gerichtsfeste Dokumentation der Verletzungen durchführen und ein Gutachten erstatten, das sich der Frage widmet, ob das festgestellte Verletzungsmuster tatsächlich von einem Wolf/Hund verursacht worden sein könnte. Zusätzlich hätte dieser Arzt dafür gesorgt, dass fachgerecht Proben von den Wunden für eine Untersuchung auf tierische DNA (und damit zur Feststellung des „Täters“) entnommen werden und er hätte die weiteren potentiellen Spurenträger (hier Hammer und Pullover) vernünftig gesichert und einer spurentechnischen Untersuchungen zukommen lassen, bzw. sie der Polizei mitgegeben. Das anschließend beauftragte Labor hätte eine forensische Untersuchung unter Einhaltung aller Qualitätskriterien durchgeführt und als Ergebnis ein transparentes Gutachten erstattet, dem alles zu entnehmen ist, was für eine Anerkennung im Gerichtsfall nötig wäre.

Nun aber kommt es. Zumindest ist es so in verschiedenen Artikeln nachzulesen: Mitarbeiterinnen vom Umweltamt (?) kommen vorbei und nehmen Pullover und Hammer mit, um diese nach Gelnhausen zum Senckenberg-Labor zu bringen oder bringen zu lassen. Forensische Experten wissen, dass die Spurenuntersuchung schon hier ansetzt. Wie wurden die Spurenträger verpackt? Wie sauber ist die Umverpackung? Wurde der Pullover gefaltet, dass sich möglicherweise Spuren von einem Bereich des Kleidungsstückes auf den anderen übertragen haben? Wo werden die verpackten Spurenträger gelagert? Im Auto der Mitarbeiterinnen? Wie ist gesichert, dass nicht außen an die Verpackungen kontaminierende DNA anderer Tiere gelangen kann? Wie werden die Spurenträger im Wildtierlabor ausgepackt? Allein dafür muss ein forensisches Labor schon eine Standardarbeitsanweisung vorlegen („Umgang mit Spurenträger und Proben“). Und jeder Forensiker weiß, dass die Frage der „tatrelevanten Spur“ sehr komplex und nur schwer zu beantworten ist. Mittlerweile gibt es hunderte wissenschaftlicher Veröffentlichungen zur Thematik des DNA-Transfers und der tatrelevanten Spur. Auch die Kenntnis dieser Arbeiten und eine stete Fortbildung in diesen Bereichen muss ein anerkannter Forensiker nachweisen. Aber selbst, wenn angenommen würde, dass Asservierung und Transport vernünftig durchgeführt wurden, gibt es weitere Gründe, warum diese Untersuchungen nur in entsprechenden Laboren durchgeführt werden sollten.

In die gleiche Problematik fallen nämlich Aussagen des Wildtierbiologen wie „Bei unseren Witterungsverhältnissen zerfällt Erbsubstanz relativ schnell“. Oder auf die Frage, warum DNA-Proben aus dem Freiland so viel schwieriger zu untersuchen sind als zum Beispiel von Labortieren: „Weil die DNA-Mengen meist sehr gering sind, Sonnenlicht und Feuchtigkeit die DNA zudem rasch zersetzen.“

Bei uns? Wo denn? In Europa? In Deutschland? In den Bergen oder an der Küste…?

Hier wäre es angebracht, jemanden zu fragen, der sich damit auskennt, oder aber als Antwortender die einschlägige Literatur zu studieren, bevor dieser solche Fragen beantwortet. So kritisiert der Interviewte „Beim Thema Wolf erlebe ich zum ersten Mal, wie wissenschaftlich erhobene Daten in öffentlichen Debatten bewusst ignoriert und wissenschaftlich arbeitende Institutionen diffamiert werden. Das ist schon erschreckend.“ Recht hat er, hier auf einer gänzlich anderen Ebene und es drängt sich die Frage auf, ob er nur von seinen eigenen Untersuchungen spricht:

Als Forensiker fragt man sich, wie ignoriert werden kann, dass Sonnenlicht DNA-Moleküle zwar schädigen mag, dies aber tatsächlich nur in einem Ausmaß stattfindet, der für die anschließenden Untersuchungen nahezu irrelevant ist. In der Forensik werden DNA-Fragmente in der Größenordnung um 100 bp (Basenpaaren) untersucht. Diese bleiben unter günstigen Bedingungen tausende von Jahren erhalten. Wie sonst auch kann man sich allein die Erfolge bei der Bearbeitung sogenannter „cold cases“ erklären, wo Fälle nach 20 oder 30 Jahren mittels molekulargenetischer, forensischer Untersuchungen aufgeklärt werden? Oder warum sammeln Spurentechniker der Polizei an einer nach Tagen im Wald gefunden Leiche Proben ein, wenn dies überhaupt keine Erfolgsaussichten hätte? Hier empfiehlt sich das Studium sogenannter Fachliteratur. In Zeitschriften wie Forensic Science International Genetics oder International Journal of Legal Medicine würde man zahlreiche Artikel finden, die aufzeigen, dass DNA Moleküle kaum zu zerstören sind, dass nicht einmal konzentrierte und direkte UV-Strahlung die Analyse unmöglich macht, dass Wäsche mit Blutspuren oder anderen Körperflüssigkeiten befleckt auch nach mehreren Waschgängen in der Waschmaschine noch genügend Spuren für eine erfolgreiche DNA-Analyse erhalten kann oder dass Kleidungsstücke auswertbare Spuren enthalten auch wenn sie nach einiger Zeit aus einem Teich oder einem Fluss gezogen werden…

Über all das müsste man sich nicht sonderlich ärgern oder aufregen, wenn es keine Konsequenzen hätte. Wenn aber einem Nutztierhalter gesagt wird, dass der Wolfsberater zur Spurensicherung nicht mehr kommt, weil es sich aufgrund des schönen Sonnenscheins oder der Tatsache, dass das tote und möglicherweise von einem Wolf gerissene Tier schon länger als 24 Stunden im Freien liegt, nicht mehr lohnt, dann muss dieses mangelnde Wissen thematisiert werden. Hier darf nicht die Konsequenz für den Tierhalter vergessen werden, dem dadurch jegliche Möglichkeit einer Entschädigung genommen wird.

Noch entscheidender ist es für etwaige zukünftige Fälle mit menschlicher Beteiligung. Bei jedem normalen forensischen Gutachten (Zuordnung einer Spur zu einem Täter) müssen zahlreiche Bedingungen und Qualitätskriterien eingehalten werden; nicht einmal ein simples Abstammungsgutachten darf ein nicht überprüftes Labor in Deutschland durchführen. Die Frage aber, ob tatsächlich ein Wolf einen Menschen angreift, wird von nicht speziell ausgebildeten Labormitarbeitern beantwortet? Im eingangs beschriebenen Fall des möglicherweise von einem Wolf verletzten Gemeindemitarbeiters ist nicht einmal die Beweiskette eingehalten. Völlig unabhängig vom Ergebnis (Wolf, Hund etc.) dürfte dieses in keiner Weise eine offizielle Konsequenz nach sich ziehen.

Es ist gut, dass es für alles Experten gibt und Wolfsmonitoring ist unter Gesichtspunkten des Artenschutzes eine wichtige und zu begrüßende Maßnahme. Forensische Untersuchungen aber sind eine völlig andere Sache und daher ist der Anspruch in Deutschland an ein Labor, das forensische Proben untersucht, zu Recht hoch. Wir haben in Deutschland einen hohen Standard im Bereich der Rechtsmedizin und der Forensik, auf den wir zu Recht stolz sein können. Diesen hohen Anspruch sollten wir nicht gefährden und entsprechend forensische Untersuchungen nur von ausgebildetem Fachpersonal in entsprechenden Laboren durchführen lassen.

Ein bisschen mehr hätten wir diesbezüglich den Mitarbeitern des Spiegels schon zugetraut.

Euer heute sehr sehr verärgertes

ForGen-Team

Und wieder ein Hund: Willkommen Sergey

Und wieder einmal liegen Freude und tiefe Traurigkeit so nahe beieinander. Es ist noch nicht lange her, da durften wir einen ganz wundervollen Hund untersuchen: Lusta! Vom Aussehen mehr Bär als Hund. Lusta wäre das perfekte Vorbild für ein (sehr großes) Kuscheltier bei Steiff gewesen. (Erstaunlicherweise haben wir keinen Bären in ihm gefunden, obwohl wir das natürlich auch könnten…). Er kam als verängstigter und problematischer Hund aus einer ungarischen Tierrettung in seine neue Familie und hat sich dort in Rekordzeit in alle Herzen (der Zwei- und der Vierbeiner) gearbeitet….Mehrere Jahre durfte er sein neues Leben genießen und das seiner Retter bereichern. Leider ist er aber nun verstorben und bei aller Trauer hat sich die Familie entschlossen, einer weiteren vernachlässigten Tierseele ein neues und schönes Zuhause zu geben: Sergey! Ein schon alter Hund (wohl 10 Jahre), der auf einer Straße in Moskau von zwei Hunden übel zugerichtet wurde. Glück im Unglück: Sergey kam in ein russisches Tierheim, wo ihn die dortigen Tierärzte mühsam wieder zusammenflickten. Noch immer sieht man die Narben am Kopf und den Vorderbeinen. Dann bekam er auch noch die Staupe. All das ergab in einem russischen Shelter mit 2000 Hunden wahrlich keine gute Vermittlungsprognose.

Aber dafür gibt es ja die zweibeinigen Engel: Sergey sollte die Lücke von Lusta füllen und kam Ende März des letzten Jahres per Flugzeug aus Moskau nach Deutschland. Kaum richtig angekommen, präsentiert er sich als absolut süßer, tollpatschiger Grobmotoriker, der Spielen jeglicher Art liebt und mit größter Liebe an seiner neuen Familie hängt. Wir wünschen diesem Mix aus Schäferhund, Retriever, Collie und xxx noch viele wunderbare Jahre!

Eurer zufriedenes ForGen-Team

ForGen kommt aus der Weihnachtspause: Prof. Volokh, Nicole und die Schakale…..

Kaum ist das neue Jahr so richtig losgegangen, geht es bei ForGen so richtig los! Hatten wir doch im letzten Sommer von Herrn Prof. Anatoliy Volokh freundlicherweise Proben von Schakalen bekommen und diese bereits zum größten Teil in unsere Datenbank mit aufgenommen, geht es nun mit dem Projekt ausführlich weiter. Unsere Studentin, Nicole (nicht zu verwechseln mit anderen Personen gleichen Namens) wird sich diesen Tieren in ihrer Praktikumsarbeit widmen. All unsere Methoden werden eingesetzt, überprüft, verglichen, eventuell optimiert, um dann die vollständigen Daten für weitere Abgleiche zur Verfügung zu haben. Dem Ganzen folgen einige Testläufe mit unbekannten bzw. „geheimen“ Proben und danach entkommt uns kein Schakal bzw. ähnlich gearteter Vierbeiner mehr. Und damit der Spaß nicht zu viel wird, muss unsere Praktikantin natürlich auch das normale Laborleben mitmachen: Akten sortieren, Formblätter ausfüllen, zig weitere Anweisungen, Empfehlungen und Gesetze lesen, hier unterschreiben, da kürzeln, dort Daten eintragen, da übertragen; all das, was so ein Qualitätsmanagement mit sich bringt. Aber, so wie es aussieht, haben wir mal wieder jemanden mit viel Interesse, Einsatz, Begeisterung (und Leidensfähigkeit) gefunden. Wir wünschen unserer neuen Praktikantin viel Spaß und Euch ein herrliches, neues Jahr!

Euer motiviertes

ForGen-Team

 

ForGen diskutiert: Wer wird unser neues Hundemodel?

Das war ja klar! Wir überlegen uns, dass wir für unseren neuen Werbeflyer für die Mischlingsuntersuchungen bei ForGen unbedingt ein tolles Foto von einem Mischlingshund brauchen und rufen zu einen Wettbewerb auf, um aus ein paar schicken Einsendungen „unseren“ Hund auszuwählen. Schnell noch einen Plan B. „Was machen wir, wenn keiner teilnimmt? Wer kennt Leute mit Mischlingshunden, die auf Abruf ein Foto einsenden könnten?“

Und dann werden wir nahezu überschwemmt von teilweise hochgradig künstlerisch wertvollen Bildern, lustigen Fotos, besten Schnappschüssen, tollen und auch rührenden Geschichten, witzigen Beiträgen und Fotos, Fotos, Fotos. Und jeder Hund ein eigener Charakter!

Dankeschön dafür! Wir haben uns wirklich sehr gefreut (und tun es immer noch). Wir jammern hier also gerade auf sehr hohem Niveau. Mit allergrößter Mühe konnten wir überhaupt einige Bilder zum Eingrenzen heraussuchen und wir waren uns oft überhaupt nicht einig bzw. konnten uns partout nicht entscheiden. Es geht ja nicht nur darum, den hübschesten oder lustigsten Hund auszuwählen; es müssen auch andere Kriterien erfüllt sein: Der Hund soll aussehen wie ein Mischling. Und zwar soll möglichst jeder erkennen, dass es sich um einen Mischling handelt. Natürlich ist das sehr schwierig, aber Hunde, die so edel aussehen, dass man zwangsläufig meint, an ihnen sei zwecks Perfektionierung 50 Jahre herumgezüchtet worden, fallen leider aus. Genauso war es bei Hunden, die absolut in unser „Beuteschema“ passten, bei denen aber das Foto leider nicht tauglich war. Manche Fotos waren so lustig, zeigten aber zu wenig vom Hund, waren zu unscharf oder nicht kontrastreich genug. Also mussten wir teilweise schweren Herzens aus „technischen Gründen“ manch einen Vierbeiner aussortieren. Bei einigen offensichtlichen Profifotos haben wir gezögert, weil wir Ärger mit dem „Künstler“ vermeiden wollen. Es war einfach schwierig und wir konnten uns jetzt mit unfassbar viel Mühe und schwersten Herzen auf eine Vorauswahl einigen. Diese sechs Hunde zeigen wir heute und werden uns in Kürze mit dem Endergebnis melden. Es guckt nun noch der Profi drauf, die Kollegen und dann werden wir unseren Hund 2019 ausgesucht haben. Aber bis dahin freuen wir uns auch auf Eure Rückmeldung zu den letzten sechs.

Euer heute ein bisschen erledigtes

ForGen-Team

ForGen stolz wie Oskar! Herzlichen Glückwunsch Frau Doktor!

Der 10.12.2018 ist ein neuer, ganz besonderer Tag für ForGen. Die Disputation von Elena Pinchuk! Noch zu Kieler Zeiten am Institut für Rechtsmedizin hat Elena ihre praktischen Arbeiten zu ihrem Promotionsthema „Die Beurteilung von Geschwisterwahrscheinlichkeiten in der rechtsmedizinischen Praxis“ durchgeführt. Idee, Betreuung, Konzept und Regie vom jetzigen ForGen-Team.

Elena hat an 354 zweieiigen Zwillingspaaren überprüft, wie sicher die Beurteilung der Vollgeschwisterschaft tatsächlich ist, welche prozentualen Werte maximal, minimal und durchschnittlich erreicht werden. Das Gleiche mit Halbgeschwistern und auch mit einer Gruppe völlig unverwandter Menschen. Wie viele Marker sind tatsächlich nötig (hier war es spannend zu sehen, dass mit 15 Merkmalen bereits sehr gute Ergebnisse zu erzielen waren und eine Erhöhung auf 17 oder 19 Marker keine wirkliche Verbesserung brachte.) Tatsächlich führte eine Erhöhung in manchen Fällen auch zu einer Verringerung der Gesamtwahrscheinlichkeit. Halbgeschwisterschaften zeigten sich erwartungsgemäß als sehr schwierig in der Beurteilung und auch bei unseren Unverwandten fanden sich ein paar, bisher allen völlig unbekannte, „neue Verwandten-Paare“. Zusammengefasst ergaben sich sehr gute Daten, die wir zusammen mit einer großen statistischen Simulation zur Überprüfung auch sehr sehr gut veröffentlichen konnten. Somit hat Elenas Arbeit zu neuen Hilfestellungen und Empfehlungen in der Abstammungsbegutachtung geführt.

Und dann hat „unsere“ Studentin auch noch einen supertollen Vortrag gehalten und ihre Arbeit vor der Prüfungskommission hervorragend präsentiert. Souverän und flüssig und gut recherchiert…ganz zu Recht gab es dafür eine 1 und zusammen mit der 1 aus der schriftlichen Arbeit ergab sich ein glänzendes „Magna cum laude“ für Elena. Jetzt ist sie endlich eine „richtige“ Frau Doktor und wir wünschen Ihr und ihrer noch recht frischen, kleinen Familie alles Gute für ihren weiteren privaten und beruflichen Lebensweg. Aber das wird alles garantiert perfekt laufen, da haben wir keinen Zweifel!

Euer unfassbar stolzes

ForGen-Team