ForGen bleibt beim Hund …

Und schon wieder haben wir tolle Vierarbeiter unter der Lupe genommen bzw. Ihre Abstrichprobe auf unserem Tisch bekommen! Diesmal haben Doro und Paloma den Weg zu uns gefunden. Und wie bei „unseren“ Hunden so häufig, haben die beiden eine längere Reise hinter sich, bevor sie in ihr endgültiges, wunderbares Zuhause einziehen konnten.

Diesmal beginnt alles mit einer tierlieben und hundebegeisterten jungen Frau, die leider keine Hunde in ihrer Wohnung halten durfte und deshalb auf die Idee kam, sich bei „Hunde in Not“ zu melden, um sich da um die Vierbeiner zu kümmern, die es wirklich nötig haben. 2013 war es dann aber soweit! Sowohl Zeit und Wohnsituation erlaubten nun die Haltung eines Hundes und so kam die Tierfreundin auf Doro, einen Hund aus Rumänien, der es wohl dort nicht wirklich gut hatte und wahrscheinlich auch viel geschlagen worden war. Das kann man heute noch an ihrer schief zusammengewachsenen Nase erkennen. Wie so oft bei diesen Tieren aber, hat sich auch Doro ihre Lebensfreude und Freundlichkeit bewahrt, bzw. tief versteckt, bis sie sie wieder zeigen konnte. Sie ist ruhig und ausgeglichen liebt einfach jeden (die Menschen, „ihre“ drei Katzen) und alles: Im Sommer liegt sie gerne stundenlang bewegungslos in der prallen Sonne und tankt auf, damit sie sich im Herbst ihren heißgeliebten Laubhaufen widmen kann (die dann nach kürzester Zeit ehemalige Laubhaufen sind). Und im Winter zeigt sie ihre künstlerische Seite und legt mit wildem Laufen verschiedenste und sehr lange Zickzackmuster im Schnee an. Dass sie mittlerweile 10 Jahre alt ist tut ihrer Aktivität da gar keinen Abbruch.

Mit so einer Tierschaar hätten viele Menschen genug, nicht aber Ilka und so musste im letzten Jahr ein zweiter Hund und damit eine Gefährtin für Doro her. Und natürlich sollte es auch diesmal ein Hund aus dem Tierschutz sein. Hallo Paloma! Ein tauber Mischlingshund, der wohl ebenfalls einiges hinter sich hatte und die neue Familie ganz schön beanspruchte. Katzen z.B. waren gar nicht ihre Freunde, um es einmal nett auszudrücken und es brauchte viel Geduld, Training und Hundesachverstand, bis die Katzen z.B. nun tatsächlich sogar auf dem Sofa neben ihr sitzen durften. Da fragt man sich nur, wo diejenige sitzt, die wohl mal das Sofa gekauft hat….Und taub hin oder her, das hält Paloma nicht davon ab, jeder Spur nachzugehen, die sie in die Nase bekommt. Kein Wunder bei ihrer genetischen Zusammensetzung (Dalmatiner/Foxterrier/ Parson Russel Terrier/ Beagle), wohingegen wir bei Doro mal etwas eher Selteneres gefunden haben (Akita/English Pointer/Sheltie).

Wir wünschen dieser bunten Tierschaar mit Ilka mittendrin alles Gute und freuen uns über ein weiteres Hundehappyend.

Euer

ForGen-Team!

 

Wissenschaft bei ForGen

Zugegeben, wir sind schon etwas nachtragend. Dass uns manch einer öffentlich als „Pseudowissenschaftler“ bezeichnet, ärgert uns persönlich nicht so wirklich. Warum auch? Aber, möglicherweise glaubt der ein oder andere solche Sprüche und schon ist der nächste Auftrag weg. Das können wir so gar nicht gebrauchen. Schließlich sind wir kein öffentlich gefördertes Institut, das sein Geld sowieso bekommt, egal, wie viel oder wie gut es arbeitet. Wir müssen jede Ausgabe, von Akkreditierungskosten in fünfstelligen Bereichen bis GEZ selbst irgendwie einfahren und möchten daher vermeiden, dass sich Leute abschrecken lassen.

Vielleicht aber gibt es auch einfach Menschen, die sich genau über uns informieren möchten, bevor sie uns für etwas beauftragen. Die genau wissen wollen, was wir eigentlich bisher gemacht haben und was wir alles so können….völlig verständlich.
Daher haben wir jetzt ein wenig zusammengeräumt und eine Liste angefertigt, auf der jeder, der mag, nachsehen kann, was wir bisher in unserer wissenschaftlichen Karriere in dieser Hinsicht so getrieben haben. Absolut vollständig ist sie nicht, aber wir haben uns sehr bemüht und diese Liste hier auch auf unserer Homepage (die gerne jeder mal besuchen darf).

Wer also genug Zeit hat, viel Spaß beim Lesen,

Euer ForGen-Team

Bahn frei für Lino!

Heute haben wir wieder einen ganz besonderen Hund für Euch. Man könnte meinen, er sei direkt aus den Comics auferstanden; nur die etwas größeren Ohren verraten, dass es sich doch nicht um Struppi von „Tim und Struppi“ handelt. Aber dafür ist der Kleine mindestens genauso schlau und fit wie sein Fast-Doppelgänger:
Lino ist das Produkt einer eigentlich nicht gewollten bzw. geplanten/vorgesehenen, etwas tieferen „Beziehung“ zweier Hunde, die dazu führte, dass im Frühling dieses Jahres vier entzückende Welpen das Licht der Welt erblickten. Diese landeten aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte mitsamt der Mutter im Tierschutz und einer der vier fand sein neues Zuhause in einer „Großfamilie“ bestehend aus Eltern mit (bereits größeren) Kindern, einem Kater und diversem Federvieh.
Diese hat er nun komplett im Griff und sorgt dafür, dass alle regelmäßig an die frische Luft kommen und sich ordentlich um ihn kümmern. Lino ist ein unglaublich freundliches und aufgewecktes Kerlchen, das nur vor großen, fremden Hunden eine gewisse Vorsichtigkeit an den Tag legt. Ansonsten aber ist er allem gegenüber aufgeschlossen, wissbegierig und lernwillig. Momentan übt er sich im Longboardfahren und es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis er mit dem Teil seinem Trainer davonrast. Dabei wird seiner Familie wohl auch nicht all zu viel Zeit zum Luftschnappen bleiben, wenn man sich einmal die Ergebnisse seiner Analyse ansieht, wonach Lino von den folgenden Rassen am meisten hat: West Highland White Terrier, Beagle und Foxterrier. Mit der Ruhe ist es also vorbei und wir bedanken uns bei der Familie natürlich für diesen schönen Auftrag, aber auch dafür, dass sie ganz bewusst einem Tierschutzhund und damit einem Überraschungspaket die Chance gegeben haben.
Viel Spaß und alles Gute wünscht
Das ForGen-Team

ForGen bildet fort, weiter und aus: Herzlichen Glückwunsch zum Bachelor Jamie und Nele!

Zugegeben, nach echter Arbeit sehen die Fotos auf den ersten Blick vielleicht nicht aus und manch einer könnte auf dumme Gedanken kommen…Aber nein, hier bei ForGen wird gearbeitet!

Unser Doktor Modrow war zwei lange Tage beruflich unterwegs. Zuerst musste er nach Rheinbach fahren an die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg. Dort präsentierte „unsere“ Studentin, Jamie, Ihre Bachelorarbeit „Optimierung und Validierung einer ergänzenden Multiplex-PCR zur forensischen Analyse canider Proben angelehnt an die Vorgaben der ISFG CaDNAP working group“. Kaum war das vorbei, ging es weiter nach Hamm an die Hochschule Hamm-Lippstadt, wo Nele auf ihn wartete und am nächsten Tag ihre Arbeit vorstellte, auch Nele hatte sich mit der Verbesserung und Entwicklung der caniden-spezifischen genetischen Nachweisverfahren beschäftigt.
Beide haben es klasse gemacht und zu Recht eine 1 vor dem Komma bekommen. Einmal etwas hinter der 1.5 und einmal ordentlich davor! Und wir haben zwei schöne, verbesserte Nachweisverfahren im Labor.

Beide Studentinnen waren wunderbar engagiert und motiviert, sich für nix zu schade und haben uns, wo es ging unterstützt. Ein Traum für jedes Labor! Ein Vollblutpraktikum haben sie absolviert und zur Krönung hatten wir mit ihrer Unterstützung ein tolles Poster über die Haltbarkeit von DNA-Spuren auf der ISFG-Tagung in Prag zur Vorstellung. Das muss man auch erst einmal schaffen, zum Abschluss der Bachelorarbeit ein wissenschaftliches Poster auf der größten Forensischen Genetik Tagung der Welt UND dann noch die Annahme des zugehörigen Papers. Sobald dieses veröffentlicht ist, werden wir es hier vorstellen!

Wir wünschen den beiden alles Gute (und weinen ein wenig, weil die Bachelorarbeit nicht doppelt so lang war…),

Euer stolzes ForGen-Team

Endlich auch offiziell: ForGen ist nach neuer, erweiterter Norm bei der DAkkS akkreditiert!

Die Urkunden sind da!!! Schlappe 6 Monate nach unserem Überprüfungsmarathon durch die Deutsche Akkreditierungsstelle sind sie eingetroffen. Zwei Prüfer (einmal Qualitätsmanagement/System und einmal der Fachgutachter) waren im März bei uns im Hause und haben uns gefühlt bis in den Molekularbereich durchleuchtet. Unglaublich anstrengend war das, genauso wie die Zeit davor mit den ganzen neuen Vorbereitungen. Wir sind jetzt nämlich zum einen überwacht worden, ob wir in der letzten Zeit alles richtig gemacht haben und zum anderen wurde geprüft, ob unser Labor auch der neuen und erweiterten ISO Norm standhalten kann. Vieles ist hinzugekommen und macht die Arbeit nicht unbedingt einfacher oder schneller. Neue Begriffe mussten wir lernen und werden uns von nun an auch solch großartigen Dingen wie dem Risikomanagement und der Risikobewertung widmen dürfen. Zeit und Geld purzelten dahin und wir übten uns fleißig in Durchhaltevermögen und Demut; alles wurde der nötigen Akkreditierung untergeordnet.

Dafür dürfen wir nun völlig zu Recht behaupten, dass wir eine der ersten Labore sind, die nach der neuen Norm erfolgreich überprüft wurden und die nun auch -ganz neu und hochoffiziell- die Probenentnahmen sowohl für die Abstammungsanalysen als auch für die Spurenuntersuchungen haben akkreditieren lassen. Ein schöner Standortvorteil manch anderen gegenüber, wenn einmal die Frage nach der Kompetenz in diesem Bereich aufkommen sollte.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei all denen bedanken, die uns direkt und oder indirekt geholfen haben. Direkt natürlich bei unseren beiden QM-Beauftragten, die uns mit Engelsgeduld immer wieder in die Spur schoben, wenn uns als Wissenschaftler mal wieder überhaupt nicht in den Kopf wollte, was von uns warum und wie verlangt wird und die wahnsinnig viel organisatorische Arbeit überstanden haben. Und auch bei unserem allgemeineren und auch dem privateren Umfeld. Oft lagen die Nerven blank und unsere Launen befanden sich in Tiefen, die sich bedenklich dem Erdmittelpunkt annäherten. Manch ein Gutachten blieb liegen, weil wir noch hier und da etwas vor- oder nachbereiten mussten.  Aber alle haben durchgehalten und uns immer unterstützt. Vielen Dank und jetzt genießen wir den Tag.

Euer hochzufriedenes ForGen-Team

 

Zwei Wochen Forensik pur – Weiterbildung für ForGen

Das waren zwei ereignisreiche Wochen für ForGen. Erst eine Woche in Prag auf dem größten forensischen Genetiker Kongress, der International Society of Forensic Genetics und dann die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin im schönen Hamburg, wo wir nicht nur viele Beiträge gehört haben, selber einen Vortrag präsentierten, sondern auch als Aussteller präsent waren.

Zusammengefasst kann man sagen, dass DNA-Transfer und -Kontaminationen in aller Munde sind und jeder sich dieser Problematik bewusst ist. Zahlreiche Vorträge und Poster in Prag beschäftigten sich mit diesem Thema und auch auf der Jahrestagung der Rechtsmediziner wurde dieses Thema behandelt bzw. gewürdigt. Wir selber haben in Prag die Ergebnisse unserer Studie zur Nachweisbarkeit und Analyse von Speichelspuren auf Fell bzw. ganze Tierteile vorgestellt (als Simulation für gerissene Tiere) und konnten viel über Canidengenetik diskutieren und unsere gute Kollegin und Forschungspartnerin hat in Hamburg den jährlichen Forschungspreis für ihre zahlreichen Untersuchungen zum Thema der DNA-Haltbarkeit und -Übertragung erhalten. U.a. zeigte sie in ihrem Vortrag, dass Körperflüssigkeiten auf Kleidung, die bei kalter Witterung in einem Teich versenkt wurden, nach zwei Wochen noch eine vollständige DNA-Typisierung zuließen. Verschmutzte Kleidung in der Waschmaschine? Wunderbar saubere Kleidung, ohne einen sichtbaren Fleck kam aus den Maschinen heraus. Die DNA aber war noch immer (auch nach mehreren Waschgängen) hervorragend nachweisbar. Auch gehörte zu ihren Studien eine ganz neue Untersuchung, bei der versucht wurde, glatte Oberflächen von DNA zu befreien. Sie bekam genau das heraus, was wir schon vor einigen Jahren an künstlich erstellten Spurenträgern („How to get rid of unwanted DNA“) bzw.  ganz pragmatisch im Sektionssaal („Phantoms in the Mortuary“) zeigten: Kaum, bis gar nicht. Es gibt eine absolut sichere Möglichkeit, die wir hier nicht verraten werden….

Wir selbst haben unseren neuen Lieblingsfall vorgestellt: Der 82-Jährige und schwer herzkranke Musiker, dessen DNA nach einem Einbruch (40 Instrumente im Wert von etwa 130.000 Euro) am Tatort gefunden wurde und den eine Haftstrafe erwartete. Wir hatten in einem Zusatzgutachten darstellt, auf welche unterschiedliche Weisen seine DNA dort hätte hinkommen können, OHNE dass er der Einbrecher gewesen sein muss. Die tatrelevante Spur ist hier das Zauberwort bzw. der erlaubte Spurenleger und wir sind noch immer schwer begeistert, dass der arme Mann aufgrund unserer Begutachtung freigesprochen worden ist.

Viele neue Kontakte konnten wir knüpfen, alte vertiefen oder auffrischen und wir sind absolut überzeugt, dass wir den schönsten Stand auf der Jahrestagung hatten.

 

Euer absolut zufriedenes ForGen-Team

ForGen ist auf der 98. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin!

Heute ist ein großer Tag für uns. Erstmals sind wir als Sponsoren auf einer großen Tagung dabei. Diese Woche treffen sich die Rechtsmediziner, die forensischen Biologen und Toxikologen u.v.a. aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Hamburg zu ihrer jährlichen Tagung und wir haben mit ForGen einen Stand dort. Viel Arbeit ist es im Vorfeld gewesen, die Nerven lagen mal hier mal dort mehr als blank und zack war ein neues weißes Haar da….

Nun aber stehen wir hier mit unserem Stand, zwei tollen Aufstellern, einem neuen Flyer speziell zu unseren Tieranalysen, einer sehr schicken Postkarte (die wir bald auslegen werden) und einem (wie wir finden) sehr gelungenem Poster für unser ForGen-Quiz „drei Tage-drei Fragen-drei Hunde“. Jeden Tag gibt es eine Frage zu einem „unserer“ ForGen-Hunde und der Gewinner bekommt dem Thema entsprechend einen kleinen ForGen-Super-Snoopy mit Knopf im Ohr und natürlich einem Cape mit ForGen-Logo (hier einen herzlichen Dank an die Stickerin).

Das tolle Design für die Plakate etc. hat übrigens eine Graphikerin übernommen, bei der wir uns ebenfalls sehr bedanken; auch hatten wir professionelle Hilfe mit Wort und Schrift etc. Aber wir möchten auch eine herzliches Dankeschön bei denen loswerden, die uns so tolle Fotos von ihren Tieren zur Verfügung gestellt haben. Wir finden, sie machen sich super und finden es auch ein wenig schade, dass wir nicht alle Bilder verwenden konnten.

Bei diesem tierisch forensischem Thema hätten wir beinahe vergessen, dass wir auch noch in „normaler“ humaner Genetik und Analytik unterwegs sind und einen Vortrag halten werden zum Thema „Die tatrelevante Spur“.

Eines der Hauptprobleme in der forensischen Genetik ist – wie wir auch letzte Woche auf der internationalen Forensik-Genetik Tagung in Prag wieder einmal feststellen konnten – der DNA-Transfer. Es gibt so viele Möglichkeiten zur Entstehung von DNA-Spuren, weshalb die sachverständige Interpretation von möglichen Transfer-Geschehnissen immer wichtiger wird. Nur der reine Nachweis einer Spur (und sei sie noch so schön und deutlich) zeigt wahrlich nicht immer sicher die aktive Beteiligung des Spurenverursachers, tatrelevant muss sie sein, die Spur.

Aber jetzt freuen wir uns auf die nächsten drei Tage mit vielen Kollegen, guten Gesprächen und hoffentlich einem guten Eindruck.

 

Euer motiviertes ForGen-Team!

ForGen ist in Prag!

Viele Grüße aus dem wunderschönen Prag, wo wir gerade an dem weltweit größten forensisch-genetischen Kongress teilnehmen. Ausgerichtet von der ISFG (International Society of Forensic Genetics) sind etwa 700 Teilnehmer aus der ganzen Welt hier und zeigen ihre neuesten Forschungsergebnisse. Insbesondere die Interpretation von genetischen Spuren (Stichwort DNA-Transfer und Mischspurproblematik) und die Entwicklung neuer Methoden (u.a. Massive Parallel Sequencing) sind große Themenkomplexe. Dazu kommen viele spannende Fallbeispiele und interessante Studien zur DNA-Übertragung oder Verbesserung von DNA-Extraktionen und Analysen. Und wie jedes Mal wird die Zahl der Beiträge zum Thema forensische Tiergenetik größer. Auch wir haben diesmal einen tierischen Beitrag. Ganz getreu unserem Motto „tierisch genetisch, tierisch forensisch, tierisch gut“ haben wir uns ein wenig der DNA-Haltbarkeit gewidmet und stellen eine Studie vor, an der einige unserer Bachelorstudenten beteiligt waren. Auf die sind wir jetzt sehr stolz, nicht jeder Bachelorstudent endet schließlich mit seiner Projektarbeit auf einem solch tollen Kongress und die drei können daher auch sehr stolz auf sich und ihre gute Arbeit sein.

Jetzt aber bilden wir uns weiter fort und werden uns der landestypischen Nahrungsaufnahme widmen. Mal sehen, was wir da so lernen.

Alles Gute,

Euer ForGen-Team

Liebe und Freundschaft vergehen nie – Einstein und Charon

Es ist einfach zu schön, was wir bei ForGen immer wieder für tolle Geschichten über Hunde erfahren dürfen. Und der Kontakt zu den Hundefamilien macht unfassbar Spaß.
Und immer, wenn man denkt, man kenne jetzt alles und habe alles erlebt, gibt es diese kleinen Geschichten, die uns tief gerührt zurücklassen.
Heute stellen wir Euch Einstein und Charon vor. Beide nun forensisch geprüfte Husky-Schäferhund-Owtscharka bzw. Schäferhund-Huski-Mudi-Mixe, die vom Tierschutz an ihre Familie in Deutschland vermittelt wurden:
Einstein kam 1997 aus den Abruzzen in sein neues Zuhause. Er benahm sich von Anfang an nicht immer wie ein normaler, einfacher Haushund und zeigte sich hin und wieder sehr respekteinflößend für seine vierbeinige Umwelt. Er wies schlichtweg einige herausfordernde Charakterzüge auf, die sehr an seinen Vorfahren, den Wolf, erinnerten. Dabei allerdings war er der tollste Hund überhaupt und binnen kürzester Zeit ein vollständiges und heiß geliebtes Familienmitglied.
Charon, der schwarz-fellige und etwas größere Hund kam 2006 dazu und nun hatte die Familie zwei herausfordernde Kraftpakete im Haus.
Wie sehr diese Tiere, von denen man häufig gar nicht weiß, was sie alles durchmachten, wie sie behandelt wurden, welche Erfahrungen mit dem Menschen sie schon hatten, es schaffen können, sich tief in die Herzen „ihrer“ Menschen zu vergraben, so dass die Erinnerung nie verblasst, erfuhren wir wieder einmal und diesmal auf noch nie erlebte Weise bei der Bearbeitung dieses Falles:
Einstein verstarb nach 10 wunderbaren Jahren in Deutschland im Jahr 2007 und ist damit seit über 10 Jahren tot. Dennoch hat er die Familie nicht losgelassen und als die Entscheidung feststand, Charon untersuchen zu lassen, entschloss man sich, die Grübeleien über Einstein ebenfalls zu lösen und auch den verstorbenen Hund zu analysieren.
Als neutrale Forensiker oder Rechtsmediziner würden wir es einfach die Durchführung einer postmortalen Mischlingsanalyse nennen.
Selber aber schon immer Tiere um sich habend seit wir denken können, mussten wir tatsächlich schlucken, als wir das Probenmaterial zur Untersuchung bekamen. Von Charon gab es die normale Mundschleimhautabstrichprobe und von Einstein schickte uns die Familie einen Klarsichtbeutel mit einem Büschel heller Haare. Sie hatten tatsächlich all die Jahre diese Haare von ihrem Einstein aufbewahrt. Und wir mussten versprechen, nicht alle zu nutzen und die übrigen wieder zurück zu schicken. Also haben wir die besten Haare herausgesucht und konnten ein hervorragendes und vollständiges genetisches Profil aus diesen fast 12 Jahre alten Haaren darstellen.
Die Ergebnisse passen wunderbar zu den beiden Hunden, die Familie freut sich und hat noch einmal die Erinnerung an Einstein aufleben lassen. Und wie wir uns sicher sind, wird das nicht das letzte Mal sein….
Aber mal ehrlich, sie bleiben immer bei uns und jedes Tier ist das tollste, das man jemals hatte. Kein neues ersetzt das alte Tier; es ergänzt es und ist wieder auf seine Art wunderbar, ohne, dass sein Vorgänger verblasst. Oder?

Ein schönes Wochenende, Euer jetzt ein wenig sentimentales

ForGen-Team

 

Sommer, Sonne, Strand und Maya

Mittlerweile haben wir ja schon etliche Mischlingsanalysen oder Rassebestimmungen bei Hunden durchgeführt und kennen natürlich auch die ein oder anderen typischen Mixe. Hier war es etwas anders. Die Ergebnisse kamen als Rohdaten aus dem Labor, sahen sehr gut aus und die zugehörige Analyse und Zuordnung der genetischen Marker ergab eine Mischung, wie wir sie noch nie hatten und wir waren eigentlich zuerst der Meinung, solch einen Hund könne es doch gar nicht geben. Auch hatten wir geringfügig Probleme, uns ein Bild von ihm zu machen. Border Collie, französische Bulldogge, Labrador und Englischer Cocker….Das haben wir wirklich noch nie auf einer Auswertung zusammen gesehen. Voller Neugier sahen wir uns dann die Fotos an und konnten eine absolut bezaubernde Hundedame mit riesigen braunen Augen bewundern: Maya, vor drei Jahren aus einer portugiesischen Tierrettung von ihren heutigen Besitzern nach Deutschland geholt und mittlerweile bestens integriert. Sogar offiziell mit ins Büro darf sie, wo sie sich hervorragend benimmt. Zusätzlich ist sie mit einem eher „undamenhaften“, riesigen Appetit gesegnet, allerdings etwas wasserscheu. Schafe liebt sie über alles (was nichts mit dem gerade erwähnten Appetit zu tun hat, hoffen wir zumindest) und wer sie genau ansieht, kann an den Beinen, bzw. Pfoten die Nähe zur Bulldogge erkennen. Laut ihren Besitzern passt auch der Gang dazu, weshalb alle, die Maya kennen, im Vorfeld tatsächlich auf Bulldogge getippt hatten. Auf jeden Fall ist sie der Sonnenschein ihrer neuen Familie und ein weiterer Beweis dafür, wie wunderbar diese pelzigen Vierbeiner sich bei ihren Menschen einleben und das Leben bereichern. Wir wünschen der ganzen Familie alles Gute und sind wieder einmal ein kleines bisschen traurig, dass wir nicht alle „unsere“ Hunde persönlich kennen.

Euer sehr zufriedenes

ForGen-Team

Und auch den großen Ringversuch geschafft!

Was für eine Hitze, da mag man sich kaum bewegen. Heiß geht es her und nicht nur die Temperaturen betreffend. Da freut man sich ungemein, wenn dann endlich (weil etliche  Wochen später als üblich) die nächsten Ringversuchszertifikate ins Labor trudeln. Der große Spurenringversuch! Zwei Teile, immer drei Personen mit teils unfassbar seltenen (und daher sehr schwierig zu bestimmenden Merkmalen) und dazu je vier Spuren auf unterschiedlichsten Spurenträgern. Hier gab es kaum etwas, was wir noch nicht hatten. Blut-Speichel-Sperma einzeln oder in unterschiedlichsten Mischungen auf Tupfern, Blättern (Botanik!), Papier, Cornflakes, Kieseln, Betonstückchen, Teebeuteln, Jeansstoffen, gegerbtem Leder und vieles mehr. Alles, was nachweislich Probleme machen kann, wird für diese Ringversuche eingesetzt. Zusätzlich zur Genetik muss bestimmt werden, um was für Spuren es sich überhaupt handelt und zu wem die eine oder andere Spur gehört. Biostatistische Berechnungen sind durchzuführen, bei denen meist Drei-Personen-Spuren vorliegen und berechnet werden muss, welche Personen mit welchen Wahrscheinlichkeiten dazu beigetragen haben, wer der Hauptspurenleger ist und und und. Diese Ringversuche halten einen auf Trab und sind eine der Voraussetzungen für unsere humane Akkreditierung, da wir ja neben dem System (das allgemeine Laborprozedere) auch spezifisch diese Methoden haben akkreditieren lassen. In Deutschland entstanden und von einem deutschen Labor konzipiert, nehmen mittlerweile forensische Labore aus der ganzen Welt teil. Umso mehr freut es uns, dass wir es wieder einmal überlebt haben. Wir können also auch offiziell genetisch typisieren und wir können feststellen, wer zu welcher Spur beigetragen hat, wie viele Personen es überhaupt waren und wer ggf. mit wem verwandt ist!

In diesem Sinne, lässt sich der Urlaub gleich noch mehr genießen. Bald sind wir wieder voll für euch da

Euer zufriedenes

ForGen-Team

Nächster Ringversuch geschafft: Puh!!!

Da macht man diese Ringversuche mittlerweile seit Jahrzehnten und bisher haben wir immer alles richtig gerechnet und befundet. Bei diesem Abstammungsringversuch ist traditionsgemäß immer einer leichter und einer komplizierter, was aber noch nie wirklich ein Problem war.

Diesmal mussten wir doch tatsächlich etwas mehr nachdenken und sind fast an unsere technischen Grenzen gestoßen. Und nachdem wir der Meinung waren, das Rätsel gelöst zu haben, machten tatsächlich fast die Rechner schlapp. Die Praktikantenrechner sind abgeschmiert, zwei tapfere Geräte haben zwei Stunden und teils länger an den verschiedenen Konstellationen gerechnet. Das hatten wir noch nie! Aber offensichtlich hatten wir bei den aufzustellenden Hypothesen alles richtig gemacht und keine vergessen. Dabei hörte sich die Fragestellung gar nicht sooo schlimm an, oder?

Mit diesem Gutachten soll überprüft werden, welche Verwandtschaftskonstellation zwischen John und den Geschwistern Peter, Paul und Maria besteht. Fakt ist, dass Johns Mutter und die Mutter von Peter, Paul und Maria Geschwister sind und dieselbe Mutter haben. Entsprechend handelt es sich bei dieser um die Großmutter von John und den Geschwistern P, P und M. Fraglich dabei ist nun, ob die beiden Mütter den gleichen oder verschiedene Väter haben, also, ob sie Voll- oder nur Halbgeschwister mütterlicherseits sind. Zusätzlich kommt hinzu, dass es unklar ist, ob P, P und M denselben Vater haben oder nicht. Für die vier stellt sich also die Frage, ob sie denselben Großvater haben oder nicht.

Wir haben also die zahlreichen zu beachtenden Hypothesen gegenübergestellt und die Rechner mit den zugehörigen genetischen Daten ihren Job machen lassen. Daran kann man einmal sehen, dass es eben doch nicht immer alles so einfach ist.

Umso mehr freuen wir uns, dass wir auch hier wieder alles geschafft haben!

Euer sehr zufriedenes

ForGen-Team

ForGen fassungslos: Wunsch-Gutachten???

Immer mal was Neues….Jetzt arbeiten wir teilweise schon seit fast 25 Jahren in der Forensik für Gerichte, Staatsanwaltschaften, Behörden aber auch für Privatleute, Und nicht einmal gab es Zweifel an der Richtigkeit unserer Gutachten bzw. an der objektiven Erstellung derselben. Und jetzt müssen wir erfahren, dass es Leute gibt, die davon überzeugt sind, dass wir unsere Ergebnisse dem Gutachtenauftrag anpassen?
„Bitte Abstammungsgutachten für zwei Kinder. Nummer 1 darf passen, aber Nummer 2 nicht, viel zu anstrengend der Junge und will auch noch Medizin studieren. Das wird zu teuer im Unterhalt.“ Oder aber die ganzen Anrufe von der Mafia „Sie haben da doch die Probe vom Tatverdächtigen xy…? Der ist doch natürlich NICHT in der Spur zum aktuellen Mordfall, ODER!?!“
Wie konnte uns das bisher nicht auffallen? Aber ehrlich, denken solche Menschen?
Wir arbeiten nach einem Qualitätsmanagement im Rahmen unserer Akkreditierung nach ISO17025. Diese behandelt ausgiebig bereits den Umgang mit Aufträgen und Proben lange, BEVOR die Untersuchungen im Labor gemacht werden. Sobald der Auftrag eingeht, muss dies dokumentiert werden. Dann wird als erstes überprüft, ob man den Auftrag überhaupt erfüllen kann. Forensische Spurenuntersuchungen z.B. darf man nur machen, wenn man die entsprechende Akkreditierung dafür hat. Bekommt nun ein anderes Labor mit z.B. einer Akkreditierung für pathologische Untersuchungen einen forensischen Spurenauftrag, wird dieses Labor den Auftraggeber informieren und bestenfalls vorher ein geeignetes Labor heraussuchen und empfehlen.
Sobald dann vom geeigneten Labor der Auftrag angenommen wird, wird explizit die Fragestellung festgesetzt, um die bestmöglichen Untersuchungsansätze auszuwählen. Und so weiter und so weiter, bis zum Schluss ein ordentliches und objektives Gutachten fertig gestellt ist.
Dies wird vielleicht dazu führen, dass der Beklagte freigesprochen wird, obwohl eigentlich jeder weiß, dass er der Täter ist. Oder aber das wirklich niedliche Kind wird eindeutig dem fürchterlichen Mann zugeordnet, der seit zwei Jahren der Probenentnahme entflieht und schlussendlich mit der Polizei vorgeführt werden musste. So ist es und nichts auf der Welt würde uns dazu bewegen, Beweise zu unterschlagen oder in die falsche Richtung zu interpretieren. Wir haben Serientäter, Vergewaltiger und Pädophile überführt, haben den Richter gebremst, wenn die Spurenlage eine sichere Zuordnung einfach nicht zuließ und haben uns im Gerichtssaal vor 24 Strafverteidigern (erfolgreich) erklären müssen.
Und da meint manch einer tatsächlich, wir riskieren das und unseren guten Namen mitsamt unserem Beruf (der bei uns tatsächlich von Berufung kommt) für eine Analyse auf Hunde- bzw. Wolfs-DNA?
Da fehlen uns jetzt wirklich die passenden Worte….
Euer sprachloses ForGen-Team

Einen schönen Gruß zum Wochenende an alle aus diversen Ecken

Diese Tage sind wir etwas schwer erreichbar (gewesen). Unser Bereichsleiter Tiergenetik ist eingeladen worden, auf dem 5. Life Science Kongress in Idstein einen Vortrag über DNA-Analyse aus unterschiedlichsten und zum Teil sehr herausfordernden Ausgangsmaterialien zu halten und die Laborleitung ist in Köln zur Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Abstammungsbegutachtung unterwegs. Dort hat ForGen einen Vortrag über die Problematik bzw. den Umgang bei Abstammungsgutachten aus unkonventionellen Spurenträgern und unter erschwerten Bedingungen. Also thematisch passend. DNA-Typisierungen unter schwierigen bzw. komplizierten Bedingungen – und damit genau das, womit wir Forensiker uns fortwährend und spezialisiert befassen.


Allen ein sonniges Wochenende, Euer umtriebiges


ForGen-Team

Zum Thema ForGen und der Wolf in Frankreich

Wie angekündigt, heute einmal die ausführliche Version zum Streit um die genetische Untersuchung von Wolfsproben aus Frankreich, die mithilfe vieler fleißiger Helfer entstanden ist.
Hintergrund ist, dass ForGen in Frankreich bei der Analyse der Proben von gerissenen Nutztieren Hinweise auf Hybriden gefunden hatte. Diese Ergebnisse wurden vehement von höchsten Stellen angegriffen. In Frankreich gäbe es keine Hybriden! Also wurde ein zweites Labor (Antagen) beauftragt, das in Frankreich gesammelte Haar-, Urin- und Losungsproben untersuchte und tatsächlich auch einige Hybriden fand. Allerdings weniger.
ForGen sah das als absolut unabhängige Bestätigungsanalyse an. Der Nachweis von Hybriden aus gänzlich anderen Proben, mit anderen genetischen Markern und unterschiedlichen Referenzproben konnte gar nicht anders interpretiert werden als: Es gibt Mischlinge in Frankreich!
Nun ging es aber los und der Streit begann, da wir mehr Mischlinge gefunden hatten. Kein Grund zum Streiten sagten wir, da wir nur Proben von gerissenen Tieren untersucht hatten, was einen gänzlich anderen Untersuchungspool darstellt als eingesammelte Pröbchen, bei denen keiner weiß, ob die zugehörigen Tiere jemals ein Nutztier gerissen haben.
Nur eine vergleichende Untersuchung der gleichen Proben und mit IDENTISCHEN Referenzdaten könnte wirklich Klarheit bringen. Das war der Vorschlag von ForGen.
Tatsächlich erhielten wir gut 20 Proben, die wir vergleichend untersuchen sollten. Anders, als im Vorfeld kommuniziert aber, gab es „Änderungen im Plan“:
• Antagen erhielt die Proben lange vor uns.
• Offensichtlich hat Antagen (und damit das Konkurrenzlabor) die Proben abgefüllt und versandfertig gemacht.
• Aus einigen Proben hat Antagen selber die DNA extrahiert und die DNA-Extrakte nach Hamburg geschickt
• Der Versand geschah im Sommer ohne Kühlung
• Die Proben kamen verfault und vertrocknet bei uns an, da teilweise die Röhrchen nicht korrekt geschlossen waren, Blut wurde im nativen Zustand flüssig verschickt, Gewebe in kleinen Gefäßen…
• Nach der Untersuchung sollte es ein gemeinsames Treffen der beiden Labore geben zum objektiven und wissenschaftlichen Austausch
• Dieser Termin in Lyon wurde sehr kurzfristig angesetzt und fand EINZELN statt. Antagen und ForGen trafen sich NICHT
• Die Ergebnisse des Treffens in Lyon sollten in einem Bericht dargestellt werden, der VOR der Veröffentlichung an ForGen geschickt werden sollte, um etwaige Missverständnisse zu klären
• Dies geschah nicht. ForGen erfuhr von eingeladenen Personen von diesem Termin, nicht von den Organisatoren
• Mehrere Versuche, noch vor DIESEM Termin die Verantwortlichen zu erreichen, um den Bericht zu erhalten, scheiterten
• ForGen erhielt den Bericht am Abend NACH der Präsentation
• Während dieser Präsentation wurde ForGen vom leitenden Wissenschaftler kritisiert und diffamiert; alle vorherigen Absprachen und angeblichen Klärungen schienen vergessen.
• Nun wird behauptet, dass unsere Daten völlig falsch seien, was sich natürlich auch auf die Interpretation bezieht
Wir haben die Verantwortlichen nun angeschrieben und aufgefordert zu reagieren. Das Ganze sehen wir mittlerweile als beabsichtigte Diffamierung an. Wenn ein Labor nicht weiß, dass flüssiges Blut nicht unbehandelt bei Raumtemperatur im September von Frankreich nach Deutschland geschickt werden sollte oder dass man keine 10 µl DNA aus schlechtem Ausgangsmaterial in nicht zusätzlich versiegelten Gefäßen versenden sollte sondern sie stattdessen in nur halb zugedrehten Gefäßen in die Post gibt….oder wenn der hauptverantwortliche Genetiker nicht weiß, dass schlechte DNA-Qualität und -Quantität dazu führen kann, dass genetische Ergebnisse sich ändern, weil es zu Merkmalsverlusten oder -gewinnen kommen kann, ja dann glauben wir einfach nicht mehr an einen fairen Vergleich zweier Labore!

Alles ist detailliert im anhängenden Schreiben zu finden!

Allen ein RUHIGES und sonniges Wochenende

Euer ForGen-Team

Hier geht’s zum kompletten Text.

Von Vertrauen, Ehrlichkeit und Anstand, „good scientific practice“, Fake News und dem Wolf

Wie konnte es so weit kommen? Längst wissen wir, dass der Wolf polarisiert und haben unglaubliche Dinge zu diesem Thema gehört, gesehen und vorgeworfen bekommen. Als inkompetente, nichts-wissende Wolfhasser sind wir beschimpft worden und alle paar Wochen äußert sich jemand in der Presse (gerne auch aus bestimmten Ämtern und der Politik) über ein kleines Labor in Norddeutschland, das ja so gar nichts kann….
Nun aber befinden wir uns auf dem Höhepunkt und wir haben noch keine Ahnung, wo das enden wird.
Nachdem wir in französischen Proben von gerissenen Tieren Hinweise auf eine mögliche Hybridisierung gefunden haben, wurde von einem französischen Labor die Existenz von Hybriden (die bis dato komplett geleugnet wurde) bestätigt. Allerdings in geringerer Anzahl. Kein Thema sagten, wir erfreut ob dieser unabhängigen Bestätigungsanalyse, wir müssten nur zwei Dinge beachten:
Beide Labore untersuchten nicht dieselben Proben, also konnte gar nicht dasselbe Ergebnis herauskommen UND beide Labore nutzten komplett unterschiedliche Referenzdaten.
Wir schlugen vor, die gleichen Referenzen zu bekommen und die Ergebnisse mit diesen zu überprüfen. Ein Leichtes wäre das gewesen und hätte locker innerhalb kürzester Zeit zu einem vergleichbaren Ergebnis geführt. Leider haben wir nie die Referenzproben erhalten und auch nie erfahren, welche Referenzen dieses andere Labor nutzt.
Stattdessen haben wir uns darauf eingelassen, 20 Proben aus Frankreich zu bekommen und diese zu untersuchen, um uns dann mit dem anderen Labor kurzzuschließen und unsere Ergebnisse zu vergleichen. Wir hätten das nie tun sollen und sind nun um die Erfahrung reicher, wie in den höchsten Ebenen gelogen und getrickst wird. Eine Schmutzkampagne ist in Frankreich gestartet worden und wir staunen über soviel Bösartigkeit und Hinterhältigkeit.
Das Ganze ist demnächst in aller Ausführlichkeit und aufgrund der Internationalität mehrsprachig nachzulesen…….

Euer sehr desillusioniertes

ForGen-Team

Über Einsatz und Geduld, Freude am „Gutes tun“ und dem Glück auf vier kleinen Pfoten: Willkommen Castanita und Alfie!

Wir bei ForGen lieben unsere Arbeit. Forensische Genetik ist einfach super und man kann soviel Gutes tun in so unfassbar wichtigen Bereichen wie Abstammungsfällen aber auch bei Morden, Misshandlungen oder Vergewaltigungen, Serieneinbrüchen durch Diebesbanden und und und. Manches kann ganz schön aufreibend und anstrengend sein.
Da sind dann häufig unsere „tierischen Fälle“, die Mischlingsanalysen, wie Balsam auf der Seele. Es macht einfach unfassbar Spaß, die Analysen durchzuführen, die Rohdaten zu befunden, auszuwerten und dann zum Schluss das Ergebnis mit dem untersuchten Hund zu vergleichen. Besonders toll ist es, wenn wir über „unsere“ Hunde mehr erfahren und eine kleine Geschichte schreiben dürfen.

Heute haben wir das Glück, gleich über zwei kleine Pelzknäuel berichten zu dürfen. Ein Paar im schönen Schleswig-Holstein, direkt an der Küste, entschloss sich im letzten Jahr, dazu einen Hund in ihre wundervolle und hundeparadiesische Umgebung zu holen (wir als alte Kieler wissen, wovon wir hier reden…). Schnell war klar, dass es ein Hund aus dem Tierschutz sein sollte. Im Internet stieß man auf die SALVA-Hundehilfe und dort auf die kleine Castanita, ein schüchterner und ängstlicher Problemhund, dafür aber mit riesigen ausdrucksvollen Augen. Einmal reingucken und es war zu spät. Castanita musste es sein! Tatsächlich schienen die drei gut zusammenzupassen. Die Leute bei SALVA sind da sehr gründlich und bemüht, für jeden Hund die richtigen Besitzer zu finden. Mitte Januar sollte es losgehen, aber Castanita „boykottierte“ diesen Plan. Kurzerhand hatte sie sich als „Leihmutter“ einigen Welpen angeboten und musste auf diese aufpassen. Nun wussten die beiden Hundebesitzer in spe zwar, dass ihre Castanita fürsorglich war, aber leider war sie noch weit weg und es galt, einige Wochen zu warten. Dann wurden die Kleinen auch noch
krank und die Ausreise verzögerte sich weiter. Erst Mitte März war es endlich soweit. Bis dahin hatte sich insbesondere Castanita neues Frauchen mit allen Hunden in der Umgebung getröstet. Jeder, der mochte, wurde von ihr ausgiebig gestreichelt und geknuddelt, zahlreiche Hundebücher wurden gelesen und immer wieder die Helfer von SALVA kontaktiert, um sich auf die kleine geschundene Seele vorzubereiten.
Und der Start war nicht leicht. Castanita war ängstlich und unendlich vorsichtig. Es dauerte, bis sie das erste Mal Leckerchen annahm und sich streicheln ließ. Wer weiß, was sie erlebt hatte. Minischritt für Minischritt. Aber es geht voran und ihre Menschen erarbeiten sich mit riesiger Geduld ihre Hundefamilie. Zu der jetzt übrigens ein zweiter Vierbeiner gehört. Alfie, auch vom Tierschutz und auf einer Pflegestelle auf ein neues Zuhause wartend. Obwohl körperlich sehr viel kleiner als Castanita, ist Alfie nervenstark und offen und ein wahrer, energiegeladener Charmebolzen auf vier (echt) kleinen Pfoten. Kaum angekommen, zeigte er seiner neuen Freundin erst einmal, wozu denn die auf dem Boden herumliegenden quietschenden Dinger gut sind, was Hund mit einer Kordel alles so anfagen kann und er führte sie in die hohe Kunst des „wir verwüsten die Umgebung, indem wir gemeinsam durch die Räume toben“ ein. Castanita ist abgeholt und wir sind uns so sicher, dass die beiden bald ein quirliges, glückliches und lauter Quatsch-treibendes Vierergespann sein werden, das seine Menschen auf Trab hält und ihnen jeden Tag zeigt, wofür sie sich so eingesetzt haben! Ein buntes Leben mit zwei tollen Hunden.

Ach, was sind es überhaupt, die beiden Spanier? Einmal Ratonero Valenciano mit chilenischem Foxterrier und Chihuahua und einmal ganz viel vom Ratonero, dazu Pinscher und ein Schuss Chihuahua. Mal raten, wer was ist…sieht man ganz gut.

Euer ForGen-Team sagt Danke für diesen schönen Auftrag und danke an alle, die sich so geduldig um die Hunde kümmern.

ForGen bildet fort!

„Wissen ist Macht – nichts wissen macht auch nichts“? Wir sind der Meinung, man kann gar nicht genug wissen. Und nur, wer von bestimmten Dingen etwas Ahnung hat, wird verstehen und unabhängiger werden. Und die meisten Leute wollen auch verstehen: Immer wieder werden wir angerufen oder angeschrieben mit den verschiedensten Fragestellungen und wir versuchen, so gut wie möglich zu unterstützen.

Bereits seit knapp zwei Jahren bieten wir ganz offiziell auch Fortbildungen zu verschiedenen Themen an. Sogar über Qualitätsmanagement im Labor haben wir schon ausführlich vorgetragen.

Um möglichst viele Interessierte zu erreichen, schicken wir noch einmal auf diesem Weg unser aktuelles Angebot heraus.

Wer Interesse oder Fragen oder Anmerkungen hat, möge sich gerne bei uns melden. Wir freuen uns, wenn wir mit unserer Arbeit und unserem Wissen andere interessierte Menschen erreichen können.

Allen ein schönes, sonniges Wochenende, viele Grüße

Euer ForGen-Team

ForGen mal entspannt und ein bisschen am Feiern …

 

Heute einmal herzliche Grüße vom Wochenarbeitsende-Abschlussgrillen der ForGen-Mannschaft. Unsere beiden Praktikanten haben sich in den letzten Wochen so gut bei uns eingefunden, waren im momentanen großen Stress enorm hilfreich und haben ordentlich an ihren jeweiligen Projekten gearbeitet, so dass wir uns alle zum gemeinsamen Grillen getroffen haben. Außerdem musste noch angestoßen werden auf die Annahme unseres Posters auf der kommenden ISFG-Tagung (International Society of Forensic Genetics), wo wir eine Studie zum Thema DNA-Haltbarkeit eingereicht haben, die wir im letzten Jahr begonnen hatten und die jetzt noch einmal etwas vervollständigt bzw. verfeinert wurde. Dazu dann mehr, wenn es soweit ist.
Als kleines Dankeschön hat unser „ForGen-Kreativmanager-Designer“ (grüne Jacke mit ForGen-Logo) den beiden die neue Kreation des unglaublich praktischen und schicken ForGen-Rucksacks überreicht. Auf dass wir unseren Namen weiter nach außen tragen…😉
In diesem Sinne wünschen wir allen ein ruhiges, interessantes und erholsames Wochenende.

Euer ForGen-Team

ForGen und der Wolf gehen in die nächste Runde: Diesmal wird es politisch

Was kann die Rechtsmedizin bzw. die forensische Spurenkunde für die Wolfs- bzw. Rissanalyse tun? Warum tummeln wir uns als Forensiker im Bereich der Wolfgenetik, kümmern wir uns doch primär um Abstammungsfälle, Diebstähle, Mord- und Totschlag und Ähnliches bevorzugt beim und mit Menschen?

Na, ganz einfach: „Tierische Fälle“ wurden schon immer in der Rechtsmedizin untersucht. Man denke hier nur einmal an das gebissene Kind und den unter Verdacht stehenden Hund des Nachbarn. Der Rechtsmediziner untersucht den Geschädigten, entnimmt Proben und erstellt ein ordentliches Gutachten, dem genau zu entnehmen ist, wie die Ausmaße der Verletzungen sind und ob tatsächlich ein Hund als Täter in Betracht kommt. Zusätzlich wird der Rechtsmediziner Proben entnehmen und diese in der forensischen Spurenkunde analysieren lassen, um die Spezies herauszufinden und ggf. den tatverdächtigen Hund eindeutig mit einem weiteren entsprechenden Gutachten als Täter darzustellen oder zu entlasten.

Die Kompetenzen liegen zusätzlich in der Probenentnahme. Wo am gerissenen oder verletzten Tier müssen die Abriebe entnommen werden, wo auf keinen Fall? Wie lange hält sich DNA und was muss bezüglich einer eventuellen Kontamination z.B. mit DNA des auf der Wiese herumlaufenden Hundes bedacht werden? Und was hat es mit einer Akkreditierung auf sich?

Probenentnahme, Kontaminationsprophylaxe, die Tat-relevante Spur, Minimalspurdiagnostik…alles forensische Kernkompetenzen, ganz klar!

Und wir durften dies heute einer Abordnung der CDU aus dem Niedersächsischen Landtag vorstellen. Neben Herrn Bäumer (MdL) waren noch einige Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz dabei. Mehrere Stunden konnten wir wunderbar konstruktive Gespräche führen, uns vorstellen und die „große Frage“ (siehe den Anfang) beantworten. Wie schön, wirklich interessierte Gesprächspartner zu haben. Wir hoffen sehr, dass dieser Tag dem ganzen Thema ein wenig hilft. Schließlich geht es hier um die Betroffenen, die morgens auf ihre Weiden kommen und Ihre Tiere verletzt oder nur noch in Teilen vorfinden. Da ist uns jeder willkommen, der wirkliches Interesse an der Thematik mitbringt! Vielen Dank an die Besucher!

Euer heute wirklich optimistisches

ForGen-Team

ForGen wird den Wolf nicht los – sogar im „Fischland“ nicht

Viele Grüße vom interdisziplinären Fischlandsymposium in Dierhagen! Eine tolle Veranstaltung rund um Hämatologie, Onkologie und Pathologie mit zwei völlig unterschiedlichen „Warm-up Vorträgen“ am Freitagabend. Der erste beleuchtete einmal die Problematik der ganzen Wundermittelchen, Zusatzstoffe, Nahrungsmittelergänzungen etc. Zusammengefasst kann man sagen: Bringt alles nichts und kostet nur unnötig Geld wäre noch gut. Schlimm ist es, dass ganz viele der natürlichen Helferlein mit bestimmten Therapien kontraagieren und zu wirklichen Schäden führen können. Also lieber wieder an den Smoothiemaker…

Den zweiten Unterhaltungsvortrag durfte ForGen präsentieren und der Wunsch des Veranstalters war tatsächlich: Wieviel Wolf ist im Menschen und wieviel Hund ist im Wolf?“

Na danke! Als wenn wir nicht genug mit diesen Vierbeinern zu tun hätten. Aber natürlich lief alles gut. Nach über 20 Jahren im Fach hat man genug Geschichten auf Lager, um den Wolf im Menschen zu finden und Wölfe und Hunde und xxx verfolgen uns momentan auch ausreichend, um einiges darüber erzählen zu können.

Zusammengefasst also: Alles gut, das wird ein schönes Wochenende und es kommen sicherlich noch tolle Vorträge und Gespräche zustande.

Mittlerweile sonnige Grüße an alle von der Ostseeküste

Euer ForGen-Team

Endlich wieder ein Hund – Hier kommt Roxy

Lange ist es her, aber heute haben wir endlich einmal wieder Platz und Zeit für eine unserer Lieblingsbeschäftigungen: das Präsentieren „unserer“ ForGen-Hunde. Diesmal handelt es sich um die nicht mehr ganz so kleine Roxy, die möglicherweise im September 2018 geboren wurde und in Spanien in einer Tierrettung zusammen mit ihrer Schwester, Guapa, lebte. Roxy, die damals noch Princesa hieß, war dort wie alle anderen Hunde auch in einem Hundezwinger eingesperrt und wartete sehnsüchtig auf eine ihre Familie. Da traf es sich hervorragend, dass unsere beiden Auftraggeber sich schon lange einen Hund gewünscht hatten. Mit dem Wohnen mitten in München und ihrem Berufen waren sie allerdings der Meinung, dass dies nicht wirklich hundegerecht werden würde und verzichteten schweren Herzens auf ein vierbeiniges Familienmitglied. Aber im September letzten Jahres zogen sie in einen ländlichen Vorort, wechselten den Job und sortieren sich neu. Und auf einmal war die Möglichkeit da. Zeit und Platz für einen Hund. Endlich!
Sie kamen auf Roxy, von der vermutet wurde, dass sie ein Wasserhund-Mix war. Ganz egal, was, sie war bezaubernd und lieb, passenderweise eine absolute Wasserratte mit einem großen Faible dafür, im Wasser treibende Äste und Zweige zu retten, allerdings immer noch sehr schüchtern und ängstlich. Vor allem laute Geräusche sind häufig sehr anstrengend für sie. Dafür liebt sie ihre Artgenossen und spielt ausgiebig und in bester Teenager-Manier mit ihnen. Die Menschen sind eindeutig zum Schmusen und Kuscheln da, ein weiteres Hobby von Roxy. So sehr sie ihre Menschen mag, ist sie doch ein normaler pubertierender Hund und testet ausgiebig ihre Grenzen aus in der Hoffnung, dass diese sich vielleicht doch einmal zu ihren Gunsten ändern. Auch die Sache mit dem Alleinsein gefällt ihr so gar nicht. Und wer meint, er müsse sie alleine lassen, muss dann mit den Konsequenzen leben: Ordentlich drapierte Sofakissen finden sich überall nur nicht mehr da, wo sie hingehören und sträflicher Weise herumliegende Schuhe werden kurzerhand in ihrem Bettchen versteckt. Mal abwarten, wer hier wen erzieht.
Glücklicherweise (für uns) wurde man mit der Zeit doch neugierig, was denn für Rassen nun tatsächlich in Roxy steckten und wir bekamen den Auftrag zur Mischlingsanalyse. Wasserhund/Wasserpudel fanden wir so gar nicht, dafür aber Labrador (das Wasser!), Deutsch-Drahthaar, Labradoodle und Pudel! Passt tatsächlich alles und lustigerweise stand als Hund tatsächlich ein Labradoodle oder etwas Ähnliches lange Zeit bei der Familie zur Debatte. Dann entschieden sie sich doch für einen Tierheimhund und suchten sich ihr „Überraschungsei“ oder besser ihren Überraschungspudelmix aus. Manche kleinen Dinge fügen sich doch erstaunlich gut zusammen.
Wir sagen wieder einmal Dankeschön für diesen schönen Auftrag und auch dafür, dass wir Roxy vorstellen durften. Wir wünschen dem Wirbelwind alles Gute und weiterhin so viel Erfolg, die Tierheimzwingerzeit hinter sich zu lassen und sich in einem liebevollen Zuhause vollständig einzugewöhnen. Und den neuen Hundeeltern ebenfalls viel Spaß und Geduld (wer braucht schon Sofakissen auf dem Sofa oder jederzeit zwei passende Schuhe zur Hand…).
In diesem Sinne, viele Grüße, erholsame Ostern und alles Gute wünscht

Euer ForGen-Team

ForGen und die Wissenschaft

Schön war sie die Zeit an der Universität. Neben der „normalen“ Rechtsmedizin und der forensischen Genetik haben wir mit vielen Kollegen anderer Fachrichtungen zusammengearbeitet und geforscht. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Exzellenzinitiative geförderte Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ haben wir mitgegründet und nun gibt es daher in Kiel ein richtiges Labor für aDNA-Forschung (=alte, historische DNA), das von unserem ehemaligen Doktoranden geleitet wird. Aber auch mit vielen anderen Forschern haben wir in kleineren (und auch größeren) Projekten zusammengesessen und uns gegenseitig unterstützt. Und wir freuen uns natürlich immer sehr, wenn wir forschungsmäßig „von dieser Vergangenheit eingeholt werden“. So auch jetzt. Zusammen mit einem sehr netten Kollegen aus der Sexualmedizin haben wir an einem wirklich spannenden Projekt aus der Schnittstelle Rechtsmedizin/Psychiatrie/Sexualmedizin gearbeitet und nun ist tatsächlich die ganze zugehörige Studie veröffentlicht. Eine schöne Anerkennung für längst vergangene Mühen.

Euer sich sehr freuendes

ForGen-Team

ForGen bleibt beim Wolf: und ist schon wieder im Fernsehen

Nachdem neulich doch auf Arte schon ein, wie wir finden, sehr guter Bericht über Wolf(s)hunde lief, kommt jetzt die „Verlängerung“. Die Journalistin hatte soviel Material, dass nun eine weitere Sendung mit mehr Informationen rund um dieses große Streitthema im Bayerischen Rundfunk gezeigt wird. Am 10.4.2018 um 22:00 Uhr geht es los. „DokThema Zwischen Wolf und Hund – Wie gefährlich sind Wolfshybriden?“

Wir sind sehr gespannt; welche Punkte alle gezeigt werden und wie unsere Arbeit oder dieses Thema generell gezeigt wird. Man weiß ja nie…

Viel Spaß beim Gucken wünscht Euch

 

Euer, leicht gespanntes ForGen-Team

 

ForGen glücklich, aber völlig fertig: Überwachung und Überprüfung geschafft!

Kalibration, Managementreview, Kundenzufriedenheit, Probensicherung, Überprüfung, Risikomanagement, Fortbildung, Fehler- und Beschwerdemanagement, Identifizierungen, Spurenuntersuchungen, Auswertungen, Norm hier, Norm da- zwei Tage Ausnahmezustand in unserem Labor! Jedes Steinchen wurde umgedreht, in Gutachten geblättert, Datenbanken angesehen, Fortbildungen überprüft, Arbeitsabläufe angesehen u.s.w.

Aber, es ist geschafft. Wir haben die Überwachung unseres Qualitätsmanagementsystems hinter uns; unsere Akkreditierung nach ISO17025 wurde begutachtet UND gleichzeitig haben wir uns nach der neuen, geänderten Norm prüfen lassen. Also zwei Dinge auf einmal und das dann sowohl im System als auch im fachlichen Bereich durch zwei Gutachter. Einer für das QM-System und dann ein zusätzlicher wissenschaftlicher Fachgutachter (Professor für forensische Genetik mit Zusatzqualifikation Qualitätsmanagement) für die fachlichen Belange. Und wir haben es geschafft! Unfassbar viel Arbeit hatten wir in den letzten Monaten. Sogar zwei neue Qualitätsmanagementbeauftragte haben wir nun, die unglaublich viel geleistet haben, galt es doch, das gesamte System auf die geänderte Norm umzustellen und hier viel zu verändern und zu verbessern. Ein riesiges Dankeschön an die Beiden! Viele neue Punkte müssen wir von nun an für die neue Norm einhalten oder vertiefen und noch genauer dokumentieren. Aber dafür sind wir jetzt eines von noch wahrlich nicht vielen Laboren, die diese Umstellung erfolgreich beantragt haben.

Zu den Änderungen gehört auch, dass von nun an speziell die komplette forensische Probenentnahme (sowohl von Spuren als auch bei Personen) Bestandteil der Akkreditierungsurkunde sein wird. D.h., nachdem wir hierfür schon immer Standardarbeitsanweisungen hatten, wird dieses nun aufgrund der erfolgreichen Überprüfung mit akkreditiert sein. Gerade hierbei gibt es so viele Dinge zu beachten bzw. falsch zu machen, dass es auch wirklich an der Zeit war, dass diese Leistung entsprechend inhaltlich und formell überprüft und dann durch die Akkreditierung honoriert wird.

Jetzt müssen wir noch einige (wenige!) Dinge abarbeiten, wie es nach jeder Überwachung der Fall ist und einiges noch anlehnend an die Anforderungen verbessern oder ändern und dann bekommen wir in einigen Wochen zwei neue wunderhübsche Urkunden. Eine für die Abstammung- und eine für die Spurenuntersuchung unter dem Mantel des gesamten Qualitätsmanagements. Wir freuen uns einfach nur so dermaßen! Ab morgen sind wir auch wieder halbwegs ansprechbar und für neue Fragen, Aufträge und Aufgaben bereit.

Völlig fertig aber stolz,

euer ForGen-Team

ForGen wie im Taubenschlag….

Die Zeit rennt und rennt, dass man kaum hinterherkommt. Wochenlang haben wir uns über und an unseren beiden Praktikantinnen, Jacqueline und Annika erfreut, sie mit lauter Arbeiten versorgt, sie hier aufräumen, dort sortieren und dekorieren und sie weiter an unserem Canidenprojekt arbeiten lassen und schon sind die beiden wieder weg….Dafür an dieser Stelle ein großes Dankeschön und die besten Wünsche für das weitere Studium. Mal sehen, vielleicht haben wir ja Glück und wir sehen uns für eine Masterarbeit wieder. Manche Studenten/innen will man gar nicht wieder abgeben und diesmal sind wir wirklich traurig. Sie waren ja nicht nur gute Laborarbeiter sondern auch noch wirklich nett!

Aber, nahtlos geht es weiter! Seit Montag ist die Bachelorstudentin Nele aus Hamm bei uns und absolviert ein 10-wöchiges Praktikum. Diese Woche war bunt und es gab viel zu tun und so konnte sie schon in den ersten paar Tagen viele verschiedene Dinge miterleben: Probenentnahmen für die Abstammungsuntersuchungen, Bearbeitung von Mischlingsanalysen und Verwandtschaftsfeststellungen, Körperverletzung durch Hundebiss, Literaturrecherche für die Optimierung der Speziesidentifizierung und dazu das ganze Qualitätsmanagement. Aber, was soll man sagen. Nele scheint genauso belastbar und motiviert zu sein wie ihre Vorgängerinnen. Man, haben wir ein Glück!

Ein schönes Wochenende wünscht

Euer ForGen-Team

ForGen und der Tatort; ein Faktencheck, diesmal aus Münster

Am Sonntag lief – wie fast immer ein Tatort in der ARD- und endlich mal wieder aus Münster. Der gehört ja prinzipiell zu unseren Lieblings-Tatorten. Diesmal hat er es uns aber ein wenig schwierig gemacht, weil trotz einiger Tote viel zu wenig Rechtsmedizin eine Rolle gespielt hat. „Unsere“ Tatort-Journalistin hat sich aber Mühe gegeben und einige interessante Fragen formuliert, die jeder gerne unter dem Link im PathoBlog unserer Kollegen ansehen kann.

Viel Spaß beim Lesen

Euer ForGen-Team

ForGen und schon wieder der Wolf-diesmal in Faßberg

Vom Wolf haben wir ja auch schon lange nichts mehr gehört. Da wurde es Zeit, dass wir diesbezüglich mal wieder tätig waren. Am Freitag in Faßberg war es soweit. Eine große Informationsveranstaltung mit dem Thema „20 Jahre Wolf in Deutschland“.
Ausgerichtet wurde es dort, wo die Menschen betroffen sind und entsprechend groß war das Interesse. Es waren aber auch viele Zuschauer vor Ort, die eine lange Anreise nicht gescheut hatten, um hier teilzunehmen. Sie bekamen interessante Informationen natürlich rund um den Wolf und die Landschaft, in der er sich bewegt, niederlässt, die er durchwandert etc. von den Vortragenden präsentiert.
Sehr interessant wurde von diesen dargestellt, wie die Wölfe es sich heimisch machen und natürlich auch, wo das Konfliktpotential liegt.
ForGen durfte seinen forensischen Ansatz darstellen, erklären, wie wir Untersuchungen durchführen und was einen Forensiker (und entsprechend auch seine Arbeit) von anderen Analysten unterscheidet. Wann und warum kann bzw. sollte man eine Fragestellung forensisch angehen?
Spannend war der Tag, sehr gut durchdacht und viele nette und interessierte Menschen waren vor Ort, so dass (wie immer meist abseits der offiziellen Frage- oder Diskussionsrunden) viele gute Gespräche zustande kamen und neue Kontakte geknüpft bzw. vertieft werden konnten.
Vielen Dank dafür an die engagierten Helfer und Ausrichter, an Gina Strampe und an Anne Friesenborg, die auch das schicke Foto zur Verfügung gestellt hat und einmal von dem einen Teil von ForGen ganz besonders an die Kollegen bei uns im Labor, die das alles überhaupt ermöglichen.

Ein großes Dankeschön also von ForGens
NvW-S (die sich just in dieser Sekunde überlegt, ob man mit einem solchen Buchstabenkonstrukt nicht in die Politik gehen muss…)

ForGen im Fernsehen – save the date!

Auf vielfachen Wunsch kommt heute noch eine kleine Erinnerung für alle, die gerne etwas über Wolfshunde sehen wollen. Morgen, am 7.3.2019 um 19:40 Uhr läuft auf Arte der Beitrag „Wolfshunde – Treue Gefährten oder gefährliche Haustiere?“. Wir wurden ausgiebig zu diesem Thema befragt, hatten einen vierbeinigen Vertreter zum Thema bei uns zu Gast, den wir genetisch untersuchten und haben versucht, so viel wie möglich zu erklären. Wir sind sehr gespannt, wie der Betrag wird und natürlich auch darauf, zu erfahren, was die anderen Befragten zu diesem Thema zu sagen haben. Etwas Transparenz und Ehrlichkeit können ja nicht schaden.

Wir wünschen auf jedem Fall dem tollen Kamerateam viel Erfolg für Ihre Arbeit.

 

Euer gespanntes

 

ForGen-Team